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Hund: Seborrhoe

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Talgfluss, Schmerfluss, Seborrhoea

Unter Seborrhoe versteht man eine übermäßige Talgproduktion der Haut. Gleichzeitig liegt meist ein gestörter Verhornungsprozess vor, der zu vermehrter Schuppenbildung führt.

Ursachen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer primären und einer sekundären Seborrhoe.

Die primäre Seborrhoe ist eine erbliche Hautfunktionsstörung, die bei einigen Hunderassen gehäuft vorkommt. Normalerweise dauert es etwa 3 Wochen bis sich die komplette Haut neu gebildet hat. Bei Hunden mit primärere Seborrhoe scheint dieser Prozess viel schneller abzulaufen.

Die sekundäre Seborrhoe ist eine Folgeerkrankung, die durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden kann. Seborrhoe ist sozusagen ein Symptom dieser Erkrankungen. Folgende Krankheiten können einer sekundären Seborrhoe zugrunde liegen:

Ansteckung

Eine sekundäre Seborrhoe kann durch verschiedene Parasiten (Flöhe, Milben u.v.a.) ausgelöst werden, die von Hund zu Hund übertragen werden können. Allerdings entwickelt nicht jeder Hund bei Parasitenbefall eine Seborrhoe!

Leitsymptom

  • fettige Schuppen

Symptome

Bei einer Seborrhoe kommt es zur Bildung einer stark fettenden und/oder schuppenden Haut. Häufig fällt das Fell aus und die betroffenen Stellen entzünden sich als Folge einer Sekundärinfektion, weil sich Bakterien und Pilze in der fettigen Umgebung gut vermehren können. Viele Tiere haben einen starken Körpergeruch. Hunde mit Seborrhoe können Juckreiz zeigen.

Bei einer primären Seborrhoe treten die ersten Symptome bereits im Welpenalter auf, da es sich um eine angeborene Erkrankung handelt.

Abb. H1DAB0MC
Abb. H1DAB0MC: Deutliche Schuppenbildung bei einer Seborrhoe.

Diagnose

Die Diagnose Seborrhoe kann durch eine klinische Untersuchung relativ leicht gestellt werden. Wird eine primäre Seborrhoe vermutet, sollten Biopsien genommen werden. Ist eine sekundäre Seborrhoe wahrscheinlich, muss die Suche nach der Grunderkrankung mittels spezieller Blutuntersuchungen, Allergiediagnostik oder Hormontests eingeleitet werden.

Behandlung

Eine angeborene, primäre Seborrhoe ist nicht heilbar und erfordert eine lebenslange symptomatische Behandlung. Dabei können entfettende, feuchtigkeitsspendende oder auch schuppenlösende Shampoos helfen – je nachdem welche Hautstörung vorliegt. Auch andere Medikamente können zum Einsatz kommen.

Bei der Behandlung einer sekundären Seborrhoe kann den Hunden ebenfalls mit den genannten Shampoos Erleichterung verschafft werden, in erster Linie gilt es aber die Grunderkrankung zu ermitteln und zu behandeln. Nur dadurch kann das Hautbild langfristig verbessert werden. Wenn der Hund beispielsweise eine allergische Reaktion auf Milben zeigt, so muss der Milbenbefall entsprechend behandelt werden.

Liegt gleichzeitg eine Sekundärinfektion mit Bakterien oder Pilzen vor, muss diese ebenfalls antibiotisch oder antimykotisch behandelt werden.

Prognose

Die Prognose hängt stark von der Ursache der Seborrhoe ab: Nur wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt werden kann, kann auch die Behandlung der Seborrhoe erfolgreich sein.

Vorbeugung

Hunde, die an primärer Seborrhoe leiden, müssen von der Zucht ausgeschlossen werden!

Tipps

Bei der Anwendung von Shampoos ist es wichtig, die Einwirkzeit genau zu beachen! Viele Shampoos entfalten nur eine Wirkung, wenn sie mindestens 10 Minuten einziehen können. Auch die Länge der "Ausspülzeit" kann wichtig sein! Achten Sie deshalb genau auf die Packungsanweisung.

Stand: 27.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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17.08.2014: Nelson
Da stimme ich voll zu, unser Hund leidet auch an Seborrhoe, wir wussten auch nicht genau, was es war, diese Seite ist wirklich die informativste, die auch Laien alles verständlich erklärt ...
22.02.2014: vonundzufrau
Dieser Artikel über die Seborrhoe ist mit Abstand der beste und informativste, den ich jemals gelesen habe.
Wenn es vielleicht auch nicht gefällt: Und besser, als jede Information vom Tierarzt.
Ich habe einen Hund aus Rumänien, der seit 5 Jahren wirklich unbeschreiblich leidet und natürlich bin ich stark mit betroffen. Zwei dicke Bücher könnte ich schreiben!
In diesem Artikel l e s e ich erstmals, das sowohl Parasiten-
als auch Pilzbefall eine Rolle spielen. Ich hatte es in unseren qualvollen Jahren längst herausgefunden, aber niemand glaubte mir. Weil die Hunde (2 aus dem Tierschutz und mit Seborrhoe übernommen) oberflächlich gepflegt aussahen und sich deshalb keine Entzündungen ausbreiteten, wollte man nichts davon wissen.
Haut- und Unterwolle interessiert nicht.
Inzwischen haben wir keine intakte Haut- und auch keine intakte Haarzelle mehr. Aber Gott sei Dank einen TA, der uns nun professionell begleitet.

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