petSpot
enpevetenpevita

Hund: Hepatitis

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Leberentzündung

Die Leber ist Teil des Verdauungssystems und erfüllt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel sowie bei der Entgiftung des Körpers. Nährstoffreiches Blut aus dem Darm wird durch die Leber geleitet. Dort werden Nährstoffe aufgenommen und z.T. umgebaut. Der Farbstoff aus abgebauten roten Blutkörperchen wird aus dem Blut heraus gefiltert und weiter abgebaut. Dabei entstehen die Gallenfarbstoffe, die über die Gallenblase mit der Galle in den Darm abgegeben und so ausgeschieden werden. Die Leber hilft auch bei der Fettverdauung durch die Bildung von Gallensäuren, die auch in der Gallenblase gespeichert und von dort in den Darm abgegeben werden. Die Leber hat die Fähigkeit, sich sehr gut zu regenerieren. Erst wenn über 50% des Gewebes zerstört sind, treten Ausfallerscheinungen auf. Durch die Schädigung der Leber kann es u.a. zu einer unzureichenden Ausscheidung von Gallenfarbstoffen kommen. Diese Gallenfarbstoffe werden dann in Haut und Schleimhaut eingelagert und führen dadurch zum klinischen Bild einer Gelbsucht (hepatischer Ikterus). Eine Gelbsucht kann aber auch durch einen Gallengangsstau (posthepatischer Ikterus) oder einen verstärkten Abbau von roten Blutkörperchen (prähepatischer Ikterus) verursacht werden.

Akute Leberentzündungen sind beim Hund eher selten. Zu den akuten Leberentzündungen gehört beispielsweise die Ansteckende Leberentzündung des Hundes (Hepatitis contagiosa canis, Hcc), gegen die jeder Hund geimpft sein sollte. Chronische Leberentzündungen, die mit einer Leberinsuffizienz, also einer verringerten Leistung der Leber, einhergehen, kommen häufiger vor. Leberfibrose und Leberzirrhose sind Folgeerscheinungen von Lebererkrankungen, die nicht mehr umkehrbar sind, da Lebergewebe bereits durch bindegewebiges Narbengewebe ersetzt wurde.

Abb. GL9BER2S
Abb. GL9BER2S: Lage der Leber im Magen-Darm-Trakt.

Ursachen

Leberentzündungen können durch Infektionen mit Viren (z.B. Hcc), mit Bakterien (z.B. Leptospirose), Sepsis oder Vergiftungen mit Arzneimitteln und Chemikalien auftreten. Auch einige Pilzgifte führen zu Leberentzündungen. Alle Zustände, die zu einem übersteigerten Abbau der roten Blutkörperchen führen (hämolytische Anämie), können eine Leberentzündung zur Folge haben.

Ein Sonderform der chronischen Leberentzündung ist die angeborene Kupferspeicherkrankheit.

Leitsymptom

  • Appetitlosigkeit

Symptome

Appetitlosigkeit, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Schwäche und manchmal Fieber sind Anzeichen einer Leberentzündung. Bei einer akuten Entzündung treten diese Symptome sehr plötzlich auf. Zu einer Gelbfärbung der Schleimhäute (Ikterus) kommt es meist erst sehr spät im Krankheitsverlauf.

Bei einer leichten Leberentzündung können Symptome kaum wahrnehmbar sein, während eine schwere Leberentzündung schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand führt. Die Übergänge sind hierbei fließend.

Abb. FZ5BYTSV
Abb. FZ5BYTSV: Gelbsucht (Ikterus).
Die Maulschleimhaut ist bei diesem Hund durch die Einlagerung von Gallenfarbstoffen hochgradig gelb gefärbt.

Diagnose

Die klinische Untersuchung des Hundes gibt erste Hinweise auf eine Lebererkrankung. Eine Bestimmung der Leberwerte im Blut wird zusätzlich benötigt. Auch Ultraschall kann diagnostisch eingesetzt werden. Den genauen Zustand der Leber, also ob eine Entzündung, Fibrose oder bereits Zirrhose vorliegt, kann jedoch nur die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) endgültig klären.

Behandlung

Leichte Formen einer Leberentzündung werden symptomatisch behandelt und die Leber durch Diätkost (siehe Tipps) geschont. In schweren Fällen ist die Gabe von Infusionen und anderen Arzneimitteln wie z.B. Antibiotika oder speziellen Wirkstoffen gegen Vergiftungen notwendig. Bei chronischen Leberentzündungen kommen Kortisone zum Einsatz, die ausreichend lange gegeben werden müssen, um einen Rückfall zu verhindern.

Prognose

Die Prognose von Leberentzündungen hängt stark vom Behandlungsbeginn ab. Das Regenerationsvermögen der Leber ist zwar sehr groß, wenn sich jedoch bereits eine Fibrose entwickelt hat, kann diese nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Akute Hepatitiden scheinen oft geheilt zu sein, treten jedoch Wochen oder Monate später wieder als chronische Entzündung in Erscheinung. Daher kann es sinnvoll sein, den Heilungserfolg durch regelmäßige Blutuntersuchungen oder Leberbiopsien zu kontrollieren.

Vorbeugung

Achten Sie auf einen Impfschutz gegen Ansteckende Leberentzündung und Leptospirose des Hundes!

Tipps

Wenn Ihr Hund an einer Leberentzündung leidet, sollte die Leber möglichst wenig durch Verdauungsprozesse belastet werden. Die ideale Schonkost für die Leber besitzt einen niedrigen, aber sehr hochwertigen Eiweißgehalt. Diese Diät können Sie z.B. aus gekochtem Hühnchen selber herstellen. Auch kommerzielle Futtermittelhersteller bieten spezielle Leberdiäten an.

Stand: 17.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.