petSpot
enpevetenpevita

Hund: Perinealhernie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Hernia perinealis, Dammbruch

Als Perineum, auch Damm genannt, bezeichnet man beim männlichen Hund den Bereich zwischen Schwanzansatz und Hodensack, bei Hündinnen den Bereich zwischen Schwanzansatz und Vulva. Dieser Bereich ist beim männlichen Hund deutlich länger. Etwa in der Mitte des Damms liegt die Afteröffnung, in die der Enddarm (Rektum) mündet. Der Enddarm ist durch verschiedene Muskelstränge am After befestigt.

Bei einer Perinealhernie handelt es sich um einen Eingeweidebruch (Hernie). Grundsätzliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel. Bei den betroffenen Tieren entsteht ein Spalt zwischen den Muskelsträngen, die den Enddarm umgeben. Durch diesen Spalt, auch Bruchpforte genannt, werden beim Pressen auf Kot Eingeweide nach außen gepresst. In diesen so genannten Bruchsack lagert sich anfangs meist nur Fettgewebe vor. Die Bruchpforte wird jedoch im Verlauf der Erkrankung immer größer, so dass auch Darmabschnitte oder sogar die Harnblase beim Kotabsatz in den Bruchsack gepresst werden können.

Ursachen

Perinealhernien treten fast nur bei unkastrierten Rüden ab dem 5. Lebensjahr auf. Die Erkrankung tritt bei einer Vielzahl von Hunderassen gehäuft auf. Warum hauptsächlich ältere, unkastrierte Rüden an Perinealhernien erkranken, ist bisher ungeklärt. Folgende Faktoren scheinen an der Entwicklung beteiligt zu sein:

  • angeborene oder rassetypische Schwäche des Beckenbodens
  • Hormonstörungen
  • starke Beanspruchung des Beckenbodens durch wiederholte Verstopfungen, Prostatavergrößerung u.ä.
  • nervale Ausfallerscheinungen

Leitsymptom

  • Schwellung am After

Symptome

Bei betroffenen Rüden bilden sich beim Kotabsatz anfangs kleine, später deutliche Vorwölbungen um den After. Diese sind bei langhaarigen Hunderassen jedoch nicht deutlich zu sehen! Bei jedem Pressen auf Kot füllt sich der Bruchsack weiter, da der Enddarm nicht mehr gerade in den Anus mündet. Die Hunde haben dadurch große Schwierigkeiten beim Kotabsatz. Sie pressen häufig vergeblich oder zeigen Schmerzen.

Sehr selten verlagert sich die Blase in den Bruchsack und es bestehen Schwierigkeiten beim Urinabsatz. Der Urin staut sich sehr schnell zurück in die Nieren, ähnlich einer Harnwegsobstruktion. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich.

Diagnose

Die Diagnose einer Perinealhernie wird durch eine sorgfältige rektale Untersuchung gestellt.

Ultraschall oder Röntgen können eingesetzt werden, um die genaue Lage der Blase zu bestimmen, die Größe der Prostata oder auch die genaue Menge der Kotanschoppung.

Behandlung

Grundsätzlich können Perinealhernien konservativ oder chirurgisch behandelt werden.

Bei einer konservativen Behandlung wird versucht, den Kot mit Hilfe von Futterzusätzen möglichst weich zu halten. Dieses Vorgehen ist allerdings nur bei sehr kleinen Dammbrüchen oder Hunden mit einem sehr hohen Narkoserisiko empfehlenswert. Auch der kleinste Bruchsack weitet sich mit der Zeit und so führt eine konservative Behandlung meist nur zu einer Verschleppung des Problems. Und je später eine Operation erfolgt, desto höher ist meist die Rezidivgefahr.

Für einen chirurgischen Eingriff stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung, die alles das Ziel haben, den Bruchsack langfristig zu verschließen bzw. den Damm zu verstärken. Dazu werden entweder eigene Muskelstränge des Hundes verlagert oder auch körperfremde Materialien zur Verstärkung eingesetzt. Gleichzeitig sollten betroffene Hunde immer auch kastriert werden, da dadurch die Rezidivgefahr, also das wiederholte Auftreten eines Dammbruchs, deutlich vermindert wird. Auch bei chirurgisch versorgten Patienten sollte der Kot durch Futterzusätze wie Leinsamen o.ä. dauerhaft weich gehalten werden.

Neben der Behandlung der Hernie müssen auch mögliche Ursachen für die Entstehung der Hernien in die Therapie einbezogen werden, beispielsweise eine Vergrößerung der Prostata.

Prognose

Bei kleineren Perinealhernien ist die Prognose gut. Je größer die Perinealhernie ist und je länger die Veränderungen bereits bestehen, desto schwieriger ist der chirurgische Eingriff und desto höher ist die Rezidivgefahr.

Vorbeugung

Hauptsächlich unkastrierte Rüden im mittleren Alter sind von Perinealhernien betroffen. Durch eine Kastration wird also der Entstehung einer Perinealhernie vorgebeugt.

Tipps

Nach der Operation muss der Hund unbedingt bis zur Entfernung des Nahtmaterials einen Halskragen tragen!

ACHTUNG

Wenn sich die Blase in den Bruchsack vorgelagert hat, besteht akute Lebensgefahr für den Hund. Der Hund bedarf sofortiger tierärztlicher Behandlung!

Stand: 15.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
15.03.2015: Erich
Wer hat die Hernia perinalis bei seinem Hund operieren lassen und mit welchem Ergebnis?

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.