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Hund: Blutohr

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Othämatom

Als Blutohr (Othämatom) bezeichnet man einen Bluterguss zwischen Ohrknorpel und Haut. Meist befinden sich Othämatome an der Innenseite der Ohrmuschel.

Ursachen

Einem Blutohr zugrunde liegt meist eine Entzündung oder ein Fremdkörper im Ohr. Dadurch entstehen Juckreiz oder Schmerzen, die den Hund zum Kratzen, Kopfschütteln oder Reiben an Gegenständen veranlassen. Dabei können kleinere Blutgefäße in der Ohrmuschel verletzt werden: Es kommt zu Einblutungen in den Hohlraum zwischen Ohrknorpel und Haut. Aber auch hormonelle Ursachen werden unter Fachleuten diskutiert.

Leitsymptom

  • Schwellung am Ohr

Symptome

Ein Othämatom zeigt sich als eine Schwellung am Ohr. Beim Abtasten der Schwellung fühlt sich diese weich und flüssig an. Die meisten Othämatome sind für den Hund nicht schmerzhaft. Nur wenige Hunde reagieren empfindlich und dulden keine Berührung.

Abb. FZAXA1Q9
Abb. FZAXA1Q9: Othämatom am Rand einer bereits geschorenen Ohrmuschel.

Diagnose

Die Diagnose eines Blutohrs ist einfach zu stellen. Dann gilt es herauszufinden, warum es zu dem Bluterguss kommen konnte. Eine genaue Untersuchung des Ohres mit einer Ohrlampe (Otoskop) ist dafür notwendig.

Behandlung

Ein Othämatom kann konservativ oder chirurgisch versorgt werden. Neben der Behandlung des Othämatoms muss immer auch das Grundleiden behandelt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel über Ohrenentzündungen.

Konservative Behandlung

Kleinere Blutansammlungen werden mit einer Spritze abgesaugt, evtl. ein Medikament injiziert und ein Druckverband angelegt. Diese Behandlung ist häufig ohne Narkose möglich. Die konservative Behandlung ist wesentlich kostengünstiger als eine chirurgische Behandlung. Sie muss allerdings häufig wiederholt erfolgen, um zum gewünschten Erfolg zu führen.

Chirurgische Behandlung

Größere oder bereits länger bestehende Othämatome müssen unter Narkose chirurgisch behandelt werden. Der Tierarzt öffnet den Bluterguss und spült die Wundhöhle. Anschließend wird die Haut mit dem Ohrknorpel fest vernäht. Dies verhindert, dass erneut Hohlräume entstehen, in die Blut einlaufen kann. Manche Tierärzte nähen ein Polster auf das Ohr auf, um durch den entstehenden Druck einer erneuten Blutansammlung zusätzlich entgegenzuwirken, andere legen für einige Tage einen Kopfverband an. Fäden und Halskragen sollten über mindestens zwei Wochen verbleiben.

Abb. FZAXKDJ0
Abb. FZAXKDJ0: Othämatom.
Patient mit Druckverband nach chirurgischer Versorgung eines Othämatoms.

Prognose

Die Behandlung des Othämatoms erfordert einige Geduld – entweder durch das langwierige Tragen von Verband und Halskragen oder durch ein wiederholtes Auftreten des Blutergusses nach einer konservativen Behandlung. Bei gleichzeitiger Behandlung des Grundleidens ist die Prognose jedoch gut.

Vorbeugung

Kontrollieren Sie regelmäßig die Ohren Ihres Hundes. So können Ohrentzündungen, die häufigste Ursache für die Bildung eines Blutohrs, rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

ACHTUNG

Othämatome sollten immer von einem Tierarzt versorgt werden. Ohne Behandlung erfolgt ein langsamer Abbau des Bluterguss, der durch Vernarbungen zu einer Verformung der Ohrmuschel führt. Es bildet sich ein so genanntes Blumenkohlohr. Ein Blumenkohlohr führt meist zu einer Verengung des Gehörganges und begünstigt dadurch das erneute Entstehen von Ohrenentzündungen.

Stand: 15.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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