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Hund: Gastritis

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Magenschleimhautentzündung

Die Magenschleimhaut kleidet den gesamten Magen von innen aus. Verschiedene Schutzmechanismen schützen sie gegen eine "Selbstverdauung" durch Verdauungssäfte und Magensäure. Zu diesen Schutzmechanismen gehören z.B. eine Schleimschicht, die die Magenschleimhaut überzieht und eine hohe Selbstheilungskraft der Schleimhaut.

Zu einer Gastritis kann es aus zwei Gründen kommen: Entweder sind die Schutzmechanismen gestört oder die angreifenden Faktoren sind so stark, dass sie den "Schutzwall" durchbrechen können. Durch Schäden in der Magenschleimhaut kann Magensäure in die unterhalb der Schleimhaut liegenden Gewebeschichten eindringen und dort zu starken Reizungen und Entzündungen führen. Im Extremfall kommt es zur Bildung eines Magengeschwürs (Ulkus) mit teilweise massivem Blutverlust. Bricht das Magengeschwür nach außen auf, gelangt Mageninhalt in die Bauchhöhle. Es besteht dann ein lebensbedrohlicher Notfall!

Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Magenschleimhautentzündungen (Gastritiden). Eine akute Gastritis ist eine nur kurzzeitig bestehende Erkrankung, bei der es meist nur zu oberflächlichen Schäden an der Schleimhaut kommt. Eine chronische Gastritis geht dagegen mit Entzündungsvorgängen in der gesamten Magenschleimhaut einher. Häufig treten gleichzeitig auch Entzündungen in einigen oder sogar in allen Darmabschnitten auf. Eine chronische Gastritis wird daher auch zum so genannten "Inflammatory-bowl-disease-Komplex" (IBD) gerechnet, der durch chronische Entzündungen des gesamten Magen-Darm-Traktes gekennzeichnet ist.

Ursachen

Die Ursachen für Magenschleimhautentzündungen sind sehr vielfältig und nicht immer eindeutig herauszufinden. Besonders bei chronischen Magenschleimhautentzündungen findet man nicht immer den Grund. Folgende Faktoren verursachen häufig akute Gastritiden:

Abb. FZDWVV8T
Abb. FZDWVV8T: Röntgenaufnahme Magen.
Die mit einem Pfeil markierte Linie deutet auf einen Fremdkörper hin.
Abb. FZDWY6VP
Abb. FZDWY6VP: Chirurgisch aus dem Magen entfernter Fremdkörper.
Dieser scharfkantige Fremdkörper lag im Magen und führte zu deutlichen Symptomen einer Magenschleimhautentzündung.
Gastritiden bei älteren Hunden werden häufig durch Niereninsuffizienz hervorgerufen. Harnpflichtige Stoffe werden dabei wegen mangelhafter Entgiftungsfunktion der Nieren durch die Magenschleimhaut abgegeben und führen dort zu Entzündungen.

Chronische Gastritiden können ebenfalls durch Parasiten ausgelöst werden, häufig ist die Ursache aber unklar und man spricht von einer idiopathischen Gastritis. Man nimmt an, dass eventuell Überreaktionen des Immunsystems verantwortlich sein können. Bei einigen Hunderassen treten chronische Magenschleimhautentzündungen gehäuft auf.

Leitsymptom

  • Erbrechen

Symptome

Die Symptome von Magenschleimhautentzündungen sind so unterschiedlich wie ihre Ursachen. Generell sind die Krankheitszeichen bei chronischer Gastritis deutlich milder ausgeprägt als bei einer akuten Erkrankung.

Erbrechen, oft nur gelblicher Schaum, aber auch mit blutigen Beimengungen, tritt als häufigstes Symptom auf. Das Blut kann dabei typisch rot, aber auch durch erste Verdauungsprozesse krümelig und braun aussehen (so genanntes Kaffeesatz-Erbrechen). Bei akuter Gastritis sind meist Bauchschmerzen vorhanden. Bei einer chronischen Erkrankung treten mangelnder Appetit und Abmagerung in den Vordergrund.

Diagnose

Ein genauer Vorbericht zu Fütterung, Medikamentengabe und Verhalten des Hundes gibt erste Hinweise auf die Diagnose Gastritis. Wichtig ist auch der Termin der letzten Entwurmung! Blutuntersuchungen geben weitere Hinweise auf mögliche Grundursachen von Magenschleimhautentzündungen. Bei Verdacht auf eine Infektion mit Parasiten sollten Kotproben auf Eier und Parasitenstadien untersucht werden.

Eine genaue Diagnose kann nur durch eine endoskopische Untersuchung gestellt werden. Unter Narkose wird mit Hilfe eines Endoskops die gesamte Magenschleimhaut betrachtet. Die endoskopische Untersuchung des Magens nennt man auch Gastroskopie. Dabei können auch Gewebeproben entnommen und das genaue Ausmaß etwaiger Magengeschwüre eingeschätzt werden.

Hilfreich kann auch eine Röntgenuntersuchung des Magens sein. Viele Fremdkörper können so entdeckt werden. Mit Hilfe eines Kontrastmittels, das über das Maul eingegeben wird und den gesamten Verdauungskanal durchläuft, kann das Oberflächenrelief des Magens sowie die Passage des Nahrungsbreis in den Darm beurteilt werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung können Tumoren und Fremdkörper aufgefunden werden, die im Röntgenbild nicht darstellbar sind. Auch die Magenwand und andere Organe wie die Leber oder der Darm können so untersucht werden.

Behandlung

Bei alleinigem Vorliegen von Erbrechen, ohne weitere Störung des Allgemeinbefindens, kann ein Behandlungsversuch mit Nahrungsentzug und Schonkost versucht werden.12 Stunden lang bekommt der Hund nur Wasser. Anschließend wird Reis und leicht angebratenes, mageres Fleisch (z.B. Hühnchen) gefüttert. Auch kommerzielle Magenschonkost-Futtermittel können dem Hund angeboten werden. Fette und Eiweiße müssen gemieden werden. Anfangs werden nur kleine Portionen gefüttert und dann langsam bis auf eine normale Portionsgröße gesteigert. Wenn kein erneutes Erbrechen auftritt, kann dann langsam das übliche Futter des Hundes untergemischt werden.

Bei chronischen Erkrankungen ist dieser Therapieversuch meist nicht sinnvoll. Hier ist es umso dringender, das Grundleiden zu herauszufinden. Schwere Gastritiden sowie Magengeschwüre müssen medikamentös behandelt werden. Diese Medikamente können beispielsweise das Erbrechen stoppen oder die Produktion von Magensäure hemmen. Parasitenbefall muss ebenfalls mit einem passenden Präparat bekämpft werden. Wenn eine Beteiligung des Immunsystems angenommen wird, so können so genannte Immunsuppressiva eingesetzt werden, die Arbeit des Immunsystems vorübergehend dämpfen.

Starkes Erbrechen führt schnell zu großen Flüssigkeitsverlusten. Daher kann es notwendig sein, den Hund durch Gabe von Infusionen vor Therapiebeginn zu stabilisieren.

Sollte der Verdacht auf eine Futtermittelallergie bestehen, kann diese nur mit einer strengen Diät ermittelt werden. Ein einfacher Futterwechsel hilft leider nur in wenigen Fällen.

Prognose

Die Prognose ist je nach Art der Gastritis und ihrer Ursache sehr unterschiedlich. Leichte Gastritiden heilen sehr gut, schwere Formen der Erkrankung mit Ausbildung von Magengeschwüren haben eine schlechtere Prognose.

Vorbeugung

Entwurmen Sie Ihren Hund regelmäßig! Würmer sind eine häufige Ursache für Gastritiden.

Viele Medikamente, die beispielsweise zur Behandlung von Arthrose eingesetzt werden, wirken besonders bei älteren Hunden auch auf die Magenschleimhaut. Besprechen Sie notwendige Arzneimittel und ihre Nebenwirkungen ausführlich mit Ihrem Tierarzt.

Stand: 08.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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