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Hund: Herbstgrasmilben

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Trombicula, Herbstlaus, Neotrombicula autumnalis

Herbstgrasmilben sind so genannte Ektoparasiten und gehören zu den Spinnentieren. Sie durchlaufen in ihrer Entwicklung verschiedene Stadien: Aus dem Ei wird über ein Larven- und ein bis zwei Nymphenstadien eine ausgewachsene Milbe. Während dieser Entwicklung muss die Larve einen Warmblüter stechen.

Ursachen

Herbstgrasmilbenlarven leben eigentlich im Erdboden oder in verrottetem Pflanzenmaterial, benötigen jedoch für ihre Entwicklung die Lymphe eines Säugetieres. Neben Hunden werden auch Menschen, Mäuse und Katzen bevorzugt befallen. Erwachsene Milben legen ihre Eier auf dem Boden ab. Diese Eier entwickeln sich dort zu Larven und saugen sich an vorbeilaufenden Hunden fest. Nachdem sie einige Stunden oder Tage Lymphe gesaugt haben, lassen sie sich fallen und entwickeln sich weiter zur erwachsenen Milbe.

In Mitteleuropa treten Herbstgrasmilben besonders in den Monaten Mai bis Oktober auf. Bei Menschen wird der Befall mit Herbstgrasmilben als Erntekrätze bezeichnet.

Abb. GBW987ST
Abb. GBW987ST: Larve einer Herbstgrasmilbe, mikroskopische Ansicht.

Ansteckung

Eine Infektion mit Herbstgrasmilben kann nur direkt erfolgen, d.h. die Larve der Milbe geht direkt vom Erdboden auf den Hund oder auf den Menschen über. Eine Infektion von Hund zu Mensch oder von Hund zu Hund ist nicht möglich.

Leitsymptom

  • Juckreiz

Symptome

Herbstgrasmilben führen zu starkem Juckreiz. Beim Hund sind besonders die Zehenzwischenräume, die Spürhaare oberhalb der Augen, die Ohren und der Leistenbereich betroffen. Um den Juckreiz zu lindern, beißen oder kratzen die Hunde an den befallenen Stellen. Erst dadurch entstehen Hautrötungen und Entzündungen, so genannte Sekundärinfektionen. Zu Beginn der Erkrankung sind die Herbstgrasmilben als leuchtend, orange farbene Punkte gut zu erkennen.

Diagnose

Die Diagnose wird durch den direkten Nachweis der Parasiten auf dem Hund gestellt. Da die Milben jedoch nur wenige Tage saugen und die Symptome auch erst nach dem Abfallen entstehen können, kann die Diagnosestellung schwierig sein. Während die Herbstgrasmilben saugen, sind sie als rötlich-orange Punkte sichtbar. Wenn bereits Hautentzündungen vorliegen, werden die Milben jedoch durch Krusten o.ä. überdeckt.

Abb. FZ59WIXB
Abb. FZ59WIXB: Herbstgrasmilben im Augenwinkel.

Abb. FZ59YRPR
Abb. FZ59YRPR: Herbstgrasmilben an der Pfote.

Behandlung

Derzeit ist kein Mittel in Deutschland erhältlich, das für eine Behandlung gegen Herbstgrasmilben zugelassen ist. Verschiedene Wirkstoffe gegen andere Milben-Arten wirken jedoch auch gegen Herbstgrasmilben, Ihr Tierarzt wird Sie entsprechend beraten. Diese stehen als Shampoo, Spot-on-Präparat oder Spray zur Verfügung. Es ist genau den Anweisungen des Tierarztes zu folgen, um erfolgreich zu therapieren. Bei starken Sekundärinfektionen können zusätzlich Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Auch Medikamte gegen Juckreiz finden Anwendung.

Prognose

Die Behandlung stellt im Allgemeinen kein Problem dar. In hartnäckigen Fällen muss auch eine Behandlung der Lieblingsplätze des Hundes erfolgen. Normales Waschen von Decken o.ä. in der Waschmaschine ist ausreichend. Es gibt auch ein Mittel zur Behandlung befallener Rasenflächen.

Vorbeugung

Die meisten Präparate gegen Flöhe und Zecken bieten auch einen wirkungsvollen Schutz gegen Herbstgrasmilben.

Stand: 11.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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