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Hund: Pyometra

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Gebärmuttervereiterung, Pyometra-Endometritis-Komplex, eitrige Gebärmutterentzündung

Eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra) ist mit Abstand die häufigste Erkrankung der Gebärmutter der Hündin.

Die Gebärmutter der Hündin besteht aus einem eher kleinen Gebärmutterkörper, der sich in zwei längliche Gebärmutterhörner aufzweigt. Dies ist notwendig, um während der Trächtigkeit eine Vielzahl von Welpen unterzubringen. Diese liegen dann wie Perlen aufgereiht in den Gebärmutterhörnern.

Die Verbindung von der Scheide in die Gebärmutter wird durch den Muttermund gebildet. Der Muttermund ist wie ein Ring geformt, der sich so stark zusammenziehen kann, dass sein Durchgang vollständig verschlossen ist. So ist die Gebärmutter gegenüber der Scheide in einigen Phasen des Zyklus verschlossen (z.B. während der Trächtigkeit), in anderen Phasen ist der Muttermund und damit der Durchgang geöffnet (z.B. bei der Befruchtung oder bei der Geburt).

Abb. FZ6N5HYU
Abb. FZ6N5HYU: Schematische Darstellung der Geschlechts- und Harnorgane einer Hündin.

Ursachen

Eine Pyometra entwickelt sich meist vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit. Ursächlich liegt meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren vor, die eine Pyometra entstehen lassen:

Während der Läufigkeit ist der Muttermund leicht geöffnet, um männliche Samenzellen (Spermien) in die Gebärmutter aufnehmen zu können. So können leider auch Bakterien von der Scheide durch den offenen Muttermund in die Gebärmutter wandern. Durch die normalen hormonellen Veränderungen nach dem Eisprung (dem Ende der Läufigkeit) schließt sich der Muttermund – eigentlich um die befruchteten Eizellen zu schützen. Während der Wochen nach der Läufigkeit steht die Gebärmutter unter dem Einfluss des Hormons Progesteron, unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht. Das Hormon bereitet die Gebärmutter auf die Trächtigkeit vor, d.h. die Schleimhaut wird dicker und bildet mehr Flüssigkeit. In dieser Umgebung können sich eingedrungene Bakterien besonders gut vermehren. So entsteht zunächst eine Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis).

Bei einer Pyometra reagiert die Gebärmutter auf die Entzündung mit der Bildung von Eiter. Da der Muttermund vollständig geschlossen ist, kann der Eiter nicht abfließen und füllt die Gebärmutter immer weiter an. Dieser Prozess wird vom Besitzer selten bemerkt. Erst später werden Giftstoffe (Toxine) aus dem Eiter in das Blut aufgenommen und im gesamten Organismus verteilt. Dies führt zu Vergiftungserscheinungen und auffallenden klinischen Symptomen. In etwa der Hälfte aller Gebärmuttervereiterungen öffnet sich der Muttermund von alleine und der Eiter kann abfließen. Die Produktion des Eiters hört jedoch nicht auf.

Hormonstörungen, die entweder von der Hündin ausgehen oder durch Hormongaben (z.B. zur Läufigkeitsunterdrückung) verursacht wurden, können diesen Effekt noch verstärken. Auch bei älteren Hündinnen, die wiederholt läufig waren, kann sich eine so genannte glandulärzystische Hyperplasie entwickeln. Das bedeutet, dass die Gebärmutterschleimhaut ständig verdickt ist und sich kleine Zysten in ihr bilden. Diese Hündinnen sind besonders anfällig für eine Entzündung.

Leitsymptom

  • Ausfluss aus der Scheide
  • Starker Durst

Symptome

Es gibt zwei Formen der Gebärmuttervereiterung: die offene und die geschlossene Form.

Häufig öffnet sich der Muttermund und der Eiter kann abfließen (offene Pyometra), bevor es zu Vergiftungserscheinungen kommt. Der Ausfluss ist meist deutlich sichtbar und übelriechend. Die Hündin säubert den Genitalbereich in diesem Fall häufig durch Belecken.

Bei einer geschlossenen Gebärmuttervereiterung wird die Gebärmutter durch die Bildung des Eiters immer größer und die Giftstoffe schwemmen ins Blut aus. Die Hündinnen haben starken Durst, bekommen Fieber und sind teilnahmslos. Die Gebärmutterwand wird durch den zunehmenden Eiter immer weiter gedehnt und dünner. Es kann zum Reißen kommen!

Abb. GC37TVYB
Abb. GC37TVYB: Eitriger Ausfluss bei einer offenen Pyometra.

Diagnose

Der Vorbericht (letzte Läufigkeit, Wasseraufnahme) ist wie immer sehr wichtig. Im Falle von Scheidenausfluss kann der Tierarzt durch eine Untersuchung mit einem Spekulum feststellen, ob der Ausfluss tatsächlich aus der Gebärmutter stammt. Durch vorsichtiges Tasten, Röntgen oder Ultraschall wird die Größe der Gebärmutter überprüft. Zusätzlich kann ein Blutbild erstellt werden, welches bei einer Gebärmuttervereiterung die typischen Veränderungen einer chronischen Entzündung aufweist.

Behandlung

Eine Gebärmuttervereiterung kann ein lebensbedrohlicher Notfall werden. Es muss sofort gehandelt werden! Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer konservativen und einer chirurgische Methode der Behandlung:

Konservative Behandlung

Bei einer offenen Pyometra oder einer geschlossenen Pyometra mit nur geringer Füllung der Gebärmutter kann eine konservative Behandlung versucht werden. Bei einer offenen Pyometra muss sich die Gebärmutter vollständig entleeren, dies muss vom Tierarzt ständig kontrolliert werden.

Bei einer geschlossenen Form der Gebärmuttervereiterung wird wiederholt mit Antigestagenen behandelt. Diese Hormone bewirken die Öffnung des Muttermundes und erst im Anschluss daran führen sie zum Zusammenziehen der Gebärmutter, so dass der Eiter abfließen kann.

Sehr wichtig ist, dass die Hündin bei konservativer Behandlung ein hoch dosiertes Antibiotikum erhält.

Die konservative Behandlung wird häufig gewählt, wenn die Hündin unbedingt zur Zucht verwendet werden soll. Sehr oft kommt es jedoch zu einer erneuten Gebärmuttervereiterung nach folgenden Läufigkeiten. Spätestens dann ist eine operative Behandlung angezeigt.

Chirurgische Behandlung

Eine operative Behandlung der eitrigen Gebärmutterentzündung entspricht einer Kastration (Ovariohysterektomie). Unter Vollnarkose werden Eierstöcke und Gebärmutter der Hündin entfernt. Gebärmuttervereiterungen können dann nicht mehr auftreten, mögliche Nebenwirkungen der Kastration können jedoch Fellveränderungen, Gewichtszunahme oder auch Harnträufeln sein.

Für nicht zur Zucht genutzte Hündinnen sollte die operative Behandlung unbedingt vorgezogen werden. Das hohe Risiko, dass es nach einer konservativen Behandlung erneut zu einer Gebärmuttervereiterung kommt, sowie die große Gefahr von Vergiftungserscheinungen (mit erheblicher Schädigung der Nieren) sprechen für diese Entscheidung. Das Operationsrisiko ist im Vergleich dazu eher gering, hängt aber natürlich vom Allgemeinzustand der Hündin ab.

Abb. FZ6NAW4N
Abb. FZ6NAW4N: Gebärmutter einer Hündin.
Diese bereits entfernte Gebärmutter ist stark mit Eiter gefüllt. Das Organ wäre ohne diese Füllung etwa fingerstark.

Prognose

Bei einer rechtzeitigen Behandlung ist die Prognose für die Hündin gut. Sollten bereits Vergiftungserscheinungen aufgetreten sein, wird diese zunehmend schlechter.

Tipps

Da die Gebärmuttervereiterung am häufigsten vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit auftritt, sollte die Hündin während dieser Zeit besonders gut beobachtet werden. Als Besitzer haben Sie so die Möglichkeit, eine schwerwiegende Erkrankung frühzeitig zu erkennen!

Nach der Operation ist es unbedingt notwendig, dass bis zum vollständigen Abheilen der Wunde (also bis zum Ziehen der Fäden nach etwa 10 Tagen) ein Halskragen getragen wird, um die Hündin am Lecken (und auch Kratzen) zu hindern. Die Maulhöhle ist nämlich sehr stark mit Bakterien besiedelt. Wenn das Tier an der Naht leckt, wird das Zusammenwachsen des Gewebes verhindert und die Bakterien aus der Maulhöhle können leicht in den Organismus eindringen. Dadurch verzögert sich die Heilung oder es wird sogar eine Nachoperation notwendig. Besonders stark ist der Drang zu lecken einige Tage nach der Operation, wenn der Heilungsprozess einsetzt und die Wunde zu jucken beginnt. Halskragen finden die Hunde meist nur eine kurze Zeit lästig und gewöhnen sich – im Gegensatz zum Besitzer – recht schnell daran. Beim Fressen kann der Halskragen zur Not kurz entfernt werden, aber nur unter Beobachtung! Auch so genannte Bauchanzüge kommen seit einiger Zeit erfolgreich zur Anwendung.

Abb. GGW8M1Y7
Abb. GGW8M1Y7: Halskragen.

ACHTUNG

Die Gebärmuttervereiterung ist ein NOTFALL! Eine unbehandelte Pyometra kann tödlich enden!

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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16.05.2014: juma1362
Dr. Gunnar Habben Tierarzt in Augustfehn
An den Wiesen 15
26689 Augustfehn
04489 405 789
Der Weg zu diesem Tierarzt lohnt sich auch wenn der Weg wie bei uns etwas mehr ist. Er ist 365 Tage im Jahr 7 Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar und super liebevoll im Umgang mit jedem Tier das die Süssen ihn trotz
Picksen und allem noch lieben . Selten einen Tierarzt gesehen der so ist und seine Preise sind weit unter dem was andere verlangen er entschuldigt sich noch das er nimmt was nötig ist unglaublich. In dieser Praxis geht es wirklich ums Tier das es Gesund wird und sich so wohl wie möglich fühlt schade das solche Praxen eine große Seltenheit sind. Auch Frau Habben seine Ehefrau steht voll hinter ihren Mann mit ihrer warmherzigen Art die kranken Vierbeiner Tag und Nacht zu umsorgen. Hut ab vor diesem tollen Praxis Taem .
Keiner wird dort weggeschickt wenn er die notwendigen Kosten nicht aufeinmal oder grundsätzlich tragen kann. Wer nachweisen kann das er die Kosten gar nicht alleine tragen kann selbst keine Ratenzahlung wird an die Ammerländer Tierschutzhilfe verwiesen die wenn jemand wirklich in Not ist finanzielle Hilfe leisten. Hier geht es wirklich in erster Linie um das kranke Tier. Hut ab vor diesem tollen liebevollem Praxistaem
16.05.2014: juma1362
Ich könnte den vorbesitzer umbringen wenn ich nur daran denke was er unserer Maus angetan hat und das als Sohn eines Tierarzt . Sunny ist eine 6 Jahre junge Französische Bulldogge die als Gebährmaschine missbraucht wurde und in einem Schuppen leben musste 4 Jahre lang weil sie sich mit dem Hausliebling/ rüden nicht vertragen haben soll. Zwecks vermeidung der zweiten Läufigkeit des Jahres hat man ihr Läufigkeitsunterdrückungsspritzen verabreicht wodurch sie 8 Wochen nachdem sie abgeschoben einen Milchleistentumor bekam ihre Ohren waren durch einen Pilz verdreckt , verklebt und zu geschwollen was nur knapp den Verlust ihrer Hörfähigkeit zur Folge hatte nun dachten wir jetzt gehts aufwärts aber nein 5 Tage nach beginn der Läufigkeit bekam sie eine Gebährmutterentzündung gott sei dank haben wir einen super Tierarzt der sagte das wir sofort mit ihr in die Praxis kommen sollen es stellte sjch raus wenn wir nur Stunden später gekommen wären hätte sie das nicht überlebt sie wurde sehr schnell Not operiert und war nur wenige Stunden danach auf den Weg der Besserung es war eine lange und schwierige Op da alles schon stark vergrößert und voller Eiter war und Bullybesitzer wissen das Op, s nicht einfach sind von der Anatomie der Rasse. Gott sei dank ist alles gut gegangen und sie kann sich jetzt erholen und gesund werden. Wir haben sie so lieb diese tolle starke kleine Maus. Sie gibt uns so viel und hoffen das wir es ihr noch lange danken können und sie bald wieder mit ihrem besten Kumpel Boomer am strand rum tollen kann. Mein Tierarzt sagte das vielen Hunden so etwas erspart werden kann wenn man Hündinen rechtzeitig kastriert die nicht zur Zucht verwendet werden sollen. Eine Medikamentöse Behandlung rät er ab wenn es wie gesagt keine Zuchthündin ist, da die Gebärmuterentzündungen immer wieder auftreten können wenn sie es schon einmal hatten. Durch eine frühzeitige Op kann also unseren Lieblingen viel Leid und Schmerzen erspart bleiben. Ich wünsche allen Hundebesitzern eine schöne glückliche Zeit mit ihren lieben Mäusen
13.07.2013: china
meine china hat seit gestern eitrigen ausfluss und ich habe morgen um 9 uhr einen termin in der tierklinik .. meine china ist wie immer ,sie frißt gut und trinkt nicht übermäßig viel und auch sonst ist ihr allgemeinbefinden gut ohne fieber .. ich bin fix und fertig ,hab angst das sie operiert werden muß denn denn ich hab die letzten jahre 2 fellnasen verloren durch krankheit und würde daran kaputt gehen wenn meiner china was passieren würde ..l conny ich kenne diesen schrecklichen schmerz , ich muß jeden tag an chucky und robby denken dann gehe ich auf den onlinefriedhof und stelle kerzen hin ,das hilft mir ein bisschen ..
10.07.2013: ConnyB.
Hallo
Zum Glück hat es deine Maus geschafft. Ich sitz hier und bin total verzweifelt, meine liebste Wilma ist am SOnntag nach der Not OP verstorben, sie war 10 Jahre ich weiss nicht wie ich weiterleben soll. Es tut so weh. Wünsch dir und deinem Hund alles Gute. LG Conny
04.07.2013: Sina
Meine Hüdin hatte eine Gebärmuttervereiterung. Sie war läufig und hatte eine Gebärmutterendzündung ich war auch beim Arzt sie hat reichlich Medikamente bekommen. Ich sollte dann nach einer Woche wiederkommen, da ich meinen Hund gut kenne habe ich bemerkt das sie die ganze Woche bestimmt zwei Liter Wasser trank und zusehens abnahm der Bauch groß und hart wurde sie wollte nichts mehr fressen. Letzten Sonntag war sie nicht mehr ansprechbar und konnte nicht mehr laufen. Bin sofort zum Tiernotarzt der hat mich sofort für eine Notoperation in die Tierklinik überwiesen. Sie wurde sofort operiert, habe sie einen Tag später abgeholt und kümmere mich liebevoll um meine Hündin. Ganz langsam erholt sie sich, mit viel Schlaf und viel Liebe wird sie bald wieder ganz gesund sein und ich freue mich jetzt schon wieder auf die langen wunderschönen Spaziergänge mit meiner Labradorhündin. Es gibt keinen besseren Freund im Leben als den Hund, in guten und schlechten Zeiten.

Wünsche allen die sowas durch machen müssen nur das "Allerbeste"

Eure

Sina

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