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Hund: Läufigkeitsunterdrückung

Allgemeines

Junge Hündinnen werden im Allgemeinen im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten geschlechtsreif und damit das erste Mal läufig. Entscheidend für das Auftreten der ersten Läufigkeit ist das Erreichen des erwachsenen Körpergewichts. Dieses Gewicht erreichen Hündinnen kleiner Rassen im Durchschnitt wesentlich früher, also bereits mit sechs Monaten, während bei großwüchsigen Hündinnen die erste Läufigkeit eher ein halbes Jahr später auftritt. Durchschnittlich kommt es anschließend alle sechs Monate zu einer Läufigkeit, in Einzelfällen treten auch eine oder drei Läufigkeiten im Jahr auf.

Die Läufigkeit der Hündin dauert etwa drei Wochen. Zu Beginn der Läufigkeit tritt blutiger Ausfluss auf. Um den 10. bis 14. Tag – individuell unterschiedlich – ist die Hündin deckbereit, d.h. interessierte Rüden werden nicht mehr weggebissen. Zu diesem Zeitpunkt ist der anfänglich blutige Ausfluss fleisch-wasserfarbig bis wässrig geworden. Die Menge des Ausflusses lässt im Verlauf der Läufigkeit immer weiter nach.

Viele Besitzer scheuen die mit der Läufigkeit verbundenen Schwierigkeiten wie Belästigung durch Rüden, Verschmutzung der Wohnung durch Bluttropfen sowie die Gefahr einer Trächtigkeit.

Grundsätzlich ist es mit Hilfe von Hormonen möglich, die Läufigkeit langfristig zu unterdrücken. Auch eine Verschiebung der Läufigkeit um einige Tage oder Wochen sowie eine Unterbrechung einer bereits begonnenen Läufigkeit sind möglich. Dazu werden künstlich hergestellte Progestagene, die den Effekt von Progesteron nachahmen, eingesetzt. Sie werden meist injiziert.

Die hormonelle Läufigkeitsunterdrückung muss jedoch unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zyklus der Hündin durchgeführt werden, um Nebenwirkungen weitestgehend zu vermeiden. Daher ist es notwendig, mindestens eine, aber noch besser zwei Läufigkeiten abzuwarten, um den optimalen Zeitpunkt für die erste Injektion bestimmen zu können. Je nach Produkt muss alle drei bis sechs Monate die Injektion des Hormons wiederholt werden, um eine Läufigkeit langfristig zu unterdrücken.

Mögliche Komplikationen durch hormonelle Läufigkeitsunterdrückung sind:

  • Gesäugetumoren: Einige Progestagene erhöhen das Auftreten von gutartigen Mammatumoren.
  • Veränderungen des Fells: An der Injektionsstelle des Hormons kann es zu Haarausfall und starker Pigmentierung der Haut kommen. Bei kurzhaarigen Hündinnen, die für Ausstellungen genutzt werden, kann dieser Schönheitsfehler problematisch sein.
  • Diabetes mellitus: Die Behandlung mit Hormonen aus der Gruppe der Progestagene kann zu Diabetes mellitus führen.

Grundsätzlich ist eine Kastration einer langfristigen, hormonellen Läufigkeitsunterdrückung immer vorzuziehen.

Achtung

Hündinnen, die zur Zucht verwendet werden, sollten grundsätzlich nie mit Hormonen zur Läufigkeitsunterdrückung behandelt werden.

Stand: 10.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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