petSpot
enpevetenpevita

Hund: Leptospirose

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Stuttgarter Hundeseuche, Weil-Krankheit

Leptospirose wird durch die weltweit vorkommenden Bakterien Leptospiren hervorgerufen. Es gibt verschiedene Untergruppen von Leptospiren, die bei Tieren und bei Menschen unterschiedliche Symptome hervorrufen. Besonders Ratten, Mäuse und Wildschweine tragen zur Verbreitung der Bakterien bei.

Leptospirose-Erkrankungen sind viele Jahre nur sehr selten aufgetaucht, in letzter Zeit häufen sich die Krankheitsfälle jedoch wieder. Ursache hierfür kann einerseits eine gewisse "Impfmüdigkeit" sein, aber auch eine Veränderung der Bakterien und ein damit nicht mehr wirkungsvoller Impfschutz wird diskutiert. Da es sich bei Leptospirose um eine Zoonose handelt, ist besondere Vorsicht geboten!

Ursachen

Leptospiren können direkt bei engem Kontakt von Tier zu Tier oder auf den Menschen übertragen werden. Dies kann beispielsweise durch Bisse, bei der Paarung oder über die Mundschleimhaut erfolgen. Infizierte Tiere scheiden die Bakterien anschließend hauptsächlich mit dem Urin aus. Da die Leptospiren auch durch die intakte Schleimhaut dringen können, werden durch den Urin infizierter Tiere verunreinigtes Badewasser oder Pfützen ebenfalls zum Infektionsort. Menschen sollten sich bei der Gartenarbeit deswegen mit Handschuhen schützen und anschließend gründlich die Hände waschen.

Nach der Infektion vermehren sich die Bakterien in den Schleimhäuten und im Blut und dringen von dort in verschiedene Organe ein. Die Vermehrung in den einzelnen Organen führt dort zu Entzündungsreaktionen. Je nachdem welches Organ von den Bakterien befallen ist, treten im Durchschnitt nach einer Inkubationszeit von 7 Tagen unterschiedliche Symptome auf.

Viele Hunde scheiden die Bakterien aus, ohne selbst Symptome zu zeigen, es liegt dann eine so genannte stumme Infektion vor. Diese Tiere führen unbemerkt zu einer starken Verbreitung der Erkrankung.

Leptospirose betrifft Hunde aller Altersgruppen, aber besonders ungeimpfte Junghunde erkranken schwer.

Leitsymptom

  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit

Symptome

Je nach Abwehrlage des Hundes und Art der Leptospiren treten u.a. folgende Symptome in unterschiedlicher Ausprägung auf: Teilnahmslosigkeit, fehlender Appetit, Erbrechen, Atembeschwerden, Durchfall, Bauchschmerzen, Bewegungsunlust, Lahmheiten, Bindehautentzündungen, Fieber, blasse Schleimhäute oder punktförmige Blutungen auf den Schleimhäuten. Aber auch plötzliche Todesfälle können auftreten. Daneben werden besonders Nieren und Leber von Leptospiren angegriffen.

  • Niere: Durch Wassereinlagerung kommt es zu Nierenschwellungen und Durchblutungsstörungen. Die Funktion der Nieren wird gestört und die Ausscheidung von Giftstoffen dadurch vermindert. Diese Nierenschäden können nach einigen Wochen ausheilen oder zu einer vollständigen und damit tödlichen Niereninsuffizienz führen.
  • Leber: Durch die Entzündung der Leber (Hepatitis) ist ihre Funktion gestört. Blutfarbstoffe, die in der Leber normalerweise abgebaut werden, werden vermindert ausgeschieden. Diese Blutfarbstoffe führen zu Gelbfärbung der Schleimhäute, der Haut und der Lederhaut des Auges (Ikterus). Langfristig kommt es durch eine chronische Hepatitis zu einem Umbau des eigentlichen Lebergewebes in Bindegewebe (Leberfibrose, Leberzirrhose).

Abb. GBUOSO0N
Abb. GBUOSO0N: Starke Gelbsucht.
Die Leberentzündung hat bei diesem Hund zu einer deutlich sichtbaren Gelbsucht geführt.

Diagnose

Zum Nachweis einer Infektion mit Leptospiren stehen verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen zur Verfügung, die in einigen Fällen wiederholt erfolgen müssen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Dies ist wichtig, da auch genesene Hunde weiter Bakterien ausscheiden können und für den Menschen ein Infektionsrisiko darstellen. Mit Hilfe von Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen können die Veränderungen in Leber, Niere und auch der Lunge dargestellt werden.

Behandlung

Grundsätzlich sind Hunde mit einer Leptospirose-Infektion Intensivpatienten, deren Behandlung aus zwei Säulen besteht:

Einerseits gilt es, die Bakterien abzutöten und an ihrer Verbreitung im Körper und in der Außenwelt zu hindern. Diese so genannte ätiologische Behandlung wird mit Hilfe von Antibiotika durchgeführt. Mit der Behandlung sollte bereits beim Verdacht auf eine Infektion mit Leptospiren begonnen werden, da die Ansteckungsgefahr für den Menschen groß ist.

Zusätzlich gilt es, durch eine so genannte symptomatische Behandlung bestehende Symptome wie Erbrechen und Durchfall zu lindern. Dies geschieht in erster Linie durch die Gabe von Flüssigkeit und Nährstoffen durch Infusionen. Auch Schmerzmittel müssen häufig verabreicht werden. In einigen Fällen können auch Bluttransfusionen notwendig sein. Viele weitere Therapiemaßnahmen können notwendig werden, diese hängen im Einzelfall vom Schweregrad der Symptome und den Komplikationen durch Leber- und Nierenschäden ab.

Nach Abschluss der Behandlung muss unbedingt kontrolliert werden, ob der Hund wirklich keine Leptospiren mehr ausscheidet, da er sonst zur Verbreitung der Krankheit beiträgt.

Prognose

Die Prognose ist bei jungen Hunden sehr schlecht, bei erwachsenen Hunden überleben ca. 50% bei rechtzeitig einsetzender Behandlung. Viele Hunde behalten als Spätschaden eine chronische Niereninsuffizienz zurück.

Vorbeugung

Gegen Leptospirose kann erfolgreich geimpft werden! Der Bundesverband praktizierender Tierärzte empfiehlt die erste Impfung im Alter von 8 Wochen, eine Wiederholungsimpfung 4 Wochen später. Anschließend werden jährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen.

Hier finden Sie eine Übersicht zu den Impfungen.

ACHTUNG

Leptospirose ist eine Zoonose, d.h. es besteht Ansteckungsgefahr für den Menschen! Es ist sehr wichtig, die Leptospirose eindeutig zu diagnostizieren, da die Hunde wieder gesund sein können, aber trotzdem für den Menschen gefährliche Leptospiren ausscheiden.

Stand: 03.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.