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Hund: Histiozytäres Sarkom

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Maligne Histiozytose

Unter dem Sammelbegriff histiozytäre Erkrankungen werden gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Neubildungen (Tumoren) aus Histiozyten zusammengefasst. Histiozyten sind Zellen des Abwehrsystems, die in allen Organen vorhanden sind und als so genannte „Fresszellen“ körperfremde Substanzen aufnehmen und unschädlich machen können. Bei einer Histiozytose kommt es zu einer krankhaften Vermehrung dieser Zellen in einzelnen oder auch mehreren Organen. Es können sich Knoten oder Massen in teilweise beträchtlicher Größe bilden.

Grundsätzlich unterscheidet man bei den histiozytären Erkrankungen verschiedene Formen:

Bei dem hier beschriebenen histiozytären Sarkom wird wiederum in eine lokale, also örtlich begrenzte, und eine multizentrische oder disseminierte Form, die sich auf den gesamten Organismus ausbreiten kann, unterschieden. Die lokale Form äußert sich durch Tumoren in der Haut und Unterhaut. Diese neigen zur Bildung von Metastasen in verschiedene Lymphknoten. Weitaus aggressiver ist jedoch die disseminierte Form des histiozytären Sarkoms, die hier ausführlich besprochen wird.

Ursachen

Beim disseminierten histiozytären Sarkom, auch maligne Histiozytose genannt, kommt es zu einer krankhaften Vermehrung von Histiozyten („Fresszellen“) in verschiedenen Organen. Warum sich diese Zellen plötzlich stark vermehren, ist bisher ungeklärt. Betroffen sind häufig Hunde im mittleren Lebensalter zwischen 4 und 8 Jahren. Bei Berner Sennenhunden konnte eine erbliche Veranlagung nachgewiesen werden, aber auch Flat Coated Retriever, Rottweiler und Golden Retriever erkranken gehäuft.

Symptome

Die Symptome eines histiozytären Sarkoms sind selten eindeutig. Häufig werden anfangs zunächst eher unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit, Abmagerung, Teilnahmslosigkeit und Fieber beobachtet. Je nach Lage und Ausmaß der vermehrten Zellen werden zusätzlich verschiedene Organe in ihrer Funktion eingeschränkt und entsprechende Symptome sichtbar. Bei Neubildungen in der Lunge kommt es beispielsweise zu Atemnot und Husten. Auch Lähmungen oder Lahmheiten können auftreten, wenn Gelenke und Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden.

Diagnose

Bei der klinischen Untersuchung des Hundes fallen meist bereits vergrößerte Lymphknoten sowie Leber- und Milzschwellungen auf. Bei Blutuntersuchungen ist das gesamte Blutbild meist stark verändert und die Hunde leiden an Blutarmut (Anämie).

Mit Hilfe von Röntgenbildern oder Ultraschalluntersuchungen können die Tumoren häufig sichtbar gemacht werden. Eine endgültige Diagnose kann jedoch nur durch eine so genannte Biopsie gestellt werden. Dazu muss es aber möglich sein, Zellen mit Hilfe einer dünnen Nadel aus einem der Tumoren zu gewinnen. Diese werden dann histologisch untersucht. Je nach Art und Veränderung der Zellen kann dann eine genaue Zuordnung des Tumors erfolgen.

Behandlung

Disseminierte histiozytäre Sarkome sind nicht behandelbar. Es kann lediglich versucht werden, mit einer so genannten symptomatischen Therapie die Lebensqualität des Hundes möglichst lange zu erhalten.

Prognose

Die Lebenserwartung von Hunden mit histiozytären Sarkomen ist gering, sie beträgt meist nur wenige Monate nach der Diagnosestellung. Wenn die klinischen Symptome, wie beispielsweise Atemnot, sehr stark sind, sollte eine Einschläferung in Erwägung gezogen werden.

Vorbeugung

Da einige Rassen gehäuft an histiozytären Sarkomen erkranken, wird derzeit versucht, das Auftreten durch züchterische Maßnahmen einzuschränken. Es liegen jedoch noch keine Ergebnisse vor.

Stand: 11.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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