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Katze: Wurmbefall

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Verwurmung

Entgegen der noch immer landläufigen Meinung, „ die Würmer könnte man doch sehen“, bleibt auch massiver Wurmbefall für den Besitzer in den meisten Fällen unsichtbar!

Würmer durchlaufen in ihrer Entwicklung verschiedene Stadien: Aus einem mikroskopisch kleinen Wurmei bildet sich eine Larve, die mit bloßem Auge noch immer nicht eindeutig zu erkennen ist. Diese Wurmeier oder Larven werden von Katzen aufgenommen. In der Katze vollzieht sich dann die Weiterentwicklung zum ausgewachsenen Wurm. Der ausgewachsene Wurm parasitiert im Darm und produziert Wurmeier, die zumeist mit dem Kot der Katze verbreitet werden. Ausgewachsene Würmer werden nur in Ausnahmefällen mit dem Kot ausgeschieden.

Abb. GBW2QMFU
Abb. GBW2QMFU: Ausgewachsene Spulwürmer.
Bei Spulwurmbefall parasitieren diese Würmer in großer Anzahl im Darm. Mit dem Kot ausgeschieden werden jedoch nur ihre Eier und Larven – die für das Auge unsichtbar sind.

Eine Ausnahme bilden Bandwürmer: Etwa reiskorngroße Glieder des Bandwurms werden regelmäßig mit dem Kot ausgeschieden oder können im Fell um den After der Katze beobachtet werden.

Abb. GBW2N3HJ
Abb. GBW2N3HJ: Bandwurmglieder.
Diese Bandwurmglieder sind etwa reiskorngroß und können manchmal im Fell um den Anus der Katze sichtbar sein.

Wurmbefall schadet der Katze!

Das Abwehrsystem einer Katze wird bereits durch geringen Wurmbefall belastet. Die Katze kann dadurch auf andere Infekte nicht mehr ausreichend reagieren. Außerdem fressen die Parasiten im Darm mit der Katze um die Wette und führen schnell zu Nährstoffmangel. Stumpfes Fell ist ein sichtbares Zeichen dafür.

Verdauungsstörungen, Darmentzündungen sowie ein Darmverschluss können durch den Befall mit Würmern ausgelöst werden (siehe auch unter Symptome).

Wurmbefall schadet auch dem Menschen!

Nimmt ein Mensch infektiöse Eier bestimmter Spulwurmarten auf (z.B. beim Kuscheln im Bett oder wenn Kinder mit den Tieren knuddeln), kann es zu einer Wanderung der Larven in Gewebe und Organen (Larva migrans) kommen. Dadurch entstehen Schäden an Nervenbahnen, Augen und Gehirn. Bei der Aufnahme von Bandwurmgliedern können sich sogar lebensbedrohliche Erkrankungen entwickeln, da diese Zysten in der Leber und der Lunge bilden können.

Ursachen

In Mitteleuropa sind vor allem Spulwürmer, Hakenwürmer und Bandwürmer für Katzen – und auch für den Menschen – gefährlich.

Spulwürmer (Toxocara-Arten)

Spulwürmer sind die häufigsten Darmparasiten bei Katzen. Im Darm der Katze parasitieren die Würmer und nehmen der Katze wichtige Nährstoffe. Einige Larven wandern auch in die Muskulatur und kapseln sich dort ab. Durch die hormonellen Veränderungen während der Trächtigkeit werden diese Larven aktiviert und wandern in die Milchdrüse und in die Gebärmutter. So werden die Welpen bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch mit Larven infiziert.

Hakenwürmer (Ancylostoma-Arten, Uncinaria-Arten)

Auch Hakenwürmer werden bereits von der Mutter mit der Milch auf die Welpen übertragen. Im Darm saugen sie sich mit spitzen Mundwerkzeugen an der Darmwand fest und ernähren sich von Blut. Es kann zu massiven Blutverlusten kommen, die Katzen werden anämisch.

Abb. GBW2V0T8
Abb. GBW2V0T8: Hakenwurm.
Hakenwürmer besitzen am Vorderende so genannte Schneideplatten, mit denen sie sich an der Darmwand festsaugen. Sie sind viel kleiner als beispielsweise Spulwürmer und meist in sehr hoher Anzahl vorhanden. Dadurch kann es zu tödlichen Blutverlusten kommen.

Bandwürmer (Echinococcus-Arten, Taenia taeniaeformis, Dipylidium caninum)

Einige Bandwurm-Arten werden über Schlachtabfälle, rohes Fleisch oder Mäuse und Ratten übertragen. Andere Bandwurm-Arten leben als Zwischenstadien in Flöhen und werden beim Putzen und Lecken durch Katzen aufgenommen. Bandwürmer führen zu hochgradigen Entzündungen im Darm.

Der für Menschen äußerst gefährliche Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist bei Katzen nur relativ selten vorhanden.

Symptome

Katzen mit Wurmbefall zeigen meist Abmagerung bei gutem Appetit, manchmal wiederkehrende Durchfälle oder Erbrechen. Diese Symptome sind bei Welpen besonders ausgeprägt. Welpen mit Wurmbefall fallen häufig durch einen prallen, geblähten Wurmbauch auf. Extremer Befall mit Hakenwürmern kann zu Blutarmut führen, da diese im Darm Blut saugen. Weitere Anzeichen für Wurmbefall können Nickhautvorfall oder Haarausfall sein.

Abb. FZ5XKNB8
Abb. FZ5XKNB8: Wurmbefall bei Welpen.
Abmagerung und struppiges Fell sind neben dem typisch geblähtem Bauch deutliche Symptome von Wurmbefall.
Gerade bei erwachsenen, gesunden Katzen kann Wurmbefall jedoch völlig ohne Symptome sein. Die Würmer belasten dann das Abwehrsystem des Tieres und sind eine Ansteckungsquelle für den Menschen.

Diagnose

Die Diagnose eines Wurmbefalls wird über Kotuntersuchungen gestellt. Dazu sollte Kot über mindestens drei Tage gesammelt und vom Tierarzt mikroskopisch untersucht werden. Anhand der Eier und Larven können alle verschiedenen Wurm-Arten unterschieden werden.

Allerdings scheiden nicht alle Katzen, die von Würmern befallen sind, auch Eier oder Larven aus. Das kann mehrere Gründe haben:

Präpatenz: Als Präpatenz bezeichnet man die Zeit zwischen der Aufnahme der infektionstüchtigen Eier oder Larven bis zum Zeitpunkt des ersten Auftretens von Eiern oder Larven im Kot. Während dieser Zeit entwickelt sich in der Katze der erwachsene Wurm, der erst nach Abschluss seiner Entwicklung Eier ausscheidet.

Ruhephase: Einige Wurmlarven machen Ruhephasen durch, d.h. sie bleiben eine Zeitlang Larve, bevor sie sich zum erwachsenen Wurm weiterentwickeln. Diese Larven können aber ihren Wirt schädigen, da sie sich durch verschieden Organe bohren und dort Schäden anrichten können.

Unregelmäßige Wurmausscheidung: Besonders Bandwürmer scheiden sehr unregelmäßig die mit Eiern gefüllten Glieder aus.

Behandlung

Würmer können mit verschiedenen Medikamenten in Form von Pasten, Tabletten oder Spot-on-Präparaten abgetötet werden. Nicht jeder Wirkstoff ist für jede Wurmart geeignet und nicht jede Entwicklungsstufe der Würmer wird immer erreicht. Daher sollte genau festgelegt werden, welches Medikament zu welchem Zeitpunkt verabreicht werden muss.

Abb. FZ6TENBJ
Abb. FZ6TENBJ: Tabletteneingabe ins Maul.
Bei vielen Katzen ist es extrem schwierig, Wurmtabletten einzugeben. Bei diesen Patienten kann die Tabletteneingabe dann in der Tierarztpraxis mit Hilfe einer Pinzette erfolgen – oder man verwendet Spot-on-Präparate.
Abb. FZ6TCJ2F
Abb. FZ6TCJ2F: Anwendung eines Spot-on-Präparats.
Zur Anwendung eines Spot-on-Präparats wird das Fell zwischen den Schulterblättern gescheitelt und die Flüssigkeit aufgetropft. Die Katze sollte dort für einen Tag nicht gestreichelt werden.
Die aktuellen Empfehlungen der Europäischen Veterinärparasitologischen Organisation (ESCCAP) zur Entwurmung von Katzen lauten:

  • Ab der 3. Lebenswoche alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch: Behandlung gegen Spul- und Hakenwürmer. Anschließend mindestens alle 3 Monate gegen Spul- und Hakenwürmer behandeln.
  • Alle 3 Monate ist eine Behandlung gegen Bandwürmer sinnvoll, bei fleißigen Jägern sogar alle 4 – 6 Wochen.
  • Bei Katzen, die in engem Kontakt mit Kleinkindern leben, kann nur durch eine regelmäßige Behandlung gegen alle Wurmarten im Abstand von vier Wochen eine Übertragung von Würmern sicher ausgeschlossen werden.

Einige Katzenbesitzer ziehen Kotuntersuchungen einer regelmäßigen, prophylaktischen Entwurmung vor. Ein negatives Ergebnis der Kotuntersuchung – also keine Wurmeier wurden gefunden – gibt jedoch keine 100%ige Sicherheit, dass die Katze nicht mit Würmern infiziert ist. Es kann durchaus sein, dass rein zufällig keine Wurmeier gefunden wurden, da diese nicht bei jedem Kotabsatz ausgeschieden werden. Für Kotuntersuchungen sollte der Kot deswegen immer über mindestens drei Tage gesammelt werden.

Vorbeugung

Wurmkuren haben keine vorbeugende Wirkung. Sie wirken immer nur über ein paar Tage und erreichen in dieser Zeit immer nur die Würmer, die bereits ein gewisses Entwicklungsstadium erreicht haben. Eier und Larven werden – je nach gewähltem Medikament – nicht abgetötet und entwickeln sich weiter zu reifen Würmern, die erneut Eier ausscheiden.

Tipps

Sollte Ihre Katze Sie in den Urlaub begleiten, können neben den bisher angeführten Würmern noch andere Endoparasiten gefährlich sein. Bei Reisen nach Südeuropa sollte beispielsweise gegen Herzwürmer vorgebeugt werden. Ihr Tierarzt kann Sie umfassend darüber beraten, welche Schutzmaßnahmen Sie im Ausland ergreifen sollten.

Stand: 30.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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14.08.2012: Merlin
Gibt es außer den chemischen Keulen auch pflanzliche Alternativen? Weiß da wer was drüber?

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