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Hund: Durchfall

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Diarrhoe

Durchfall (Diarrhoe) bedeutet, dass zum einen häufiger, zum anderen ungeformter, also vermehrt wasserhaltiger Kot abgesetzt wird. Dabei kann die Wassermenge im Kot und damit seine Konsistenz stark variieren. Etwaige Beimengungen wie Schleim oder Blut sind wichtige Hinweise für den Tierarzt, deuten jedoch nicht unbedingt auf die Schwere der Erkrankung hin. Da dem Durchfall oft eine Entzündung des Darms zu Grunde liegt, ist dementsprechend die Durchblutung der Darmschleimhaut verstärkt. Die gut gefüllten Blutgefäße in der Darmwand reißen beim Pressen auf Kot leicht ein und bluten ins Darminnere. Frisches rotes Blut entstammt dabei den letzten Abschnitten des Darmes, dem Dick- oder dem Mastdarm, während Blutungen im vorderen Bereich, im Dünndarm, den Kot schwärzlich-teerartig aussehen lassen.

Als akute Durchfälle bezeichnet man über ein bis zwei Tage andauernde Erkrankungen. Als chronische Durchfälle werden Erkrankungen bezeichnet, die über mindestens zwei Wochen zu Krankheitserscheinungen führen. Von einem wiederkehrenden oder rezidivierenden Durchfall spricht man, wenn die Symptome nach Abheilung wieder auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für eine Durchfallerkrankung sind sehr vielfältig. Die Störung kann im Darm selbst liegen oder der Durchfall ist Begleiterscheinung einer anderen Krankheit.

Im Darm lokalisierte Ursachen für Durchfall:

Durchfall als Begleiterscheinung von:

Ansteckung

Durch Viren, Bakterien und Parasiten hervorgerufene Durchfälle können für andere Hunde ansteckend sein.

Symptome

Durchfall kann bei ansonsten völlig ungestörtem Allgemeinbefinden auftreten, es handelt sich dann um einen so genannten unkomplizierten Durchfall. Man nimmt an, dass bei Hunden in über 60% aller Duchfallerkrankungen solche unkomplizierten Fälle vorliegen.

In schwereren Fällen treten jedoch weitere Symptome auf. Typische Begleiterscheinungen von Durchfall sind Fieber, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Auch Blähungen und Schmerzen im Bauchbereich treten häufig auf. Die Tiere können schnell schwach und matt werden.

Bedrohlich ist bei akuten Durchfällen hauptsächlich der Flüssigkeitsverlust, der durch den stark wasserhaltigen Kotabsatz entsteht. Je wässriger der Kot ist und je mehr davon abgesetzt wird, umso schneller trocknet der Hund aus. Extreme Austrocknung kann sogar zum Tode führen. Bei chronischem Durchfall gewinnen Nährstoffverluste an Bedeutung. Eiweiß- und Vitaminverlust äußert sich durch Abmagerung und stumpfes Fell.

Diagnose

Nicht jeder Hund mit Durchfall muss dem Tierarzt vorgestellt werden. Eine tierärztliche Untersuchung sollte jedoch erfolgen, wenn

  • Durchfall über mehrere Tage hinweg oder in regelmäßigen Abständen auftritt,
  • das Allgemeinbefinden des Hundes gestört ist (Apathie, Fieber, Erbrechen, Schmerzen)

sowie grundsätzlich bei Welpen und älteren Hunden.

Die Diagnose Durchfall ist einfach und schnell gestellt, es dauert jedoch meist einige Zeit, die genaue Ursache herauszufinden und die erforderliche Behandlung festzulegen. Die diagnostischen Möglichkeiten bei Durchfall sind vielfältig. Daher sind der Vorbericht zur Fütterung, verabreichte Medikamente und insbesondere die letzte Entwurmung wichtige Informationen für den Tierarzt. Je schwerer der Verlauf des Durchfalls und je kranker das Tier, desto umfangreicher werden die anschließenden Untersuchungen ausfallen.

Folgende Untersuchungen können in Betracht gezogen werden:

  • Kotuntersuchung: Da häufig Parasiten zu Durchfall führen oder den Krankheitsverlauf zumindest beeinflussen, können Kotuntersuchungen durchgeführt werden.
  • Blutuntersuchungen: Routine-Blutuntersuchungen geben Hinweise auf Entzündungsgeschehen, Allergien und Parasitenbefall. Auch auf den Grad der Austrocknung kann durch das Blutbild geschlossen werden. Zusätzlich kann mit so genannten Organ-Profilen die Funktion einzelner Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse usw. überprüft werden.
  • Röntgen: Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen können beispielsweise Fremdkörper oder ein Darmverschluss sichtbar gemacht werden. Zur besseren Darstellung kann dem Hund vorher ein Kontrastmittel verabreicht werden.
  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung erlaubt eine Beurteilung aller inneren Organe.
  • Endoskopie: Unter Narkose wird dem Hund ein Schlauch mit einer kleinen Kamera über Maul und Speiseröhre in den Magen und den vorderen Dünndarm eingeführt. Der Tierarzt kann dann die gesamte Schleimhaut des oberen Verdauungstrakts, also Magen- und Dünndarm, untersuchen und Gewebeproben entnehmen.
  • Probelaparotomie (Diagnostische Eröffnung des Bauchraums): Bei einer Probelaparotomie wird unter Narkose die Bauchhöhle des Hundes eröffnet. Das ermöglicht die genaue Untersuchung aller im Bauchraum liegenden Organe.

Behandlung

Anhaltender Durchfall und Durchfall, der von Fieber, Erbrechen, Schwäche, Atemnot oder Blutbeimengungen begleitet wird, muss unbedingt tierärztlich behandelt werden. Der Tierarzt richtet seine Behandlungsmaßnahmen am Verlauf und dem Schweregrad des Durchfalls sowie dem individuellen Zustand (Alter, Allgemeinbefinden) des Hundes aus. Starker Flüssigkeitsverlust muss aber in jedem Fall mit Flüssigkeitsersatz behandelt werden. Dazu erhält der Hund in der Regel Infusionen.Einen weiteren, einheitlichen Behandlungsplan gibt es bei Durchfall nicht, da die verschiedenen Grunderkrankungen durch eine gezielte Therapie (Medikamente, Operation) behandelt werden müssen.

Bei unkompliziertem Durchfall, der erst weniger als 24 Stunden andauert und ohne Begleiterkrankungen auftritt, kann ein Therapieversuch ohne endgültige Diagnose durchgeführt werden. Dem Hund wird für mindestens 24 Stunden kein Futter gegeben. Tritt während dieser Fastendauer kein erneuter Durchfall auf, kann langsam mit einem selbstgekochten Diätfutter angefüttert werden. Dazu wird Reis mit magerem Fleisch mindestens 40 Minuten gekocht. Über den Tag verteilt werden dem Hund 6 – 7 Portionen angeboten. Dabei je nach Hundegröße mit 1 – 4 Esslöffeln beginnen und langsam steigern. Wenn der Kot wieder normal geformt ist, kann das normale Futter untergemischt werden. Wasser oder eine so genannte Elektrolyt-Lösung (siehe Tipps) muss während der Fastenzeit unbedingt zur Verfügung stehen.

Prognose

Unkomplizierte Durchfälle sind meist schnell ausgestanden. Bei schweren chronischen oder wiederholt auftretenden Durchfällen ist die Prognose von der Ursache abhängig.

Vorbeugung

Entwurmen Sie Ihr Tier regelmäßig! Parasiten sind häufige Ursache von Durchfällen und schwächen das Abwehrsystem Ihres Hundes auch bei anderen Infektionen.

Tipps

Durchfälle führen schnell zu starken Flüssigkeitsverlusten, die ausgeglichen werden müssen. Folgendes Rezept der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann bei Durchfällen und Erbrechen immer als Alternative zu Trinkwasser angeboten werden. Neben Flüssigkeitsverlusten werden so auch einige Mineral- und Nährstoffverluste ausgeglichen.

  • 1l gekochtes Wasser
  • 2/3 Teelöffel Salz
  • 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 400ml Apfelsaft
  • 4 Teelöffel Honig oder Traubenzucker

Natürlich können auch Trinklösungen aus der Apotheke verwendet werden.

Schon vor mehr als hundert Jahren half die Morosche Karottensuppe vielen Kindern, die an Durchfall erkrankt waren. Auch Hunde können von dieser Suppe profitieren. Sie enthält einen Inhaltsstoff, der ähnlich einem Antibiotikum gegen Bakterien wirkt.

Zubereitung: 500g geschälte Karotten 1 Stunde in einem Liter Wasser kochen, danach passieren oder pürieren. Mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter Gesamtvolumen auffüllen und einen knapp gestrichenen Teelöffel Salz zugeben. Die Suppe kann dem Hund mehrmals täglich in kleinen Portionen angeboten werden.

ACHTUNG

Bei Welpen und älteren Hunden führen Durchfälle sehr schnell zu hohen Flüssigkeitsverlusten. Es sollte deswegen immer sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Stand: 27.12.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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