petSpot
enpevetenpevita

Hund: Bronchitis, Tracheitis

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Tracheobronchitis, Luftröhrenentzündung

Sauerstoffreiche Atemluft strömt durch Nase, Rachen und Kehlkopf in die Luftröhre. Diese spaltet sich im Brustraum in die zwei Hauptbronchien auf. Im weiteren Verlauf verzweigen sich die Hauptbronchien wie die Äste eines Baumes immer weiter. Zunächst spalten sich die Hauptbronchien in die kleinen Bronchien auf und diese dann in die noch kleineren Bronchiolen. Die Bronchiolen münden in den Lungenbläschen (Alveolen), in denen der Gasaustausch stattfindet: Das sauerstoffarme Blut gibt Kohlendioxid (CO2) in die Atemluft ab und nimmt wieder Sauerstoff auf. Bei einer Bronchitis sind die Luftwege (Bronchien) in der Lunge entzündet. Da Bronchien und Luftröhre wie oben beschrieben anatomisch sehr nah beieinander liegen, ist meist zusätzlich noch die Luftröhre (Trachea) betroffen und man spricht von einer Tracheobronchitis.

Abb. FZ5IX9W7
Abb. FZ5IX9W7: Lage und Aufbau der Atmungsorgane.

Ursachen

Die häufigste Ursache für eine Tracheobronchitis ist der so genannte Zwingerhusten-Komplex: Eine Infektionserkrankung besonders junger Hunde, die durch verschiedene Bakterien und Viren hervorgerufen wird. Aber auch andere Bakterien und Viren können eine Entzündung der Bronchien und der Luftröhre auslösen. Besonders junge Hunde, die in größeren Gruppen leben oder auf dem Hundeplatz viel Kontakt mit Artgenossen haben, infizieren sich häufig mit Viren und Bakterien und entwickeln "Husten".

Daneben sind auch Infektionen mit Herzwürmern und anderen Endoparasiten ursächlich von Bedeutung. Eher selten entstehen Tracheobronchitiden durch eingeatmete Fremdkörper, reizende Gase, Rauch oder Chemikalien.

Ansteckung

Tracheobronchitiden durch Bakterien und Viren wie der Zwingerhusten-Komplex werden durch Speichel und Nasensekret von infizierten Hunden verbreitet.

Leitsymptom

  • Husten

Symptome

Husten ist das Leitsymptom einer Tracheobronchitis. Dieser verstärkt sich meist deutlich beim Spielen, Rennen und bei Aufregung. Teilweise würgen die Hunde weißen Schleim, der häufig mit Erbrechen verwechselt wird. Nur bei sehr schweren Infektionen treten Fieber, Appetitlosigkeit und Schwäche auf.

Diagnose

Die Diagnose wird durch den Vorbericht, die typischen Symptome und eine klinische Untersuchung gestellt. Meistens reicht die klinische Untersuchung aus. In besonders schweren, hartnäckigen oder unklaren Fällen können jedoch weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden, um die genaue Ursache zu ermitteln:

  • Röntgenaufnahme : Fremdkörper, Missbildungen der Luftröhre oder auch Hinweise auf Lungenentzündungen können durch eine Röntgenbild entdeckt werden.
  • Blutuntersuchungen: Das Blut kann auf Entzündungszellen untersucht werden. Außerdem können spezielle Antikörper entdeckt werden, die der Körper als Antwort auf den Kontakt mit einem Krankheitserreger gebildet hat. Antikörper sind jedoch auch nach einer bereits überstandenen Infektion oder nach einer Impfung vorhanden. Durch eine zweimalige Blutuntersuchung im Abstand von ca. 2 Wochen kann man aber im Fall einer akuten Infektion eine deutlichen Anstieg der Antikörpermenge ermitteln (so genannte gepaarte Serumprobe).
  • Tupferprobe (Abstrich): Aus dem Rachen oder der Nase kann mit einem Wattestäbchen etwas Flüssigkeit entnommen werden und auf Viren, ggf. auch auf Bakterien untersucht werden. Wenn verursachende Bakterien gefunden werden, kann im Anschluss durch ein Antibiogramm ein besonders gut wirksames Antibiotikum ermittelt werden. Der Nachteil eines Nasen- oder Rachentupfers besteht darin, dass in diesen Bereichen immer auch nicht-krankmachende Bakterien vorhanden sind, die das Ergebnis verfälschen können.
  • Bronchoskopie: Dazu wird eine kleine, flexible Kamera in die Luftröhre und in die Bronchien eingeführt. Entzündungen, Schleimansammlungen oder Fremdkörper werden so entdeckt. Im Rahmen dieser Untersuchung können Proben für weiterführende Untersuchungen entnommen werden. Aus diesen Proben können Bakterien oder auch Viren ermittelt werden. Der Vorteil liegt darin, dass in diesen Regionen normalerweise keine Bakterien leben, die das Ergebnis verfälschen können. Eine Bronchoskopie wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Behandlung

Die meisten Bronchitiden können mit Hilfe von Antibiotika, Kortisonen, Hustenstillern und auch Inhalationen gut behandelt werden. Je nach genauer Ursache wird der Tierarzt eine Kombination der genannten Medikamente wählen. Genauere Information finden Sie unter den bei Ursachen angeführten Links.

Prognose

Die Prognose ist bei akuten Verläufen gut. Wird die Behandlung sehr spät begonnen, ist insbesondere bei älteren und übergewichtigen Hunden die Prognose ungünstiger, das sich ein chronischer Prozess entwickeln kann und auch die Lunge in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Vorbeugung

Gegen den Zwingerhusten-Komplex ist eine Impfung möglich.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.