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Hund: Flankenalopezie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Saisonale Flankenalopezie, Zyklisch rekurrierende Flankenalopezie, CRFA, Haarausfall an den Flanken

Saisonale Flankenalopezie bedeutet übersetzt: zu gewissen Jahreszeiten (saisonal) auftretende Haarlosigkeit (Alopezie) an der seitlichen Brust- und Bauchwand (Flanke). Diese Haarlosigkeit tritt immer auf beiden Körperseiten symmetrisch auf.

Ursachen

Bei einer Flankenalopezie tritt eine vorübergehende Störung der Haarbildung in den Haarfollikeln auf. Die Ursache dafür ist bisher unbekannt. Da diese Störung aber nur in Gegenden mit ausgeprägten jahreszeitlichen Schwankungen der Tageslichtlänge auftritt, wird diskutiert, ob eine tageslichtabhängige hormonelle Störung für die Flankenalopezie verantwortlich sein könnte. Man vermutet eine Regulationsstörung des Hormons Melatonin, das das Haarwachstum beeinflusst.

Abb. FZ6LWOPJ
Abb. FZ6LWOPJ: Aufbau der Haut mit Lage der Haarfollikel.
Bei einer Flankenalopezie kommt es aus bisher ungeklärter Ursache zu einer Störung in den Haarfollikeln.

Bei den meisten Hunden beginnt der Haarausfall im Herbst, hält den Winter über an und im Frühling beginnen die Haare erneut zu wachsen ("Winteralopezie"). Nur bei wenigen Hunden setzt der Haarausfall im Frühling ein und überdauert den Sommer ("Sommeralopezie"). Bei einigen Hunde setzt das Haarwachstum von Jahr zu Jahr später ein, so dass diese Hunde irgendwann ganzjährig kahle Stellen aufweisen.

Bei einigen Rassen tritt Flankenalopezie häufiger auf als bei anderen. Dazu gehören z.B. Airdale Terrier, Boxer und Englische Bulldoggen, aber auch bei vielen anderen Rassen und Mischlingen tritt die Erkrankung auf. Lediglich Cocker Spaniel und Deutsche Schäferhunde scheinen resistent gegen Flankenalopezie zu sein.

Leitsymptom

  • Symmetrischer Haarausfall

Symptome

Bei betroffenen Hunden fällt ganz plötzlich, meistens auf beiden Körperhälften symmetrisch verteilt, das Fell aus. Hauptsächlich ist die seitliche Bauchwand betroffen, aber auch ein „sattelartiger“ Haarausfall, der sich über den Brustraum erstreckt, ist möglich. Der Übergang von behaarter zu unbehaarter Haut ist dabei scharf. Die haarlose Haut verfärbt sich häufig dunkel, weist jedoch keinerlei Entzündungszeichen auf.

Das Haar wächst normalerweise nach 3 – 4 Monaten wieder nach. Dabei kann es dünner sein und auch Farbveränderungen aufweisen. Im Folgejahr wiederholt sich der Haarausfall. Besonders nach mehreren Jahren wird das nachwachsende Haar zunehmen dünner. Schließlich können die kahlen Stellen ganzjährig bestehen bleiben.

Die Hunde sind meistens zwischen 2 und 4 Jahren alt, wenn die Symptome zum ersten Mal auftreten.

Diagnose

Die Rassezugehörigkeit und das klinische Bild des Haarausfalls erlauben meist bereits eine Verdachtsdiagnose, die vor allem durch den Ausschluss anderer Hauterkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen, bestätigt werden muss. Dazu ist in vielen Fällen eine Biopsie notwendig. Mit einer kleinen Nadel wird dabei ein Hautstück ausgestanzt und histologisch auf Veränderungen der Haarfollikel und der Haut untersucht.

Behandlung

Eine Behandlung von saisonaler Flankenalopezie ist nicht erforderlich, es handelt sich um ein rein kosmetisches Problem.

Vorbeugung

In vielen Fällen kann durch eine prophylaktische Gabe des Hormons Melatonin der Haarausfall verhindert werden. Die Eingabe des Medikaments muss etwa vier Wochen vor zu erwartendem Haarausfall begonnen werden und dann langfristig erfolgen.

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Stand: 07.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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