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Hund: Flohbefall

Ursachen

Flöhe sind hell bis dunkelbraune, seitlich abgeflachte, flügellose Insekten von 2 bis 5mm Länge, die sich durch Blutsaugen ernähren. Zwar gibt es einen speziellen Hundefloh (Ctenocephalides canis), dieser beschränkt sich aber in der Auswahl seiner Wirte nicht nur auf Hunde, sondern verachtet auch andere Warmblüter – und die Hundebesitzer – nicht. Umgekehrt springen auch Flöhe anderer Tiere (z.B. die der Katze, Kaninchen, Mäuse u.v.a.) auf Hunde über. In Deutschland macht der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) inzwischen etwa 70% der gesamten Flohpopulation aus.

Abb. GBW61ZET
Abb. GBW61ZET: Stark vergrößerte Aufnahme eines Flohs.

Man muss davon ausgehen, dass 10 – 20% aller Hund Flöhe haben. Flöhe halten sich hauptsächlich und nicht nur zu ihren Blutmahlzeiten auf dem Hund auf. Sie verstecken sich über längere Zeit im Fell und legen dort auch Eier, die dann beim Bürsten, aber auch sonst aus dem Fell fallen können. Manche Flöhe verlassen jedoch nach dem Stich den Hund und legen in der Umgebung Eier ab, die sich unter günstigen Bedingungen (Trockenheit, Temperaturen über 10°C) in durchschnittlich 11 Tagen über verschiedene Larvenstadien zu neuen Flöhen entwickeln. Die Larven leben in Teppichböden, Fußbodenritzen, Decken, Kissen und Körben und ernähren sich von organischem Abfall, vor allem vom Kot erwachsener Flöhe.

Durch das inzwischen gemäßigte Klima in Mitteleuropa ist Flohbefall ein ganzjähriges Problem geworden. Gerade in der Wohnung herrschen das ganze Jahr über klimatisch günstige Verhältnisse, so dass sich ein einmal aufgetretenes Flohproblem endlos hinziehen kann.

Flöhe entwickeln sich vom Ei über drei verschiedene Larvenstadien zum erwachsenen Floh. Im so genannten Puppenstadium, dem letzten Stadium vor der Wandlung zum erwachsenen Floh, können die Parasiten maximal ein halbes Jahr verharren. So sichern sie sich ihr Überleben auch unter sehr ungünstigen Bedingungen wie Kälte, Feuchtigkeit oder Nahrungsmangel. Aus diesem Grund ist es möglich, sich auch in länger leer stehenden Räumen mit Flöhen zu infizieren.

Im Darm von Flöhen können Larven des so genannten Gurkenkernbandwurms enthalten sein, die beim "Knabbern" vom Hund aufgenommen werden können. Weitere Informationen zu Erkrankungen durch Bandwürmer unter Wurmbefall.

Ansteckung

Bei engem Kontakt hüpfen Flöhe, die etwa 25 – 30cm weit springen können, von Hund zu Hund und auf andere Tiere – und den Menschen. Meistens verlassen die Flöhe ihren Wirt aber erst, wenn sich mehr als 200 Flöhe auf ihm tummeln. Daher stecken sich andere Tiere und der Mensch eher mit Flöhen an, die sich in der Umgebung aus den Larven entwickelt haben. Die Flöhe können auch direkt vom Boden ihre neuen Wirte anspringen.

Abb. GBW65ORL
Abb. GBW65ORL: Typisches Bild von Flohstichen beim Menschen.
Flöhe stechen meist in einer so genannten "Straße", d.h. dass mehrere Stiche hintereinander angeordnet sind.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Schwarze Krümel („Flohkot“) im Fell

Symptome

Das auffälligste Symptom für Flohbefall ist der Juckreiz, der durch den Stich des Flohs ausgelöst wird. Diese Stiche sind auf der menschlichen Haut deutlich sichtbar und sind meist in einer Reihe angeordnet. Beim Hund sind die Stiche jedoch im Fell versteckt. Außerdem wird man als Halter erst durch das Kratzen des Tieres aufmerksam: Zu diesem Zeitpunkt ist durch die Pfote meist bereits ein ganzer Hautbereich gerötet. Bei näherem Hinsehen können dann jedoch deutliche Hinweise in Form von Flohkot – oder sogar die kleinen braunen Flöhe selbst – im Fell entdeckt werden.

Über diese eher lästigen Beschwerden hinaus kann der Flohspeichel, der mit dem Stich ins Blut gelangt, eine so genannte Flohspeichelallergie auslösen. Es bilden sich kleine verschorfte Knötchen, die sich vom Kopf über den Rücken ausdehnen können. Diese Hautveränderungen entstehen unabhängig vom Ort des Flohstichs und verschärfen den allgemeinen Juckreiz.

Bei Welpen kann ein sehr starker Flohbefall auch zu einer Blutarmut führen (Anämie).

Diagnose

  • Direktes Fangen eines Flohs.
  • Flohkot kann zum Vorschein gebracht werden, indem man den Hund auf eine weiße Unterlage setzt und das Fell durchkämmt. Bei Anwesenheit von Flöhen rieseln typische schwarze Krümelchen, die wie Schmutz aussehen, auf die Unterlage. Mit etwas Wasser vermischt, färben sich die Krümel bräunlich-rot, da im Flohkot Blutbestandteile enthalten sind.
Abb. GEBJJFKM
Abb. GEBJJFKM: Flohkamm.
Mit einem Flohkamm, der besonders eng stehende Zinken hat, lassen sich Flohkot und Eier leicht nachweisen.

Behandlung

Die Behandlung von Flohbefall besteht immer aus einer medikamentellen Versorgung des infizierten Tieres (und seiner Kontakttiere) sowie aus einer Umgebungsbehandlung, um einen Neubefall aus der Umgebung zu vehindern.

Zur Flohbekämpfung am Hund selbst werden mittlerweile fast ausschließlich so genannte Spot-on-Präparate eingesetzt. Sie zeigen bei einfacher Anwendung die größte Wirksamkeit. Zur Applikation wird das Fell im Nacken gescheitelt und die Lösung auf die Haut aufgetragen. Der Hund sollte dort etwa einen Tag nicht gestreichelt werden und zwei Tage von Bächen, Badeseen usw. ferngehalten werden. Die Wirkung von Spot-on-Präparaten hält etwa 4 – 6 Wochen an und erstreckt sich meist auch auf andere Parasiten (Zecken, Milben). Alternativ sind auch Sprays oder Shampoos mit entsprechenden Wirkstoffen wirksam. Flohpuder kann eventuell für Welpen unter 6 Wochen, bei denen Spot-on-Präparate noch nicht verwendet werden dürfen, nützlich sein. Einige Flohhalsbänder zeigen bei bereits vorliegendem Flohbefall keine ausreichende Wirkung mehr. Es werden aber ständig neue Präparate entwickelt, so dass es inzwischen auch Flohhalsbänder mit sehr guter Wirksamkeit auch bei bestehendem Befall gibt. Neuerdings gibt es auch Kautabletten gegen Flohbefall. Lassen Sie sich von ihrem Tierarzt beraten, welches Präparat in Ihrem Fall am besten geeignet ist.

Nach einem Flohbefall sollte der Hund unbedingt entwurmt werden, da Flöhe Bandwürmer übertragen können.

Entscheidend, aber wesentlich schwieriger als die Bekämpfung der Flöhe auf dem Hund selbst, ist die Umgebungsbehandlung. Häufiges Absaugen von Teppichböden, Waschen von Kissen und Decken sowie Einsprühen der Lieblingsplätze mit einem Spray sind wichtige, die Behandlung des Tieres unterstützende Maßnahmen. In diesen Umgebungs-Sprays sind entwicklungshemmende Substanzen enthalten, die die Weiterentwicklung der Larve zum erwachsenen Floh verhindern. Auch in einigen Spot-on-Präparaten sind Wirkstoffe enthalten, die Larven schädigen können, also den Infektionsdruck in der Umgebung weiter vermindern können. Auch so genannte Vernebler/Fogger können eingesetzt werden, um ganze Räume von Flöhen und ihrem Nachwuchs zu befreien. Diese sind in tierärztlichen Praxen erhältlich, sollten aber bei besonders stark befallenen Wohnräumen eher von geprüften Schädlingsbekämpfern angewendet werden.

Prognose

Flohbefall kann wirkungsvoll behandelt werden und gezielt bereits im Vorfeld vermieden werden. Problematisch ist es, wenn die Wohnung bereits mit Floheiern und Larvenstadien "verseucht" ist. Da ein Floh innerhalb eines Tages etwa 20 Eier legen kann, ist es leicht vorstellbar, wie schnell dies geschehen kann. In solchen Fällen muss die Flohbekämpfung sehr energisch vollzogen werden, da solche Wohnräume ansonsten unbewohnbar werden.

Vorbeugung

Regelmäßig (etwa alle vier Wochen) angewendete Spot-on-Präparate oder das Tragen eines Flohhalsbands beugen einem Flohbefall vor.

Tipps

Bei Flohbefall muss die gesamte Umgebung des Hundes regelmäßig gesaugt werden. Den Staubsaugerbeutel sollten Sie nach dem Saugen unbedingt wechseln – und den alten möglichst verbrennen oder fest in einer Plastiktüte verschlossen entsorgen. Es sind auch mit Flohmitteln präparierte Staubsaugerbeutel im Handel erhältlich. Bei massivem Flohbefall in Wohnräumen kann es durchaus auch gerechtfertigt und sinnvoll sein, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.

ACHTUNG

Alle im Haushalt lebenden Tiere müssen bei Flohbefall behandelt werden! Dabei ist darauf zu achten, dass Katzen nicht mit allen Medikamenten des Hundes behandelt werden dürfen. Einige der für Hunde sehr gut wirksamen Flohmittel sind nämlich für Katzen bereits in geringer Menge tödlich!

Stand: 07.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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