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Hund: Hepatitis contagiosa canis

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Hcc, ansteckende Leberentzündung, Rubarth-Krankheit

Hepatitis contagiosa canis, die ansteckende Leberentzündung der Hunde, wird durch ein Virus, das canine Adenovirus-1 (CAV-1) übertragen. Die Krankheit endet häufig tödlich. Als Folge wirksamer und umfassender Impfmaßnahmen wird Hcc heute nur noch selten diagnostiziert. Man vermutet aber, dass unerkannte Infektionen zu chronischen Leberentzündungen führen können.

Ursachen

Das Virus wird von infizierten Hunden mit dem Speichel, dem Harn und dem Kot ausgeschieden. Andere Tiere nehmen das Virus dann direkt mit dem Maul oder der Nase auf. Auch eine Ansteckung der Welpen im Mutterleib ist möglich.

Das Virus wandert zuerst in Organe des Abwehrsystems, wie Mandeln und Lymphknoten. Dort vermehrt es sich über vier Tage und schwärmt dann auf dem Blutweg in den gesamten Organismus aus (Virämie). Meistens siedelt sich das Virus in der Leber und in den Wänden der Blutgefäße an, aber auch Nieren, Augen und andere Organe können befallen werden.

Besonders junge Hunde, die ungeimpft sind oder ein geschwächtes Abwehrsystem haben, erkranken schwer an Hcc.

Ansteckung

Das Virus wird ab dem 5. Tag nach der Ansteckung mit Speichel, Harn und Kot ausgeschieden. Manche Hunde zeigen zu diesem Zeitpunkt selbst noch keine Symptome, können aber bereits andere Hunde anstecken.

Symptome

Viele Hunde sind in der Lage, das Virus erfolgreich zu bekämpfen: Sie bilden Antikörper gegen das Virus, ohne je Krankheitserscheinungen zu zeigen. Bricht die Krankheit jedoch aus, unterscheiden sich die Symptome, je nachdem welche Organe das Virus besiedelt hat.

Die Symptome treten – je nach Verlauf der Erkrankung (perakut bis chronisch) – unterschiedlich schwer auf. Bei sehr jungen Hunden kommt es auch zu Todesfällen, ohne dass überhaupt Krankheitserscheinungen aufgetreten sind.

  • Leber: Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, (blutiger) Durchfall, Bauchschmerzen durch Leberschwellung, Gelbsucht, bei chronischem Verlauf auch Vernarbung der Leber (Leberfibrose, – zirrhose).
  • Gefäße: Die Gefäße entzünden sich und werden dadurch durchlässig. Es kommt zu Wassereinlagerungen ins Gewebe (Ödeme), die durch Schwellungen sichtbar werden. Punktförmige Blutungen an Schleimhäuten, beispielsweise im Maul, treten auf. Auch Blutungen und Wassereinlagerungen in Körperhöhlen, z.B. in die Bauchhöhle hinein sind möglich. Das Blut kann in den Blutgefäßen verklumpen und gerinnen.
  • Niere: Schwellung und Nierenentzündung.
  • Auge: Durch Wassereinlagerungen trübt sich die Hornhaut und erscheint blaugrau gefärbt („blue eye“). Nach 1 – 2 Wochen verschwindet diese Trübung meist wieder.

Diagnose

Da die Krankheitserscheinungen sehr unterschiedlich und vielfältig sind, kann anhand der Symptome und des Vorberichts (junger, ungeimpfter Hund) meist nur eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Mit Hilfe spezieller Untersuchungsverfahren kann dann das Virus in Speichel, Blut oder Urin nachgewiesen werden. Insbesondere im Urin ist das Virus monatelang nachweisbar.

Behandlung

Bei Ansteckungsverdacht, also vor Ausbruch der Krankheit, kann mit Hilfe so genannter Gammaglobuline versucht werden, einen Ausbruch zu vermeiden. Es gibt derzeit ein Präparat, das bei Staupe, Parvovirose und Hcc schützen kann.

Nach dem Ausbruch von Hcc gibt es nach heutigem Entwicklungsstand wenig Möglichkeiten, die Viren gezielt zu bekämpfen. Die Behandlung erfolgt daher lediglich symptomatisch, d.h. die durch das Virus ausgelösten Symptome, wie beispielsweise Erbrechen oder Durchfall, werden behandelt.

Folgende Maßnahmen können zur Anwendung kommen:

  • Flüssigkeitsersatz und Versorgung mit Nährstoffen durch Infusionen.
  • Antibiotika verhindern, dass sich zusätzlich noch Bakterien durch das bereits geschwächte Abwehrsystem ansiedeln können.
  • Magen-Darm-wirksame Medikamente können Erbrechen und Durchfall behandeln.
  • Bluttransfusionen können den starken Blutverlust durch den Darm ausgleichen. Stammt das Blut von einem geimpften oder genesenen Hund, können die vorhandenen Antikörper das Virus bekämpfen.
  • So genannte Interferone aktivieren das körpereigene Abwehrsystem und wirken hemmend auf die Virusvermehrung.
  • Leberschutzpräparate unterstützen die Leberzellen.
  • Hygiene, Pflege und viel Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Prognose

Je akuter der Verlauf der Hcc, desto schlechter ist leider die Prognose. Sehr häufig endet die Hepatitis contagiosa canis tödlich. Bei chronischem Verlauf der Erkrankung „versteckt“ sich das Virus häufig in Zellen der Leber und führt dort zu bindegewebigen Veränderungen (Leberfibrose, Leberzirrhose) mit langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes.

Vorbeugung

Regelmäßige Impfungen bieten einen zuverlässigen Schutz vor der ansteckenden Leberentzündung des Hundes.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte empfiehlt Impfungen gegen Hcc ab der 8. Lebenswoche. Wiederholungen müssen in der 12. und 16. Lebenswoche und nach einem Jahr erfolgen. Ab dem 2. Lebensjahr sind weitere Wiederholungsimpfungen notwendig.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Impfungen.

Stand: 18.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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