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Hund: Morbus Addison

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Addison-Krankheit

Beim Morbus Addison handelt es sich um eine Unterfunktion der Nebennierenrinde, wodurch zu wenig körpereigenes Kortisol gebildet wird.

Die Nebennieren sind kleine Organe, die beidseits neben den Nieren liegen. Sie produzieren verschiedene Hormone, unter anderem auch Kortisol. Kortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das viele Stoffwechselvorgänge reguliert. Die Bildung von Kortisol wird durch das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) gesteuert, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird. Die Hirnanhangsdrüse wiederum wird vom übergeordneten Hypothalamus, einer speziellen Hirnregion, gesteuert. Je weniger Kortisol im Blut vorhanden ist, desto mehr ACTH wird abgegeben, um die Produktion in den Nebennieren zu fördern.

Weitere wichtige Hormone, die in den Nebennieren gebildet werden, sind die so genannten Mineralokortikoide. Diese kontrollieren die Konzentration von Kalium und Natrium im Körper. Bei einer Nebennierenunterfunktion ist die Konzentration der Mineralokortikoiden im Blut zu gering, dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

Ursachen

Ursachen für Morbus Addison sind entweder in der Nebenniere selbst oder in den steuernden Gehirnregionen zu finden.

In den meisten Fällen wird ein Morbus Addison durch eine so genannte Autoimmunerkrankung ausgelöst. Aus bisher unbekannten Gründen erkennt das Abwehrsystem des Körpers das Nierengewebe plötzlich als körperfremd an und produziert Antikörper, die das Gewebe der Nebenniere zerstören. Dadurch können kein Kortisol und keine Mineralokortikoide mehr produziert werden. Erst wenn etwa 90% des Gewebes zerstört sind, treten klinische Symptome auf.

Deutlich seltener zerstören Tumoren oder Infektionen das Hormon bildende Gewebe.

In Einzelfällen können auch langwierige, therapeutische Gaben von Kortison als Injektion, Salbe oder Tabletten einen Morbus Addison auslösen. Der Kortison-Spiegel ist dadurch im Blut hoch, die Nebennieren brauchen nicht zu produzieren und bilden sich deswegen zurück. Die körpereigene Kortisolproduktion nimmt dadurch immer weiter ab. Hört die Behandlung dann plötzlich auf, sind die Nebennieren nicht in der Lage, die Produktion sofort zu übernehmen, und es kommt ebenfalls zur Addison-Krankheit.

Junge bis mittelalte weibliche Hunde erkranken häufiger an Morbus Addison, einige Hunderassen sind gehäuft betroffen.

Symptome

Die Symptome eines Morbus Addison sind unspezifisch und individuell sehr unterschiedlich. Sie entwickeln sich über Wochen bis Monate. Häufig beobachtete Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit
  • starke Müdigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Schwäche
  • Zittern
  • vermehrtes Trinken und vermehrter Harnabsatz

Einige Hunde brechen plötzlich zusammen und entwickeln eine so genannte Addison-Krise: eine Notfallsituation!

Diagnose

Die Symptome eines Morbus Addison sind sehr unspezisch, die Diagnose wird daher über verschieden Blutuntersuchungen gestellt. Zum einen zeigen sich bei Morbus Addison im Blutbild sehr charakteristische Verschiebungen der Blutwerte von Kalium, Natrium, Kalzium und Phosphat. Daneben wird hauptsächlich ein so genannter ACTH-Stimulationstest durchgeführt. Dieser überprüft, ob die Nebenniere zur Produktion von Kortisol angeregt werden kann.

Behandlung

Die Behandlung eines Morbus Addison erfolgt durch den Ersatz der fehlenden Hormone. Sowohl Kortison als auch Mineralokortikoide müssen lebenslang in Tablettenform gegeben werden. Die genaue Dosierung muss ermittelt werden und regelmäßige Blutuntersuchungen sind notwendig, um das Tier richtig „einzustellen“.

Bei einer Addison-Krise muss der Hund meist mehrere Tage stationär aufgenommen und über mehrere Tage stabilisiert werden.

Prognose

Produktionsstörungen der Nebennierenrinde können durch regelmäßige Gabe von Medikamenten meist gut behandelt werden. Leider sind die Medikamente relativ teuer.

ACHTUNG

Durch Aufregung oder Stress kann sich – auch bei bereits gut eingestellten Hunden – der Bedarf an Kortison vervielfachen und zu einer so genannten akuten Addison-Krise führen. Symptome sind Schwäche und Kollaps. Es besteht Schockgefahr. Der Hund muss in diesem Fall sofort tierärztlich behandelt werden.

Stand: 16.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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