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Hund: Hautfaltendermatitis

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Intertrigo, Hautfaltenekzem

Diese Hauterkrankung ist gekennzeichnet durch eine oberflächliche, eitrige und nässende Entzündung in ausgeprägten Hautfalten der Hunde.

Die Haut ist grundsätzlich von verschiedenen Bakterien und Pilzen besiedelt, ohne dadurch zu erkranken. Auf gesunder Haut befindet sich ein stabiles Gleichgewicht dieser "Mitbewohner". Wenn diese Gleichgewicht gestört wird, können sich einzelne Bakterien- oder Pilzarten übermäßig vermehren und so zu Hautentzündungen führen.

Abb. HC1U8YI9
Abb. HC1U8YI9: Aufbau der Haut.

Ursachen

Hautfalten stellen eine besonders günstige Umgebung für die Vermehrung von Bakterien und Pilzen wie Malassezien dar. Das hat folgende Gründe: In den Hautfalten herrscht eine höhere Temperatur, es ist feucht und durch die Reibung wird die Haut ständig oberflächlich gereizt und ganz leicht verletzt. Wenn sich Bakterien und Pilze stark vermehren, führen sie zu Entzündung. Die Entzündung erhöht wiederum die Temperatur und die Feuchtigkeit in den Hautfalten. Der Hund beginnt sich zu kratzen und verschlimmert so die Entzündung.

Hautfalten bilden sich bei bestimmten Rassen als rassespezifisches Merkmal an den Lefzen (z.B. bei Spanielrassen), generell am Kopf bei kurzköpfigen Rassen (z.B. Mops) und bei Hunden mit Ringelschwänzen. Der Shar Pei entwickelt Falten am gesamten Körper. Hautfalten können aber auch erworben werden, z.B. durch Übergewicht, andere Hauterkrankungen wie z.B. bei Allergien (atopische Dermatitis, Flohspeichelallergie) oder bei Hündinnen, die früh kastriert wurden. Bei diesen Hündinnen kann die Scham einsinken und es bilden sich so genannte Vulvafalten. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann zur Bildung von Hautfalten führen.

Leitsymptom

  • gerötete Haut in den Falten
  • nässende Stellen in den Hautfalten

Symptome

Die Haut in den Falten ist gerötet, die Oberfläche ist feucht-schmierig und meistens haarlos. Häufig geht ein unangenehmer Geruch von den entzündeten Falten aus. Einige Falten sind regelrecht mit schmierigem Material angefüllt. In schweren Fällen bilden sich eitrige, offene Stellen, die sehr schmerzhaft sein können.

Diagnose

Die Diagnose lässt sich durch eine eingehende Betrachtung der Hautfalten leicht stellen. Um die verursachenden Bakterien oder Pilze zu ermitteln, wird Material aus der Tiefe der Hautfalte unter dem Mikroskop untersucht. Dabei kann man Bakterien oder Pilze erkennen. Unter Umständen kann auch bei schweren oder langanhaltenden Krankheitszuständen ein Antibiogramm angefertigt werden, um ein besonders wirkungsvolles Medikament zu ermitteln.

Behandlung

In den meisten Fällen reicht es aus, die Hautfalten ein- bis zweimal täglich mit einem passenden, dünnflüssigen Medikament oder Shampoo zu behandeln. Die Wahl des Präparats richtet sich dabei nach den festgestellten Erregern.

Um eine erneute Faltenentzündung zu vermeiden, sollte bei rassespezifischen Hautfalten über eine chirurgische Glättung der Haut nachgedacht werden. Liegt eine andere Ursache der Faltenbildung zugrunde, so muss diese entsprechend behandelt werden.

Prognose

Die Entzündung in den Hautfalten lässt sich in der Regel gut behandeln. Wenn die Ursache aber nicht abgestellt wird, tritt die Entzündung nach kurzer Zeit erneut auf.

Vorbeugung

Um eine Entzündung in den Hautfalten zu verhindern, müssen diese besonders häufig kontrolliert und gepflegt werden. Dazu eignen sich spezielle Reinigungslösungen oder Pflegetücher. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Präparate für Ihren Hund richtig sind.

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Stand: 17.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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