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Hund: Legg-Calvé-Perthes-Krankheit

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Aseptische Femurkopfnekrose

Das Hüftgelenk wird von zwei Knochen gebildet: Dem Hüftknochen und dem Oberschenkelknochen. Der Hüftknochen bildet die so genannte Gelenkpfanne (Acetabulum), in der sich der Kopf des Oberschenkelknochens (Femur) bewegt. Bei einem gesunden Hüftgelenk ist der Oberschenkelkopf mit Hilfe von Bändern, Sehnen und Muskeln in der Gelenkpfanne fest verankert.

Die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit (aseptische Femurkopfnekrose) ist eine Wachstumsstörung des Oberschenkelkopfes.

Ursachen

Die Legg-Calve-Perthes-Krankheit entsteht durch eine Durchblutungsstörung: Teile des Oberschenkelkopfes werden nicht ausreichend mit Blut versorgt und sterben ab. Der Knochen verliert dadurch an Stabilität und der Oberschenkelhals und -kopf können der Belastung nicht mehr standhalten. Der Knochen verändert seine Form und kann brechen. Der auf dem Oberschenkelkopf liegende Gelenkknorpel wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, es entstehen Arthrosen. Die gesamte Bewegung des Gelenks ist stark eingeschränkt und für den Hund sehr schmerzhaft.

Warum die Durchblutung des Oberschenkelkopfes gestört ist, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Infektionen, Verletzungen, Ernährung und auch genetische Ursachen wurden bisher diskutiert, konnten jedoch nicht eindeutig als Auslöser identifiziert werden. Es erkranken fast ausschließlich Toy- und Miniaturrassen im Alter zwischen 4 und 11 Monaten. In den meisten Fällen tritt die Durchblutungsstörung einseitig auf, nur in etwa 15% der Fälle sind beide Seiten des Hüftgelenks betroffen.

Leitsymptom

  • Lahmheit

Symptome

Typischerweise treten Lahmheit und Schmerzen auf. Einige Hunde sind dauerhaft lahm und stehen praktisch auf drei Beinen. Bei anderen Hunden berichten die Tierhalter, dass der Hund über einen längeren Zeitraum immer mal wieder lahm war. Bei diesen Patienten besteht meist bereits ein deutlicher Rückgang der Muskulatur an der betroffenen Gliedmaße, da das Bein insgesamt weniger belastet wurde. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Symptome umso deutlicher sind, je weiter die Veränderungen im Hüftgelenk bereits fortgeschritten sind.

Diagnose

Die klinischen Symptome sowie eine orthopädische Untersuchung erlauben eine Verdachtsdiagnose, die über Röntgenaufnahmen gesichert wird.

Abb. H207X5UF
Abb. H207X5UF: Legg-Calvé-Perthes-Krankheit vor der Operation.
Das Röntgenbild zeigt deutliche Veränderungen am Oberschenkelkopf, verlgeichen Sie zur Verdeutlichung die andere Seite.

Behandlung

Durch eine konservative Behandlung, also Schonung und entzündungshemmende Medikamente, erfolgt meist nur eine kurzzeitige Besserung. Um dem Hund langfristig Schmerzen zu nehmen, wird besonders bei kleinen Hunderassen meist eine Femurkopfresektion durchgeführt. Dabei wird der gesamte Oberschenkelkopf chirurgisch entfernt. Das Hüftgelenk wird nach Entfernung des Oberschenkelkopfs zuerst nur durch die Muskulatur stabilisiert, später bildet sich durch Bindegewebe ein so genanntes Scheingelenk. Die meisten Hunde können sich im Anschluss an diesen Eingriff vollkommen normal bewegen. Bei größeren Hunden muss unter Umständen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden, da mehr Gewicht getragen werden muss.

Sowohl nach einer Femurkopfresektion als auch nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks ist es wichtig, den Heilungsprozess durch intensive Physiotherapie zu unterstützen. Dazu gehören passive Bewegung des Gelenks, Massagen und Training auf einem Unterwasserlaufband.

Abb. H208FW3B
Abb. H208FW3B: Legg-Calvé-Perthes-Krankheit nach erfolgter Operation.
Das Bild zeigt den gleichen Hund nach Entfernung des Oberschenkelkopfes (Femurkopfresektion). Der schmerzhafte Kontakt zwischen Hüfte und Hintergliedmaße wird dadurch verhindert.
Abb. H208IXZB
Abb. H208IXZB: Hautwunde einige Tage nach Durchführung einer Femurkopfresektion.

Prognose

Die Prognose ist besonders bei kleinen und mittelgroßen Hunden günstig, vor allem wenn die Femurkopfresektion durchgeführt wird bevor an der betroffenen Gliedmaße Muskelschwund aufgetreten ist. Allerdings ist der Heilungsprozess langwierig: Erst nach 6 – 12 Monaten laufen die meisten Hunde wieder beschwerdefrei. Bei großen Hunden ist die Prognose etwas schlechter.

Vorbeugung

Hunde die an einer aseptischen Femurkopfnekrose leiden, müssen von der Zucht ausgeschlossen werden!

Stand: 10.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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