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Hund: Milzdrehung

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Milztorsion, Torsio lienis

Die Milz ist ein wichtiges Organ des Abwehrsystems und des Kreislaufsystems. Sie hat eine zungenförmige Gestalt und liegt auf der linken Seite im vorderen Bauchraum zwischen Zwerchfell, Magen und Darmschlingen.

Während der Entwicklung des Hundewelpen im Mutterleib werden in der Milz die roten Blutkörperchen gebildet. Im späteren Leben kann die Milz diese Funktion wieder aufnehmen, wenn hoher Blutbedarf besteht. Außerdem sortiert sie alte und kaputte Blutzellen aus und baut sie ab. Dabei recycelt sie das Eisen. Zusätzlich kann sie ca. 20% des gesamten Blutvolumens speichern und im Notfall, z.B. bei starkem Blutverlust, wieder abgeben.

Die Milz erfüllt auch sehr wichtige Aufgaben bei der Abwehr und Beseitigung von Infektionserregern, sie gehört damit zu den lymphatischen Organen.

Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben wird die Milz sehr stark durchblutet.

Ursachen

Eine Milzdrehung kann sich als Folge einer anderen Erkrankung entwickeln (sekundäre Milzdrehung) oder als eigenständige Erkrankung (primäre Milzdrehung) auftreten:

Sekundäre Milzdrehung: Am häufigsten kommt eine Milzdrehung als Folge einer Magendrehung vor: Die Milz ist über Bänder aus Bindegewebe mit dem Magen verbunden. Wenn sich der Magen dreht, dann zieht er die Milz mit sich. Leichte Lageveränderungen und Drehungen der Milz sind harmlos. Wenn sich die Milz aber um mehr als 270° dreht, werden zuerst die abführenden, bei weiterer Drehung auch die zuführenden Blutgefäße abgeschnürt. Die Milz füllt sich dadurch zunächst weiter mit Blut und wird stark gestaut, es entsteht eine Milzvergrößerung oder Splenomegalie. Flüssigkeit kann aus den gestauten Blutgefäßen austreten und sich in der Bauchhöhle ansammeln. Im weiteren Verlauf stirbt das Milzgewebe ab, da es nicht mehr ausreichend mit frischem Blut versorgt wird. Giftstoffe (Toxine) aus der Milz überschwemmen dann den übrigen Körper.

Primäre Milzdrehung: In seltenen Fällen kann sich die Milzdrehung auch ohne Magendrehung entwickeln. Besonders bei großen Hunderassen sind die Haltebänder der Milz so lang, dass sie sich spontan verlagern kann.

Leitsymptom

  • Schwäche
  • Schock
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • blutiger Harn

Symptome

Die Symptome richten sich nach dem Grad und der Dauer der Verdrehung.

Bei schweren, akuten Verläufen ist die Blutversorgung der Milz vollständig unterbunden. Der erkrankte Hund wird zusehend schwächer und zeigt Schocksymptome wie blasse Schleimhäute, schwache schnelle Atmung und erhöhten Puls. Diese Hunde können plötzlich zusammenbrechen und sterben.

Wenn der Blutfluss der Milz noch teilweise erhalten ist, verläuft die Erkrankung langsamer oder chronisch: Über Tage oder sogar Wochen fallen verminderter Appetit, Schwäche, Erbrechen oder Durchfall und vermehrtes Trinken auf. Der Harn kann Blut enthalten und rötlich gefärbt sein. Bei einigen Tieren ist der Bauchumfang verdickt und sie haben Schmerzen.

Diagnose

Der Tierarzt kann den Bauch des Tieres abtasten und dabei evtl. bereits die vergrößerte Milz fühlen. Als weiterführende Maßnahmen eignen sich zur Diagnosesicherung:

  • Ultraschalluntersuchung des Bauches: Mit dieser Methode lassen sich unter anderem die Milzvergrößerung, gestaute Blutgefäße und der fehlende Blutfluss darstellen.
  • Laboruntersuchung: Veränderungen im Blutbild und im Urin geben Hinweise auf eine Milzdrehung.
  • Röntgen : Auf einem Röntgenbild kann eine vergrößerte Milz sowie Flüssigkeit im Bauchraum dargestellt werden.
  • Probelaparotomie: In unklaren Fällen kann die Bauchhöhle operativ eröffnet werden, um die Ursache der Symptome zu finden.

Behandlung

Bei einer Milzdrehung muss die Milz möglichst schnell chirurgisch entfernt werden, ein Zurückdrehen der Milz in ihre Ursprungslage ist in den meisten Fällen nicht möglich.

Prognose

Ohne Operation endet eine Milzdrehung meistens tödlich.

Die Prognose nach Entfernung der Milz richtet sich danach, wie gut das Allgemeinbefinden des Hundes zum Zeitpunkt der Operation ist. Bei frühzeitiger Operation besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 80% wieder gesund zu werden. Befindet sich der Hund bereits im Schock oder haben sich andere Komplikationen eingestellt, verschlechtert sich die Prognose deutlich.

Nach der Entnahme kommen die Hunde gut ohne Milz zurecht. Sie haben allerdings eine verminderte körperliche Abwehr gegen Infektionserreger und besitzen keinen Blutspeicher mehr.

Vorbeugung

Vorbeugemaßnahmen entsprechen denen bei der Magendrehung: Hunde sollen keine zu großen Mahlzeiten einnehmen und nach dem Fressen mindestens eine Stunde Ruhe haben.

Tipps

Nach einer Operation ist es unbedingt notwendig, dass bis zum vollständigen Abheilen der Wunde (also bis zum Ziehen der Fäden nach etwa 10 Tagen) ein Halskragen getragen wird, um den Hund am Lecken der Narbe zu hindern. Die Maulhöhle ist nämlich sehr stark mit Bakterien besiedelt. Wenn das Tier an der Naht leckt, wird das Zusammenwachsen des Gewebes verhindert und die Bakterien aus der Maulhöhle können leicht in den Organismus eindringen. Dadurch verzögert sich die Heilung oder es wird sogar eine Nachoperation notwendig. Besonders stark ist der Drang zu lecken einige Tage nach der Operation, wenn der Heilungsprozess einsetzt und die Wunde zu jucken beginnt. Halskragen finden die Hunde meist nur eine kurze Zeit lästig und gewöhnen sich – im Gegensatz zum Besitzer – recht schnell daran. Beim Fressen kann der Halskragen zur Not kurz entfernt werden, aber nur unter Beobachtung! Auch so genannte Bauchanzüge kommen seit einiger Zeit erfolgreich zur Anwendung.

Abb. H2U4GJSK
Abb. H2U4GJSK: Halskragen.

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Stand: 16.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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29.03.2014: blauerengel78
halloo.. mein jacky rüde ging es seit tagen schlecht mein ta hat das auf eine grippe geschoben..aber es besserte sich nix an seinem zustand ich hab dann den ta gewechselt und der hat ihn gleich geröngt und festgestellt das da wohl ein fremdkörper im darm ist er bekam abführmittel aber nix tat sich am 26 märz wurde er dann notfall operiert und es stellt sich raus das mein kleiner eine milzverdrehung hatte die milz war schon abgestorben der darm schon etwas blau der ta sagt das er es schaffen könnte man müsse mit allem rechnen und siehe da nach 2 std stand mein kleiner schon wieder der darm funktioniert auch wieder.. hin und wieder ist ihm noch übel und es dauert lange bis er sich davon erholt weil es schon sehr knapp um ihn stand..hat jemand vielleicht erfahrungen damit ?
06.06.2013: mikki
meinem Hund ging es nach 2 tagen der op gut(magen-milzdrehung)dann hatte sie eine Unterzuckerung aus der sie ,ich weiss nicht warum nicht wieder rauskam,und starb dann innerhalb weniger Sekunden.ich weiss nicht ob da alles optimal gelaufen ist,hat da jemand Erfahrung?

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