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Hund: FSME

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Frühsommer-Meningoenzephalitis, zentraleuropäische Zeckenenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren ausgelöst. Diese kommen jedoch nur in bestimmten Risikogebieten vor. In Deutschland liegen die wesentlichen Verbreitungsgebiete in Baden-Württemberg und Bayern sowie in Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Doch auch in den Risikogebieten ist nur ein sehr geringer Teil der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert.

Klinische Symptome einer FSME treten bei Tieren nur gelegentlich auf, hauptsächlich erkranken Menschen. Das bedeutet, dass Tiere eine hohe natürliche Resistenz gegen die Viren besitzen. Nach einer Infektion kommt es also in den meisten Fällen nicht zu einer Erkrankung, sondern das Abwehrsystem des Hundes kann die Viren effektiv bekämpfen.

Ursachen

FSME ist eine Virus-Erkrankung, die durch einen Stich der Zecke Ixodes ricinus (Holzbock) übertragen wird. Die Zecke überträgt das Virus sofort beim Einstechen in die Haut.

Abb. H27JRS8N
Abb. H27JRS8N: Ixodes ricinus (Holzbock).

Ansteckung

Die Übertragung der Viren findet nur über Zecken statt, ein Mensch kann sich nicht bei einem erkrankten Hund anstecken.

Symptome

Während das Virus beim Menschen oft schwerwiegende Hirnhautentzündungen hervorruft, scheinen Hunde weniger empfindlich zu sein. Bei Hunden mit stark geschwächtem Abwehrsystem kann es jedoch in Ausnahmefällen zu schwerwiegenden Erkrankungen mit Todesfolge kommen. Meist sind dann große Hunde betroffen. Zu Beginn bestehen hohes Fieber bis 41°C, Schwäche sowie Bewegungsstörungen. Später kommt es zu Lähmungen, Übererregbarkeit und Krampfanfällen. Die Krankheitsdauer ist selten länger als eine Woche.

Diagnose

Eine Verdachtsdiagnose kann anhand der Symptome gestellt werden, wenn der Hund in einem Risikogebiet für FSME lebt. Durch eine Blutuntersuchung können Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. Da aber vermutlich sehr viele Hunde vom FSME-Virus befallen waren ohne jemals Symptome gezeigt zu haben, ist das Ergebnis einer solchen Blutuntersuchung nur bedingt aussagekräftig. Lediglich durch eine Obduktion bei bereits verstorbenen Hunden kann die Diagnose sicher gestellt werden.

Behandlung

Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich, lediglich eine symptomatische Behandlung kann den Genesungsverlauf unterstützen. Um dem Auftreten von Krampfanfällen vorzubeugen, sollten entsprechende Medikamente frühzeitig gegeben werden.

Prognose

Bei mildem Verlauf ist die Prognose gut. Bei schweren Verlaufsformen ist mit bleibenden Schäden wie beispielsweise Lähmungen von Gliedmaßen zu rechnen. Wenn bereits Krampfanfälle auftreten ist die Prognose sehr schlecht, eine Einschläferung sollte in Erwägung gezogen werden.

Vorbeugung

Zeckenbefall kann mit Hilfe von Spot-on-Präparaten oder auch Halsbändern relativ sicher vermieden werden. Dabei kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die repellierend und akarizid wirken. Repellentien besitzen eine abwehrende Funktion: Die Zecken haften zwar kurzfristig am Tier, lassen sich dann aber wieder fallen und sind dann meist so geschädigt, dass sie auch kein anderes Tier mehr angreifen können. Die akarizide Wirkung ist ein zusätzlicher Schutz, der die Zecke beim Biss tötet. Grundsätzlich sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, sobald die Außentemperatur über 7°C liegt, da dann die Zecken bereits aktiv werden. Die Wirkungsdauer der Medikamente beträgt etwa 3 – 4 Wochen. Das Absammeln von Zecken nach einem Spaziergang ist kein sicherer Schutz!

Tipps

Bei Hunden mit sehr trockener Haut wirken die beim Tierarzt erhältlichen Spot-on-Präparate eventuell kürzer als auf der Packungsbeilage angegeben. Wiederholen Sie daher die Behandlung früher, falls Sie merken, dass der Zeckenschutz abnimmt!

ACHTUNG

Einige der im Handel erhältlichen Halsbänder dürfen nicht angewendet werden, wenn die Hunde Kontakt zu Kleinkindern haben. Achten Sie deshalb genau auf die Angaben der Hersteller!

Stand: 08.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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09.06.2013: Ursula
Wir haben die Krankheit trotz schwerster Krämpfe überstanden. Einschläfern ist , im Gegensatz zu dem Rat hier, nicht notwendig. Man braucht einen guten Tierarzt und gute Nerven. Alles wieder gut!

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