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Hund: Fehldeckung

Weitere Bezeichnung: Unerwünschte Gravidität

Hündinnen werden im Durchschnitt alle sechs Monate läufig. Etwa zehn Tage nach Beginn der Läufigkeit, die sich durch blutigen Ausfluss bemerkbar macht, ist die Hündin deckbereit. Deckbereitschaft bedeutet, dass sie einen aufspringenden Rüden duldet. Nachdem der Rüde aufgesprungen ist, kommt es sehr schnell zum Samenerguss (Ejakulation).

Anschließend bleiben die Hunde noch ca. 20 Minuten aneinander „hängen“. Dieses Hängen entsteht durch eine anatomische Besonderheit des Hundepenis und ermöglicht seinen Spermien einen Vorsprung, sollte es anschließend sofort zu einer Bedeckung durch einen anderen Rüden kommen. Die Tiere dürfen während dieser Zeit keinesfalls mit Gewalt voneinander getrennt werden, da schwere Verletzungen die Folge sein könnten. Außerdem ist die für die Befruchtung wichtige Ejakulation bereits geschehen und eine eventuelle Trächtigkeit kann durch das vorzeitige Trennen der Hunde nicht mehr vermieden werden.

Ist eine Trächtigkeit unerwünscht, kann diese durch die Gabe von Hormonen verhindert werden. Ohne allzu große Nebenwirkungen ist dies nur zwischen sechs und sechzehn Tage nach dem Deckakt möglich. Zwei Injektionen im Abstand von 24 Stunden sind dafür mindestens erforderlich. Einige Tage später sollte per Ultraschall der Erfolg der Behandlung überprüft werden oder gegebenenfalls eine erneute Injektion des Hormons erfolgen.

Auch die Kastration einer fehlgedeckten Hündin ist möglich und wird in einigen Fällen durchgeführt. Das Operationsrisiko ist allerdings bei trächtigen Hündinnen erhöht, da die Gebärmutter während der Trächtigkeit stark durchblutet ist.

Grundsätzlich empfiehlt sich die Kastration von Hündinnen, die nicht zur Zucht verwendet werden sollen. Auch erfahrenen Hundehaltern passiert es immer wieder, dass die läufige Hündin wegläuft oder der Nachbarshund doch einen Weg findet...

Abb. FZ5O9A4G
Abb. FZ5O9A4G: Hängen bei Schäferhunden.
Zum Zeitpunkt des Hängens befinden sich die Spermien bereits in der Scheide oder Gebärmutter der Hündin, eine eventuelle Trächtigkeit kann nicht mehr verhindert werden.

Stand: 23.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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