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Hund: Cheyletiellose

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Pelzmilbenbefall

Cheyletiellen (Pelzmilben) sind so genannte Ektoparasiten und gehören zu den Spinnentieren. Sie durchlaufen in ihrer Entwicklung verschiedene Stadien: aus dem Ei wird über eine Larve und zwei Nymphenstadien eine ausgewachsene Milbe von etwa 0,2 – 0,5mm Länge. Diese gesamte Entwicklung wird auf dem gleichen Wirt vollzogen, da Cheyletiellen – im Gegensatz zu anderen Spinnentieren wie Zecken oder Herbstgrasmilben – in der Umgebung nur begrenzt lebensfähig sind.

Ursachen

Cheyletiellen sind Pelzmilben, die auf der Hautoberfläche leben und sich von Hautschuppen ernähren. Die weiblichen Milben kleben ihre Eier an den Haaren des Hundes fest.

Ansteckung

Cheyletiellen treten bei engem Körperkontakt zwischen den Hunden über. Sie sind hochansteckende Milben, die verschiedene Tierarten befallen können. Auch Menschen können sich mit Cheyletiellen anstecken (Zoonose).

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Schuppenbildung

Symptome

Bei starkem Befall zeigen die Tiere (und auch der Mensch) starken Juckreiz, der besonders im Rückenbereich (Kruppe) und an den Ohraußenrändern auftritt und sich im Verlauf der Krankheit über den gesamten Rumpf ausbreitet. Die Haut ist sehr stark geschuppt und trocken. Manchmal bilden sich auch richtige Krusten. Unter den Schuppen oder Krusten zeigt sich eine Hautrötung. Teilweise sieht es aus, als würden sich die Schuppen bewegen: Das sind die Milben!

Geringer Befall mit Pelzmilben kann auch symptomlos verlaufen und nur mit einer verstärkten Schuppenbildung einhergehen.

Abb. FZ5K7S1W
Abb. FZ5K7S1W: Typisches Hautbild bei Befall mit Cheyletiellen.

Diagnose

Der Nachweis von Cheyletiellen ist meist einfach. Ein Streifen durchsichtiges Klebeband wird auf die Hautveränderungen gedrückt und anschließend auf einen Objektträger geklebt. Unter dem Mikroskop sind die Milben dann meist deutlich zu erkennen.

Abb. FZ5KA9EW
Abb. FZ5KA9EW: Cheyletiella-Milbe.
Mikroskopische Ansicht einer Cheyletiella-Milbe (Klebeband-Abklatsch-Präparat).

Sollten so keine Cheyletiellen nachgewiesen werden, kann man mit einem Flohkamm (der sehr engständige Zinken hat) die Haare kämmen und die ausfallenden Schuppen auffangen. Diese Schuppen können wiederum mit Hilfe eines Klebebands und einem Objektträger unter dem Mikroskop betrachtet werden. Da die Milben einen starken Juckreiz auslösen, lecken und knabbern die Hund viel und fressen dabei die Milben. Diese werden dann unverdaut mit dem Kot ausgeschieden. So kann auch eine Kotuntersuchung den Befall mit Cheyletiellen belegen.

Abb. FZ5KDKHC
Abb. FZ5KDKHC: Flohkamm.

Behandlung

Verschiedene Wirkstoffe gegen Cheyletiellen stehen als Shampoo, Spot-on-Präparat, Spray oder in Tablettenform zur Verfügung. Cheyletiellen haben im Vergleich zu anderen Milben einen sehr langen Entwicklungszyklus von sechs Wochen. Daher muss eine Behandlung mindestens über diesen Zeitraum erfolgen. Es ist genau den Anweisungen der Präparate zu folgen, um erfolgreich zu therapieren.

Cheyletiellen können unter günstigen Bedingungen bis zu 21 Tage ohne einen Hund in der Umgebung überleben. Daher muss die gesamte Umgebung des Hundes konsequent gereinigt und mit Kontaktinsektiziden behandelt werden. Kissen, Decken, Körbe, Bürsten usw. müssen mit Wasser von mindestens 55°C gewaschen werden. Andere Hunde, Katzen, Frettchen, Kaninchen und Meerschweinchen können auch Träger der Milben sein, aber keine Symptome zeigen. Daher müssen diese Tiere ebenfalls behandelt werden, wenn sie im gleichen Haushalt leben.

Prognose

Bei ausreichend langer Therapie des Hundes und der anderen im Haushalt lebenden Tiere sowie nach sorgfältiger – aber zugegebenermaßen aufwändiger – Behandlung der Umgebung ist die Prognose gut.

ACHTUNG

Cheyletiellen können auf den Menschen übertragen werden, etwa jede 5. Kontaktperson infiziert sich. An den betroffenen Hautstellen zeigen sich kleine, juckende, rote Veränderungen. Häufig werden diese mit Mückenstichen oder Neurodermitis verwechselt. Der Mensch ist jedoch ein so genannter Fehlwirt, d.h. die Milben können sich auf ihm nicht weiterentwickeln, sondern sterben ab. Es kommt jedoch immer wieder zu neuen Hautveränderungen, solange der Milbenbefall des Tieres nicht behandelt wird.

Stand: 17.12.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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27.09.2016: Terrier-Lady
wie soll man denn die Umgebung behandeln ??? Was wird empfohlen ???

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