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Katze: Toxoplasmose

Ursachen

Toxoplasmose wird durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen. Katzen sind so genannte Endwirte von Toxoplasmen: Nur im Darm von Katzen oder Katzenartigen können sich Toxoplasmen geschlechtlich vermehren. Es werden dort so genannte Oozysten gebildet, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Oozysten sind Dauerstadien von Parasiten, die sehr resistent gegen alle Witterungseinflüsse sind und so für die Verbreitung der Parasiten sorgen. Sie überleben unabhängig von der Außentemperatur bis zu zwei Jahre in der Erde – auch in Sandkästen. Nach dem Ausscheiden mit dem Kot der Katze dauert es etwa zwei Tage, bis die Oozysten infektionsfähig sind.

Für ihre weitere Entwicklung benötigen Oozysten dann wieder ein Wirbeltier. Maus, Schwein, Schaf, Rind, Vögel oder Mensch kommen als so genannte Zwischenwirte in Frage. In den Zwischenwirten entwickeln sich Oozysten zu Toxoplasma-Zysten und dringen in verschiedene Gewebe ein. Die Zwischenwirte – in den meisten Fällen wohl Mäuse – werden wiederum von Katzen gefressen, in denen die Toxoplasmen sich dann geschlechtlich vermehren können.

Ansteckung

Katzen infizieren sich entweder auf gemeinsam benutzten Katzentoiletten mit Oozysten oder durch die Aufnahme von Toxoplasma-Zysten aus der Muskulatur oder Organen von Zwischenwirten (Maus, Schweinefleisch usw.).

Symptome

Bei Katzen verläuft eine Infektion mit Toxoplasmen häufig völlig unauffällig. Eventuelle Störungen im Magen-Darm-Trakt über einige Tage oder Fieber werden meist keiner Toxoplasmose zugeschrieben. Nach einer Infektion werden über etwa drei Wochen Oozysten ausgeschieden. Gleichzeitig entwickelt die Katze Antikörper gegen die Parasiten. In den meisten Fällen besitzt eine Katze dann eine stabile Immunität. Es können sich zwar im Gewebe der Katzen noch abgekapselte Zysten mit Toxoplasmen befinden, diese werden jedoch nur in Einzelfällen (z.B. nach einer schweren Erkrankung) aktiviert. In diesem Fall kann die Katze erneut Oozysten mit dem Kot ausscheiden.

Katzen mit geschwächtem Abwehrsystem, z.B. durch eine FIV- oder FeLV-Infektion, erkranken meistens stärker. Es kann zu einer Mitleidenschaft von Leber, Lunge, Herz, Gehirn und Bauchspeicheldrüse kommen.

Bei älteren Katzen kommt es manchmal zu einer Erkrankung des Nervensystems, die sich durch schwankenden Gang oder Schwanzjagen äußert. Auch Augenentzündungen können beobachtet werden. Gefährlich ist eine Toxoplasmose auch für tragende Katzen. Ihre Welpen sterben häufig oder werden lebensschwach geboren.

Auch beim Menschen führen Infektionen mit Toxoplasma gondii zu einer belastbaren Immunität. Problematisch kann die Infektion lediglich für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder für Schwangere sein (siehe ACHTUNG).

Diagnose

Der Nachweis von Toxoplasma gondii erfolgt durch Kot- oder Blutuntersuchungen.

Kotuntersuchung

Nach einer Infektion mit Toxoplasmen dauert es zwischen 10 und 40 Tagen, bis Oozysten im Kot nachgewiesen werden können. Abhängig vom Abwehrsystem der Katze werden dann über maximal drei Wochen Oozysten ausgeschieden. Da die Ausscheidung jedoch nicht mit jedem Kotabsatz erfolgt, sollte Kot über einige Tage gesammelt und dann zur Untersuchung in der tierärztlichen Praxis eingereicht werden. Dort können Oozysten mit dem Mikroskop nachgewiesen werden. Ein negatives Ergebnis – es konnten also keine Oozysten nachgewiesen werden – schließt eine Infektion jedoch nicht vollkommen aus.

Blutuntersuchung

Durch Blutuntersuchungen können Antikörper nachgewiesen werden, die die Katze nach einer Infektion mit Toxoplasmen gebildet hat. Diese Blutuntersuchungen können sinnvoll sein, wenn eine akute Infektion einer Katze vermutet wird. Wiederholte Untersuchungen können dann einen Anstieg von Antikörpern anzeigen und die Erkrankung bestätigen. Man vermutet, dass bei über 60% aller Katzen Antikörper gegen Toxoplasma gondii im Blut vorhanden sind, d.h. dass sich diese Katzen irgendwann mit Toxoplasmen auseinandergesetzt haben.

Behandlung

Toxoplasmose wird bei Katzen nur sehr selten behandelt, da die Infektion meist unbemerkt abläuft. Theoretisch ist eine Behandlung mit Antiparasitika jedoch möglich. Dabei werden allerdings nur die geschlechtsreifen Toxoplasmen im Darm der Katze abgetötet. Für im Gewebe liegende Zysten steht derzeit kein Medikament zur Verfügung. Auch eine Impfung ist bisher nicht möglich.

Vorbeugung

Bei Freigängern, die kleine Nager und Vögel fressen, kann eine Infektion mit Toxoplasmen nicht verhindert werden.

Eine Vorbeugung ist nur bei Wohnungskatzen möglich. Handelsübliches Katzenfutter birgt keine Infektionsgefahr, wohl aber die Fütterung von Frischfleisch. Dieses muss über mindestens drei Tage bei -20°C tiefgekühlt werden. Diese Temperatur erreichen nur sehr wenige Tiefkühlgeräte, verlängern Sie deswegen die Tiefkühlzeit! Auch erhitztes Fleisch (über 70°C Kerntemperatur) kann bedenkenlos gefüttert werden.

ACHTUNG

Toxoplasmose ist eine so genannte Zoonose, d.h. eine Übertragung der Parasiten auf den Menschen ist möglich. Bei erwachsenen Menschen mit guter Abwehrlage verläuft eine Infektion mit Toxoplasmen in der Regel unbemerkt und eine stabile, lebenslange Immunität wird gebildet.

Bei Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem, beispielsweise HIV-Infizierten oder Menschen, die nach einer Organtransplantation eine immunsuppressive Therapie erhalten, können Toxoplasmen jedoch lebensgefährlich sein.

Gefährlich ist eine Infektion mit Toxoplasmen auch für Schwangere, die noch keine Immunität gegen Toxoplasmen besitzen, also während der Schwangerschaft zum ersten Mal in Kontakt mit den Parasiten kommen. Im Allgemeinen wird deshalb zu Beginn einer Schwangerschaft eine Blutuntersuchung auf Antikörper durchgeführt. Sind Antikörper gegen Toxoplasmen vorhanden, besteht nach heutigem Wissensstand keine Gefahr für eine Frau und ihr ungeborenes Kind. Nur bei einer Erstinfektion mit Toxoplasmen in der Schwangerschaft besteht eine Gefahr für das Kind. Toxoplasmen können dann in die Gebärmutter und den Mutterkuchen (Plazenta) wandern und Fehlgeburten oder Missbildungen bei dem noch ungeborenen Kind hervorrufen.

Infektionsquellen für Toxoplasmen sollten daher von Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem und Schwangeren ohne Antikörperschutz gemieden werden.

Folgende Maßnahmen werden empfohlen:

  • Die Katzentoilette sollte täglich gereinigt werden. Oozysten sind in frischem Kot noch nicht infektionsfähig, die Katzentoilette stellt daher ein eher geringes Infektionsrisiko dar. Die Toilette sollte alle zwei Tage mit kochendem Wasser ausgespült werden, normale Desinfektionsmittel reichen nicht aus! Gefährdete Personen sollten diese Tätigkeiten am besten gar nicht durchführen oder Einweg-Handschuhe benutzen, die nach jeder Reinigung sofort weggeworfen werden.
  • Bei Gartenarbeiten sollten unbedingt Einweg-Handschuhe getragen werden, die ebenfalls nach jeder Benutzung gewechselt werden müssen. Häufig befindet sich alter Katzenkot in der Erde, der nicht mehr als solcher zu erkennen ist, aber die sehr widerstandsfähigen Toxoplasmen enthält.
  • Rohes Gemüse und Obst, insbesondere Fallobst, sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.
  • Rohes Fleisch von Schwein, Schaf und Rind sollte unbedingt gemieden werden. Nur ausreichend erhitztes (Kerntemperatur über 70°C) oder tiefgekühltes (-20°C über mindestens 3 Tage) Fleisch kann sicher verzehrt werden. Auch Rohwürste (z.B. Salami) oder Schinken können mit Oozysten infiziert sein. Das Abschmecken von Speisen mit rohem Fleisch kann ebenfalls zu einer Infektion führen.
  • Nach jeder Zubereitung von frischem Fleisch oder Gemüse müssen immer gründlich die Hände gewaschen werden.
Stand: 30.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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