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Hund: Schilddrüsentumoren

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Schilddrüsengeschwulst

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist ein Hormon produzierendes Organ. Sie liegt beidseits neben der Luftröhre (Trachea). Eine gesunde Schilddrüse ist so klein, dass man sie weder sehen noch tasten kann. Die Funktion der Schilddrüse besteht in der Produktion, Speicherung und Ausscheidung von Schilddrüsenhormonen. Durch die Ausschüttung dieser Hormone wirkt die Schilddrüse auf fast alle Organsysteme ein: Schilddrüsenhormone beeinflussen Wachstum, Stoffwechsel, Organentwicklung und Nervensystem. Gesteuert wird die Schilddrüse durch übergeordnete Zentren im Gehirn, über die so genannte Hypophysen-Hypothalamus-Schilddrüsenachse.

Schilddrüsentumoren zählen zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Halsbereich des Hundes.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Schilddrüsentumoren sind bisher ungeklärt. Verschiedene Faktoren werden unter Fachleuten diskutiert, dazu gehören u.a. eine übermäßige Zufuhr von Jod mit der Nahrung, ionisierende Strahlen oder Genmutationen. Schilddrüsentumoren treten gehäuft ab dem 10. Lebensjahr auf. Einige Hunderassen sind von Schilddrüsentumoren gehäuft betroffen.

Leitsymptom

  • Kropfbildung

Symptome

Die meisten Hunde werden wegen einer Umfangsvermehrung an der Unterseite des Halses in der tierärztlichen Praxis vorgestellt, man bezeichnet dies in der Fachsprache als Kropf. Bei sehr großen Umfangsvermehrungen kann das Tumorgewebe auf die Luft- und Speiseröhre drücken und dadurch Würgen, Husten, verändertes Bellen oder Atemnot hervorrufen. Einige Hund haben Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und magern ab.

Etwa 40% aller Schilddrüsentumoren sind hormonell aktiv, d.h. sie nehmen Einfluss auf die Produktion der Schilddrüsenhormone. In diesen Fällen können zusätzlich zusätzlich noch Symptome einer Schilddrüsenüber- oder unterfunktion auftreten.

Diagnose

Die Diagnose Schilddrüsentumor wird durch den Tastbefund und eine Gewebeentnahme (Biopsie) gestellt. Auch Ultraschall und Röntgen kommen zum Einsatz, um die Größe und die Verteilung des Tumors zu bestimmen. Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums sind häufig zusätzlich sinnvoll, um eventuelle Metastasen sichtbar zu machen. In einigen Spezialkliniken werden, ähnlich wie in der Humanmedizin, auch Szintigraphie oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnostik eingesetzt.

Behandlung

Die Behandlung von Schilddrüsentumoren richtet sich nach der Größe des Tumors, seiner Ausbreitung und seiner Invasivität sowie den bereits vorliegenden Symptomen. Solange der Tumor frei verschieblich und nicht mit anderen Geweben verwachsen ist, ist eine chirurgische Entfernung des Tumors angezeigt. Wenn das gesamte Schilddrüsengewebe entfernt wird, müssen die fehlenden Schilddrüsenhormone anschließend lebenslang zugeführt werden. Genauere Informationen dazu finden Sie im Artikel über Schilddrüsenunterfunktion. Zu große oder invasive Tumoren, die bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, können mit Chemotherapie und/oder Strahlenherapie behandelt werden. Diese Behandlungsmaßnahmen werden in Universitäten und Fachkliniken durchgeführt.

Prognose

Bei kleinen, frei verschieblichen Tumoren, die gut entfernt werden können, ist die Prognose gut. Leider sind jedoch über 90% der Schilddrüsentumoren beim Hund bösartig und haben zum Zeitpunkt der Diagnose schon andere Organe angegriffen. Die Prognose ist dadurch leider ungünstig.

Stand: 15.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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