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Katze: Übergewicht

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Adipositas, Fettleibigkeit

Ursachen

Eine normalgewichtige Katze muss im Durchschnitt acht Mäuse fangen, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Katzen müssen sich also eigentlich ordentlich anstrengen, um satt zu werden, da auch sehr gute Fänger nicht jede Maus erbeuten.

Wohnungskatzen bewegen sich jedoch fast gar nicht, um ihr Futter zu erreichen und auch Freigänger haben zunehmend weniger Lust, Mäuse zu fangen, da moderne Katzenfuttermittel sehr energiereich und lecker sind.

Übergewicht bei Katzen entwickelt sich dadurch zu einem immer größeren Gesundheitsproblem, das das Auftreten folgender Erkrankungen begünstigt:

  • Diabetes mellitus
  • Leberverfettung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Zunehmendes Körpergewicht führt zu einer überhöhten Belastung des Herzmuskels.
  • Atembeschwerden: Körperfett lagert sich auch im Brustraum ein und verhindert, dass sich die Lungenflügel bei der Einatmung entfalten können.
  • Arthrosen: Jedes Gramm Übergewicht führt zu einer erhöhten Belastung der Gelenke.
  • Hautentzündungen: durch starkes Übergewicht kommt es zu Bewegungseinschränkungen. Die bei Katzen intensive Fellpflege kann nicht mehr durchgeführt werden und es können Hautentzündungen entstehen.
  • Harnwegsobstruktionen

Vermeiden Sie deshalb Übergewicht bei Ihrer Katze. Damit sorgen Sie für ein längeres und aktiveres Leben mit Ihrem Tier!

Diagnose

Folgende Tipps können helfen, das Gewicht einer Katze richtig einzuschätzen:

  • Die Rippen der Katze sollten deutlich tastbar sein.
  • Von oben gesehen sollte die Taille deutlich abgegrenzt sein.
  • Es darf kein Bauch herabhängen.

Durchschnittlich sollten Katzen zwischen 3,5 und 4,5kg wiegen. Sehr große Kater können in Ausnahmefällen auch mit 6kg noch ein Normalgewicht besitzen, die meisten Katzen sind mit 5,5kg jedoch bereits übergewichtig. In Zweifelsfällen kann ein Tierarzt oder eine Tierärztin bei der Einschätzung des Gewichts helfen.

Abb. GBXP6A8G
Abb. GBXP6A8G: Deutliches Übergewicht einer Katze.

Behandlung

Eine Gewichtsreduktion erfordert Konsequenz und Zeit. Die Kalorienmenge muss reduziert, die Fütterungstechnik geändert und die Katze zu aktiver Bewegung motiviert werden. Es ist sehr wichtig, dass die Katze ihr Gewicht langsam reduziert. Wöchentliche Gewichtsabnahmen von über 100g sollten vermieden werden. Katzen entwickeln sonst sehr schnell ein so genanntes Fettlebersyndrom.

Der Erfolg der Behandlung sollte durch wöchentliches Wiegen kontrolliert werden. Das Wiegen der Katze auf der Personenwaage ist nicht einfach, selten bleiben die Tiere allein ruhig darauf sitzen. Einfacher geht es, sich selbst zuerst allein und dann mit Katze auf dem Arm zu wiegen – und dann die Differenz zu errechnen. Hinderlich ist bei Personenwaagen allerdings meist auch, dass der 100g-Bereich nicht angezeigt wird. Wer die Diät seiner Katze ganz genau und gewissenhaft durchführen möchte, kann Wiegungen in regelmäßigem Abstand auf einer speziellen Tierwaage beim Tierarzt durchführen lassen.

Diät

Für eine Gewichtsabnahme muss die gefütterte Kalorienmenge reduziert werden. Dabei ist es ratsam, ein Futtermittel zu wählen, das weniger Fett und damit auch weniger Kalorien, aber mehr Ballaststoffe enthält. So genannte Light-Futtermittel sind beispielsweise im Zoofachhandel erhältlich und können bei geringem Übergewicht erfolgreich sein. Bei starkem Übergewicht können bei diesen Futtermitteln jedoch Versorgungslücken mit Vitaminen und Mineralstoffen entstehen. Starkes Übergewicht sollte daher mit Hilfe von so genannten Reduktionsdiäten behandelt werden, die über einen Tierarzt bezogen werden können.

Die Futtermenge sollte vom Tierarzt berechnet werden. Es muss genau festgelegt werden, wie viele Kalorien aufgenommen werden dürfen, um das Zielgewicht zu erreichen. Etwa alle vier Wochen kann die Ration dem bereits veränderten Gewicht angepasst werden.

Fütterungstechnik

  • Futter, auch Trockenfutter, darf nicht zur freien Verfügung stehen, sondern die Futtermenge sollte auf möglichst drei, mindestens jedoch zwei Portionen verteilt werden.
  • Wenn mehrere Katzen zusammenleben, sollten diese in getrennten Räumen bei geschlossenen Türen gefüttert werden. Auch Hundefutter muss für Katzen unerreichbar sein.
  • Katzen dürfen keine Speisereste erhalten, auch nicht mal eben den Sahnebecher ausschlecken!
  • Belohnungen oder auch so genannte Leckerlis dürfen weiter gefüttert werden, die dadurch gefütterten Kalorien müssen jedoch von der Gesamtkalorienmenge abgezogen werden. Maximal 10% der täglichen Kalorien sollten über Leckerlis aufgenommen werden. Ideal ist es, wenn Trockenfutter als Leckerli akzeptiert wird.
  • Es kann auch hilfreich sein, eine Umstellung von Trockenfutter auf Feuchtfutter vorzunehmen. Die Futtermenge bei Feuchtfutter ist höher und der Magensättigungseffekt hält länger an. Trockenfutter kann dann wiederum gut als Leckerli benutzt werden.
  • Damit Sie nicht den ganzen Tag rechnen müssen und die Zusammenarbeit mit Familienmitgliedern klappt: Stellen Sie morgens die Gesamtfuttermenge einschließlich Leckerli zusammen und füttern Sie alle nur aus diesem Vorrat.

Bewegung

Je mehr eine Katze sich bewegt, desto mehr Kalorien verbraucht sie und desto schneller und schonender kann sie abnehmen. Auch Wohnungskatzen müssen ausreichend beschäftigt und durch verschiedene Reize zu Bewegung animiert werden. Viele Spielzeuge stehen dafür zur Verfügung, einige davon können mit Trockenfutter gefüllt werden (natürlich aus der Tagesration nehmen!) und auch bewegungsunlustige, aber hungrige Katzen in Schwung bringen.

Prognose

Um eine Katze erfolgreich beim Abnehmen zu unterstützen, müssen alle Familienmitglieder zusammenarbeiten und eine Gewichtsreduktion befürworten. Bei Freigängern sollten auch die Nachbarn einbezogen werden. Häufig ist das zuhause gegebene Futter nämlich richtig portioniert und die zusätzlichen Kalorien werden von wohlmeinenden Nachbarn gefüttert.

Vorbeugung

Katzen sollten im Idealfall dreimal, mindestens jedoch zweimal täglich gefüttert werden. Die Menge des Futters richtet sich nur nach dem Aussehen und dem Gewicht der Katze, die auf den Futtermitteln angegebenen Werte sind nicht ausschlaggebend.

Das Futter sollte der Katze etwa eine halbe Stunde zur Verfügung stehen und eventuelle Reste dann bis zur nächsten Fütterung verstaut werden. Gemeinsam lebende Katzen sollten ohne Sichtkontakt zueinander gefüttert werden, damit die Nahrungsaufnahme ruhig und ohne Futterneid erfolgen kann.

Trinkwasser wird am besten mindestens 2m vom Fütterungsplatz entfernt aufgestellt. Das entspricht dem angeborenen Verhalten der Katze und erhöht die Trinkmenge meist deutlich – und das ist gut für die Nieren.

Tipps

Viele Katzen mögen keine Diätfuttermittel. Wie bereits erwähnt, sollten übergewichtige Katzen jedoch niemals fasten und sozusagen „mit Gewalt“ zur Aufnahme des Futters gezwungen werden. Es kann hilfreich sein, anfangs das normale Futter unterzumischen und dann langsam zu reduzieren. Auch das Anwärmen des Futters führt manchmal zum Erfolg. Es riecht dann intensiver und wird schneller akzeptiert.

ACHTUNG

Übergewicht kann auch durch einige schwere Allgemeinerkrankungen, wie Schildrüsenunterfunktion oder eine Überfunktion der Nebennieren, verursacht werden. Arthrosen z.B. verursachen Schmerzen bei der Bewegung, dadurch werden die Katzen inaktiv und nehmen zu. Dies kann durch eine gründliche tierärztliche Untersuchung vor dem Beginn der Diät ausgeschlossen werden.

Stand: 30.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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