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Hund: Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI), Bauchspeicheldrüsenunterfunktion

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt zwischen Magen und Darm und hat zwei Aufgabenbereiche. Im so genannten endokrinen (nach innen wirkenden) Teil werden die Hormone Insulin und Glucagon produziert, die für die Stoffwechsel von Kohlenhydraten notwendig sind. Störungen des endokrinen Pankreas führen beispielsweise zu Diabetes mellitus. Aus dem exokrinen (nach außen wirkenden) Teil der Drüse stammen die meisten Verdauungsenzyme, die in den Magen-Darm-Trakt eingeleitet werden und dort bei der Verdauung der Nahrung benötigt werden. Neben der hier beschriebenen Bauchspeicheldrüsenunterfunktion liegt auch bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Störung des exokrinen Pankreas vor. Die Bauchspeicheldrüse liefert wichtige Pankreasenzyme, die Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett aufspalten, so dass diese durch die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion liegt ein Mangel dieser Pankreasenzyme vor. Dadurch kann der Hund keine Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen und kann theoretisch verhungern, obwohl ausreichend Futter gefressen wird.

Symptome treten in der Regel erst auf, wenn bereits 90% des Drüsengewebes nicht mehr funktionieren, d.h. keine Verdauungsenzyme mehr bilden.

Abb. GL9BBWQE
Abb. GL9BBWQE: Lage der Bauchspeicheldrüse im Magen-Darm-Trakt.

Ursachen

Folgende Ursachen kommen für die Entstehung einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion in Frage:

Leitsymptom

  • Abmagerung

Symptome

Die meisten Hunde werden wegen Abmagerung und Leistungsschwäche in der Praxis vorgestellt – obwohl sie oft und gierig fressen. Außerdem werden große Kotmengen abgesetzt. Der Kot ist häufig gelb oder grau gefärbt, breiig und sehr übel riechend. Einige Hunde leiden auch unter Blähungen. Durch ein Fehlen von Verdauungssäften können die Nährstoffe nicht vom Darm aufgenommen werden und der Futterbrei wird unverdaut oder nur teilweise verdaut mit dem Kot ausgeschieden. Der Nährstoffmangel äußert sich auch in struppigem Haarkleid und kann mit einem Vitaminmangel einhergehen.

In einigen Fällen kann es in der Folge einer Pankreasinsuffizienz zu einer Magenschleimhautentzündung kommen, in diesen Fällen wird auch eine Neigung zum Erbrechen beobachtet. Durch die Verdauungsstörung kann sich auch die Darmflora verändern. Die Darmflora besteht aus vielen nützlichen Bakterien, die bei der Verdauung helfen. Wenn bestimmte Bakterienarten sich übermäßig vermehren, stören sie das Gleichgewicht der Darmflora und führen ihrerseits zu Verdauungsproblemen. Dies nennt man eine Dysbakterie.

Diagnose

Eine Verdachtsdiagnose ist durch die typischen Symptome möglich. Allerdings können auch andere Erkrankungen zu ähnlichen Symptomen führen. Für die endgültige Diagnose einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion sind daher spezielle Blut- und Kotuntersuchungen notwendig. Dabei werden Enzyme gemessen, die normalerweise in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion ist der Gehalt an diesen Enzymen vermindert.

Behandlung

Die Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion besteht in einem lebenslangen Ersatz der Pankreasenzyme. Dazu werden diese Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern oder Schweinen gewonnen und müssen dem Hundefutter als Pulver oder Kapsel zugesetzt werden. Meistens muss die optimale Dosierung über mehrere Wochen ermittelt werden. Einige Tierhalter lassen die Mischung aus Futter und Pulver einige Stunden stehen, um die Nahrung anzuverdauen, andere füttern es sofort. Denkbar ist auch die Fütterung von frischem Pankreasgewebe.

Viele Hunde mit Bauchspeicheldrüsenunterfunktion leiden zusätzlich an einer Unterversorgung mit Vitamin B12 (Cobalamin), dass in diesen Fällen regelmäßig per Injektion zugeführt werden muss.

Bei Hunden mit Verdacht auf eine Störung der Darmflora (Dysbakterie) sollte diese medikamentell behandelt werden.

Spricht der Hund nicht auf die Behandlung an, kann der Grund in einer Zerstörung der gefütterten Verdauungsenzyme durch die Magensäure liegen. In diesen Fällen kann die Wirkung durch Gabe von Magensäurehemmern (so genannte Antazida) u.U. verbessert werden.

Die Hunde müssen keine spezielle Diät fressen, sollten aber mit hochwertigen Futtermitteln versorgt werden. Eine Verminderung des Rohfasergehaltes (also der Ballaststoffe) kann sich günstig auf die Verdauungstätigkeit auswirken.

Prognose

Die Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion muss lebenslang erfolgen, ist relativ aufwändig und kostspielig. Wenn der Hund jedoch konsequent behandelt wird, so hat er in der Regel keine Beschwerden und eine normale Lebenserwartung.

Vorbeugung

Hunde mit der erblichen Form dürfen nicht zur Zucht verwendet werden.

Stark fettreiches Futter, das zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen kann, sollte in der Hundeernährung vermieden werden.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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06.11.2016: Ronja
Dieser Artikel ist sehr informativ, alles genau und verständlich beschrieben. Vielen Dank

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