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Hund: Harnwegsinfektion

Allgemeines

Unter dem Begriff Harnwegsinfektionen werden Entzündungen der Harnblase (Zystitis), der Harnleiter (Ureteritis) und der Harnröhre (Urethritis) zusammengefasst.

Als Harnwege werden Harnleiter (Ureter), Harnblase (Vesica urinaria) und Harnröhre (Urethra) bezeichnet. Die Harnwege transportieren den in den Nieren gebildeten Harn nach außen. Blase und Harnröhre werden zusammen auch als untere Harnwege bezeichnet und erkranken häufig gemeinsam. Über die Harnleiter kann eine Infektion der unteren Harnwege in seltenen Fällen in die Nieren aufsteigen und zu einer Nierenbeckenentzündung führen.

Abb. FZ6OUNU0
Abb. FZ6OUNU0: Schematische Übersicht über den Harnapparat und die Geschlechtsorgane einer Hündin.

Ursachen

Fast immer sind Bakterien die Ursache von Infektionen der unteren Harnwege. Sie befinden sich im Genitalbereich an der Außenhaut und wandern die Harnröhre hoch. Sie werden daher auch aufsteigende Infektionen genannt.

Hündinnen erkranken durch die relativ kurze Harnröhre häufiger. Besonders bei kastrierten Hündinnen sind die unteren Harnwege oft von Infektionen betroffen. Durch eine Kastration ändert sich nämlich der Hormonhaushalt der Hündin. Dies kann zu Störungen am Blasenschließmuskel führen und Harnträufeln (Inkontinenz) hervorrufen. Bakterien können daher besonders leicht in die Blase gelangen und Infektionen auslösen.

Rüden erkranken seltener, da die Bakterien durch die Länge der Harnröhre einen viel weiteren Weg zurücklegen müssen. Kommt es dennoch zu einer Infektion, ist diese meist schwerwiegender.

Auch Harnsteine können zu Infektionen führen. Sie schädigen die Schleimhaut und ermöglichen so eine Besiedlung mit Bakterien.

Insgesamt gibt es Hunde, die zu Harnwegsinfektionen neigen, weil sie aus verschiedenen Gründen aufsteigende Bakterien weniger effektiv bekämpfen können. Diese Hunde haben dann langwierige oder wiederholt auftretende Harnwegsentzündungen.

Leitsymptom

  • Harndrang

Symptome

Bei einer Infektion der Harnwege versuchen die Hunde oft Harn abzusetzen, meist kommen jedoch nur Tropfen oder gar kein Harn. Der Harnabsatz kann sehr schmerzhaft sein. Bei schweren Blasenentzündungen kann der Hund den Harnabsatz nicht mehr kontrollieren und hinterlässt in der Wohnung – teilweise blutige – Spuren. Störungen des Allgemeinbefindens treten bei einfachen Infektionen kaum auf. In seltenen Fällen kommt es zu leichtem Fieber.

Diagnose

Der Vorbericht sowie die klinische Untersuchung des Hundes geben schnell erste Hinweise auf eine Harnwegsinfektion. Mit Hilfe einer Harnprobe kann der Verdacht bestätigt werden. Durch so genannte Harnsticks können Blut und Entzündungszellen im Harn einfach nachgewiesen werden. Dazu wird ein Messstreifen kurz in eine Harnprobe getaucht. Bereits nach wenigen Minuten liegen erste Ergebnisse über die Zusammensetzung des Urins vor. Eine weitere in der Praxis durchführbare Untersuchung ist eine mikroskopische Untersuchung des so genannten Harnsediments. Dazu werden die festen Bestandteile des Harns (Zellen, Kristalle usw.) mit Hilfe einer Zentrifuge gewonnen und mikroskopiert. Die genaue Zusammensetzung des Sediments kann Hinweise auf den Sitz der Erkrankung geben, also ob bereits die Nieren angegriffen oder nur die unteren Harnwege infiziert sind. Zusätzlich kann eine bakteriologische Untersuchung Aufschluss über den genauen Erreger der Infektion geben. Diese Untersuchung wird meist im Labor durchgeführt und nimmt einige Tage in Anspruch. Eine Ultraschalluntersuchung der Blase erlaubt bei wiederholten Harnwegsinfektionen oder blutigem Urin die Beurteilung der Blasenwand, die bei einem chronischen Entzündungsprozess meist verdickt ist, und ermöglicht den Ausschluss von Harnsteinen oder tumorösen Veränderungen.

Abb. GC36VKW3
Abb. GC36VKW3: Blutige Urinprobe bei einer Harnwegsinfenktion.

Behandlung

Harnwegsinfektionen beim Hund benötigen eine sofortige antibiotische Behandlung. Bestimmte Antibiotika sind hierfür besonders geeignet. Sollte das einige Tage später eintreffende Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung des Harns ein anderes Antibiotikum empfehlen, kann das Medikament gewechselt werden. Schmerzmittel können zu Beginn der Behandlung eingesetzt werden. Die Behandlung von Harnwegsinfektionen ist langwierig und kann 3 – 4 Wochen dauern.

Prognose

Die Prognose von einfachen Harnwegserkrankungen, ohne gleichzeitiges Vorliegen von Harnsteinen o.ä., ist gut.

Tipps

Bei einer Harnwegsinfektion sollte Ihr Hund viel trinken, um die Bakterien aus der Blase zu spülen. Um die Wasseraufnahme zu erhöhen, können Sie das Wasser mit Hilfe von Fleischbrühe oder dem Saft des Dosenfutters schmackhaft machen.

Meist müssen die antibiotischen Tabletten dreimal täglich verabreicht werden. Geben Sie die letzte Tablette des Tages erst nach dem Abendspaziergang. So verbleibt das Antibiotikum lange in der Blase und hat viel Zeit zum Wirken!

ACHTUNG

Die offensichtlichen Symptome einer Harnwegsinfektion sind meist nach 48 Stunden vorbei. Die Therapie muss jedoch ausreichend lange durchgeführt werden, um Rückfällen vorzubeugen. Bitte richten Sie sich genau nach den Angaben Ihres Tierarztes!

Stand: 17.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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