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Hund: Malasseziabefall

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Malasseziendermatitis

Ursachen

Malassezien sind Pilze, die auch beim gesunden Hund auf der Haut und im Gehörgang vorkommen. Auch in Analdrüse, Vagina und Rektum findet sich diese Pilz-Gattung.

Zu einer explosionsartigen Vermehrung von Malassezien kommt es, wenn die Haut beispielsweise durch Infektionen, Allergien oder Seborrhoe vorgeschädigt ist. Feucht-warmes Wetter und häufiges Baden begünstigen ebenfalls die Vermehrung der Pilze. Malassezien treten auch häufig bei lang anhaltenden Ohrentzündungen (Otitiden) in Erscheinung und führen dort zu langwierigen Heilungsprozessen.

Einige Hunderassen leiden besonders häufig an Hauterkrankungen durch Malassezien.

Leitsymptom

  • Hautentzündungen

Symptome

Die Hautveränderungen durch Malassezien sind – wie bei fast allen Hauterkrankungen – eher unspezifisch und können neben Rötungen, Pusteln, Schuppen und Kratzwunden ganz verschiedene Arten von Defekten aufweisen. Die Haut färbt sich in den betroffenen Bereichen häufig dunkel, man spricht von einer so genannten Hyperpigmentation. Meist besteht Juckreiz und im Verlauf der Erkrankung entsteht häufig hochgradiger Haarausfall. Die Analbeutel, Hautfalten und die Haut zwischen den Zehen sind sehr häufig betroffen, da dort immer eine gewisse Feuchtigkeit und wenig Luftzirkulation herrschen.

Diagnose

Mit Hilfe eines Hautgeschabels können die Pilze unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Dabei werden die obersten Hautschichten mit einem Skalpell abgekratzt, eventuell angefärbt und unter dem Mikroskop betrachtet. Es bleibt jedoch zu beachten, dass Malassezien normale Bewohner der gesunden Haut sind und nur das Vorkommen vieler Malassezien für eine Erkrankung spricht.

Abb. GF11Q2BS
Abb. GF11Q2BS: Malassezia unter dem Mikroskop.

Behandlung

Vor der Behandlung des eigentlichen Malasseziabefalls ist es wichtig, die Ursache für die Vermehrung der Pilze herauszufinden. Nur wenn die Grunderkrankung ebenfalls behandelt wird, kann die Therapie gegen Malassezien erfolgreich sein.

Grundsätzlich sind lokale Behandlungen mit einem Anti-Pilzmittel (Antimykotikum) möglich. Wichtig ist dabei, dass die Haut und auch das umliegende Haarkleid gründlich durchnässt sind und die Lösung über mindestens 10 Minuten einwirken kann.

Die Gabe von systemisch wirkenden Tabletten gegen Pilzinfektionen ist jedoch häufig ebenfalls notwendig. Bei Infektion des Gehörganges oder der Analbeutel ist es nämlich sehr schwierig, alle infizierten Bereiche mit einem lokal wirkenden Medikament zu erreichen.

Egal welche Therapie gewählt wird: Sie dauert mindestens 3 Wochen.

Prognose

Wenn die Grunderkrankung wirkungsvoll bekämpft wird, sind Malassezien eigentlich gut zu therapieren. Häufig kommt es jedoch zu einem erneutem Krankheitsausbruch, da die Behandlung aufgrund vermeintlicher Heilung zu früh abgebrochen wird.

Stand: 16.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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