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Hund: Flohspeichelallergie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Flohallergie, Flohbissallergie, Flohdermatitis

Ursachen

Flohallergien gehören zu den häufigsten allergischen Hauterkrankungen bei Hunden. Flohbefall tritt bei allen Säugetieren auf. Flöhe sind weit verbreitet und können problemlos zwischen Hund, Katze, Mensch usw. hin und her wechseln. Da sich ihre Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Floh hauptsächlich außerhalb ihrer Wirtstiere vollzieht, kann man sich praktisch fast überall einen Floh zuziehen.

Das eigentliche Allergen, also die Substanz, auf die ein Hund allergisch reagiert, befindet sich im Speichel des Flohs und wird beim Stich übertragen. Nach einem Flohstich entwickeln allergische Hunde hochgradige Hautveränderungen, ein Floh oder Flohkot kann jedoch nur in den seltensten Fällen gefunden werden. Vermutlich liegt das an einem verstärkten Putztrieb allergischer Hunde: die Flöhe werden sofort durch Lecken oder Beißen entfernt. Ein einziger Kontakt mit Flohspeichel kann jedoch über viele Wochen für eine allergische Hautreaktion sorgen.

Abb. FZGM6FHC
Abb. FZGM6FHC: Floh im Hundehaar.
Der Speichel des Flohs, der beim Stich übertragen wird, kann zu hochgradigen Allergiesymptomen führen.

Ansteckung

Bei engem Kontakt hüpfen Flöhe, die etwa 25 – 30cm weit springen können, von Hund zu Hund und auf andere Tiere – und den Menschen. Auch vom Boden können Tiere und Menschen direkt besprungen werden.

Leitsymptom

  • Juckreiz

Symptome

Typisch für eine Flohspeichelallergie sind stark juckende Veränderungen der Haut. Häufig sind Hals und Rücken betroffen. Durch den starken Juckreiz kratzen, beißen oder lecken sich die Hunde und es kommt zu Haarausfall und blutigen Wunden. An diese vorgeschädigte Haut können sich leicht Bakterien oder Hautpilze anlagern, es entstehen so genannte Sekundärinfektionen wie Hot Spots oder Pyodermien.

Eine Flohspeichelallergie kann ganzjährig auftreten, da das Klima in Mitteleuropa gemäßigt ist. Außerdem überleben Flöhe besonders gut in klimatisierten Wohnräumen.

Abb. FZGM94F7
Abb. FZGM94F7: Symptome einer Flohspeichelallergie.

Diagnose

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Flohspeichelallergie zu diagnostizieren:

  • Ausschlussdiagnostik : Nach dem Ausschluss ähnlicher Krankheitsbilder ist das Vorliegen einer Flohspeichelallergie sehr wahrscheinlich.
  • Diagnostische Therapie: Bei einer diagnostischen Therapie geht man nach dem Vorbericht und den Hautveränderungen relativ sicher von einer Flohspeichelallergie aus. Daher wird eine intensive Flohbekämpfung aller im Haushalt lebenden Tiere und eine Umgebungssanierung durchgeführt (siehe Flohbefall). Der betroffene Hund sollte zu Beginn der Behandlung in zweiwöchigem Abstand mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, obwohl das empfohlene Behandlungsintervall meist vier Wochen beträgt. Für die Behandlung sollten so genannte Repellentien gewählt werden, die die Flöhe bereits vor ihrem Stich abwehren. So wird verhindert, dass der Hund mit dem Allergie-auslösenden Speichel in Kontakt kommt. Klingen die Symptome unter der Behandlung ab, kann mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Flohspeichelallergie ausgegangen werden.
  • Allergietest: Mit Hilfe eines Intrakutantests oder einer Blutuntersuchung kann die Diagnose weiter eingegrenzt werden, d.h. das oder die auslösenden Allergene können identifiziert werden. Bei einem Intrakutantest wird die seitliche Brustwand des Hundes geschoren und verschiedene Allergene, in diesem Fall also die Allergene des Flohspeichels, in die Haut gespritzt. Meistens erhält der Hund dazu eine Beruhigungsspritze. Nach 15 – 30 Minuten kann dann anhand der erfolgten Hautreaktion ein Ergebnis abgelesen werden. Eine ähnliche Untersuchung kann in speziellen Labors mit Blutproben durchgeführt werden. Dabei wird das Blut auf spezielle Antikörper untersucht, die sich gegen die Allergene richten. Leider sind diese Untersuchungsverfahren noch nicht 100%ig zuverlässig: Liegt ein negatives Testergebnis vor, kann der Hund in Einzelfällen trotzdem eine Flohspeichelallergie haben. Außerdem können auch gesunde Hund positive Testergebnisse haben, wenn sich ihr Abwehrsystem in der Vergangenheit mit den Allergenen auseinandergesetzt hat. Diese Hunde brauchen dann nicht zwangsläufig allergisch zu sein. Daher erlaubt nur die Kombination aus klinischem Bild, diagnostischer Therapie und ggf. Allergietest eine Diagnose. Allergietests können durch eine Vielzahl von Medikamenten beeinflusst werden. Vor einer Durchführung sollten daher alle Medikamente – auch solche, die bereits vor einigen Wochen eingenommen wurden – mit einem Tierarzt besprochen werden.

Behandlung

Beim Vorliegen einer akuten Flohspeichelallergie muss eine konsequente, ganzjährige Flohbekämpfung aller im Haushalt lebenden Tiere erfolgen. Liegen bereits Sekundärinfektionen durch Bakterien oder Pilze vor, müssen diese gleichzeitig entsprechend behandelt werden.

So genannte Desensibilisierungstherapien, bei denen der Hund regelmäßig das Allergen gespritzt bekommt und eine Gewöhnung stattfinden soll, haben bei Flohspeichelallergien bisher wenig Erfolg gezeigt.

Liegt ein akuter Flohbefall vor, muss zusätzlich eine gründliche Reinigung und Behandlung der Umgebung erfolgen. Immerhin befinden sich die meisten Eier und Entwicklungsstadien der Flöhe in der Umgebung, also z.B. in Ihrer Wohnung! Informationen dazu finden Sie unter Flohbefall.

Prognose

Eine Flohspeichelallergie kann nicht geheilt, durch eine konsequente Flohbekämpfung jedoch gut kontrolliert werden.

Vorbeugung

Allergiegefährdete Tiere besitzen meist eine Überempfindlichkeit auf verschiedene Allergene, beispielsweise auf einen Futterinhaltsstoff und Flohspeichel. Diese Allergiefaktoren summieren sich, bis eine bestimmte Juckreizschwelle erreicht ist und Symptome entstehen. Die Juckreizschwelle ist bei jedem Hund unterschiedlich hoch. Durch vorbeugende Maßnahmen kann deswegen versucht werden, diese Juckreizschwelle nicht zu überschreiten. Dazu gehört insbesondere eine regelmäßige Behandlung gegen Parasiten (Würmer, Ektoparasiten).

Abb. FZGMFB20
Abb. FZGMFB20: Das Prinzip der Juckreizschwelle.

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Stand: 10.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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