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Hund: Spondylitis

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Wirbelentzündung

Die Wirbelsäule eines Hundes besteht aus verschiedenen Abschnitten: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein und Schwanzwirbeln. Jeder Wirbelsäulenbereich wird durch verschieden geformte Wirbelkörper gebildet. Vom Hals bis zum Becken wird so die knöcherne Hülle des Rückenmarks gebildet. Das Rückenmark entlässt seitlich zwischen den einzelnen Wirbeln Nervenäste zur Reizweiterleitung an Muskulatur und Organe. Um eine reibungslose Bewegung der Wirbelsäule zu ermöglichen, liegen Bandscheiben (Zwischenwirbelscheiben, Disci intervertebrales) wie Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln. Jede Bandscheibe besteht aus einem weichen Kern (Gallertkern, Nucleus pulposus) der von einem außen liegenden Faserring (Anulus fibrosus) umhüllt ist und so in Form gehalten wird. Wirbelkörper, Bandscheiben und Rückenmark bilden sozusagen eine Einheit, die von außen noch zusätzlich durch Muskulatur, Bänder und Sehnen stabilisiert wird.

Spondylitis ist der Oberbegriff für Entzündungen der Wirbelknochen. Zu den Entzündungen der Wirbelknochen gehören Osteomyelitis sowie Diskospondylitis. Eine Osteomyelitis ist eine auf die Knochensubstanz der Wirbelkörper beschränkte Entzündung, bei einer Diskospondylitis ist zusätzlich auch die Bandscheibe erkrankt.

Abb. H19AB2E9
Abb. H19AB2E9: Schematische Darstellung der Wirbelsäule (Seitenansicht).

Ursachen

Ursachen für Entzündungen der Wirbelknochen sind Bakterien und gelegentlich auch Pilze, die durch den Blutfluss zur Wirbelsäule gelangen. Nicht selten liegt dann in einem anderen Organ (Herzklappen, Zähne, Harnapparat) ebenfalls eine Infektion vor. Auch Abszesse oder wandernde Fremdkörper im Wirbelsäulenbereich können eine Spondylitis verursachen. Spondylitiden treten selten auch als Folge von Bandscheibenoperationen auf, wenn Keime in die Operationswunde eintreten konnten.

Leitsymptom

  • Rückenschmerzen

Symptome

Spondylitiden äußern sich durch starke Schmerzen im Rückenbereich, Fieber, Appetitlosigkeit und Bewegungsunlust. In schwerwiegenden Fällen kommt es durch die starken Entzündungsvorgänge in den Wirbelkörpern und Bandscheiben zu nervalen Ausfallerscheinungen, da Nerven seitlich zwischen Wirbelkörper und Bandscheibe das Rückenmark verlassen. Symptome hierfür sind Lähmungen, Gangschwierigkeiten u.a. Die nervalen Ausfälle betreffen dann die Muskeln oder Organe, die durch den entsprechenden Nerv versorgt werden. Hochgradige Infektionen der Wirbelknochen führen zu Entzündungen in benachbarten Muskeln. Dort können sich dann Abszesse bilden.

Diagnose

Die Diagnose einer Spondylitis kann schwierig sein, da die Veränderungen am Knochen erst etwa 14 Tage nach beginnender Entzündung auf dem Röntgenbild sichtbar werden. Vorher kann die Diagnose mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt werden, die allerdings nur in einigen Kliniken durchgeführt werden können. Eine Biopsie kann ebenfalls zu einer gesicherter Diagnose führen.

Weiterführende Untersuchungen sind notwendig, um den Grund für die Entzündung der Wirbelkörper heraus zu finden, also woher die Bakterien gekommen sein könnten. Dazu gehören insbesondere Harn- und Blutuntersuchungen.

Behandlung

Zur Behandlung kommen hochdosierte, knochengängige Antibiotika zum Einsatz, die über mindestens sechs Wochen verabreicht werden müssen. Zusätzlich sollte versucht werden, mit Hilfe einer Blutkultur den genauen Erreger zu ermitteln und ein Antibiogramm zu erstellen, um das wirksamtes Antibiotikum zu ermitteln. Sind Pilze an der Spondylitis beteiligt, kommen so genannte Antimykotika zum Einsatz. Starke Schmerzmittel und Entzündungshemmer werden ebenfalls verabreicht. Während der Behandlung muss der Hund absolut ruhig gehalten werden. In Ausnahmefällen kann auch ein chirurgisches Vorgehen notwendig sein.

Wiederholte Röntgenaufnahmen sind notwendig, um den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren.

Prognose

Die Prognose ist günstig, wenn die Behandlung früh eingeleitet wird – also bevor Lähmungserscheinungen o.ä. aufgetreten sind – und der Hund gut auf das Antibiotikum anspricht. Wenn bereits nervale Ausfallerscheinungen aufgetreten sind, verschlechtert sich die Prognose deutlich und die Behandlungsdauer kann mehrere Monate betragen. Infektionen durch Pilze haben eine sehr schlechte Prognose.

Stand: 27.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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