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Hund: Follikuläre Bindehautentzündung

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Follikelkatarrh, Conjunctivitis follicularis

Bei einer follikulären Bindehautentzündung ist meist die so genannte Nickhaut entzündlich verändert. Die Nickhaut des Hundes ist eine zusätzliche Bindehautfalte im nasenseitigen Augenwinkel und wird daher auch drittes Augenlid genannt. Die Nickhaut besteht aus Bindehaut, einem so genannten Nickhautknorpel (Blinzknorpel) und der Nickhautdrüse, die bis zu 40% der Tränenflüssigkeit produziert. Die Nickhaut wird wie ein Scheibenwischer zum Befeuchten der Hornhaut eingesetzt.

Abb. FZ6MGGL2
Abb. FZ6MGGL2: Schematischer Aufbau des Auges mit Lage der Bindehäute und der Nickhautdrüse (beides rot dargestellt).

Abb. FZGMCGPK
Abb. FZGMCGPK: Lage der Nickhaut, Ansicht von vorne.

Ursachen

Die genaue Ursachen für die Entstehung eines Follikelkatarrhs ist unbekannt. Hauptsächlich sind junge Hunde im ersten Lebensjahr betroffen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass sich das noch "unerfahrene" Immunsystem des jungen Hundes sehr intensiv mit Fremdstoffen wie Bakterien, Pollen oder Viren auseinandersetzt, die überall vorkommen. Auf der Nickhaut befinden sich besonders viele Zellen des körpereigenen Abwehrsystems. Bei Kontakt mit einem Fremdstoff werden sie aktiviert, d.h. sie vermehren sich und bilden dabei kleine Knötchen auf der Nickhaut, die so genannten Follikel.

Hunde mit rassebedingt auffälligen Lidstellungen oder mit einer Neigung zur Nickhautdrüsenhyperplasie erkranken zudem häufiger.

Leitsymptom

  • gerötetes Auge

Symptome

Die follikulären Bindehautentzündung ist eine Sonderform der Konjunktivitis und weist ähnliche Symptome auf: Die Bindehäute sind gerötet und geschwollen. Der Augenausfluss ist stark erhöht und dieser kann schleimig, eitrig oder auch blutig sein. Viele Hunde reiben das betroffene Auge mit der Pfote, blinzeln viel oder kneifen die Augenlider zusammen. Der Grund für die Entzündung die kleinen, glasig aussehenden Knötchen (Follikel), die sich auf der Bindehaut gebildet haben. Diese Knötchen reiben bei jeder Augenbewegung über die Hornhaut und führen so zu chronischen Entzündungen und in ganz schlimmen Fällen zu Hornhautveränderungen.

Diagnose

Die Diagnose Bindehautentzündung ist bei der klinischen Untersuchung leicht zu stellen. Mit einer speziellen Pinzette kann die Nickhaut vorgezogen werden, um die kleinen Follikel sichtbar zu machen. Dazu wird meistens vorher ein Betäubungsmittel ins Auge getropft, damit der Hund die Untersuchung besser toleriert.

Abb. H28OIES3
Abb. H28OIES3: Follikuläre Bindehautentzündung.
Um die Innenseite der Nickhaut zu untersuchen, muss diese mit einer Pinzette gefasst werden. Deutlich sichtbar sind dadurch die glasigen Knötchen, die zu Hornhautreizungen führen können.

Behandlung

Meist heilt die Erkrankung spontan nach dem ersten Lebensjahr ab, bei größeren Hunderassen eventuell erst nach eineinhalb Jahren. Bei starken Beschwerden kann eine Therapie mit antibiotischen und kortisonhaltigen Salben durchgeführt werden. In ganz besonders schlimmen Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Dabei werden unter Narkose die Knötchen mit einem scharfen Löffel entfernt. Die Nachsorge erfolgt mit Augensalben und dem Tragen einer Halskrause. Die Halskrause verhindert, dass der Hund bei Schmerzen mit der Pfote am Auge kratzen kann.

Prognose

Die Prognose einer follikullären Bindehautentzündung ist gut.

Stand: 08.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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