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Katze: Thromboembolie

Allgemeines

Bei einem Thrombus handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das sich in einem Blutgefäß (Arterie oder Vene) oder im Herzen bildet. Das Gerinnsel kann so groß sein, dass es das Blutgefäß verstopft und so eine Thrombose verursacht. Wenn sich ein Teil des Thrombus ablöst und mit dem Blutstrom durch Arterien oder Venen wandert, spricht man von einem Embolus. Ein Embolus kann auch aus Gewebepartikeln, Bakterien, Parasiten o.ä. bestehen. Arterien und Venen verzweigen sich und ihr Durchmesser wird immer kleiner, so dass der Embolus irgendwann das Blutgefäß verstopft. Wenn ein wandernder Embolus zu einem Gefäßverschluss führt, spricht man von einer Embolie oder Thromboembolie.

Bei Katzen kommen Thromben überwiegend als Thromboembolien in arteriellen Blutgefäßen vor. Arterien werden alle Gefäße genannt, die Blut vom Herzen zu den verschiedenen Organen transportieren.

Ursachen

Bei Katzen entstehen Thromboembolien meistens als Folge einer Herzerkrankung. Besonders häufig sind Katzen mit einer hypertrophen Kardiomyopathie betroffen, aber auch bei restiktiver Kardiomyopathie und dilatativer Kardiomyopathie treten Thromboembolien als Folgeerscheinungen auf. Man kennt noch nicht alle Ursachen, die letztendlich zu der Bildung eines Blutgerinnsels führen. Vermutlich ändern sich durch die Herzerkrankung die Strömungsverhältnisse im Herzen, der Blutfluss verlangsamt sich und das Blut gerinnt. Die so gebildeten Gerinnsel werden aus dem Herzen mit dem Blutfluss weggeschwemmt. An Engpässen im Blutgefäßsystem bleiben sie dann stecken. Bevorzugt geschieht dies an der Aufzweigung der Hauptschlagader zu den Hinterbeinen. Die Folge ist eine stark gestörte Durchblutung einer oder beider Hintergliedmaßen. Die Gerinnsel können aber auch an anderen Stellen stecken bleiben, z.B. in der Niere, an den Vorderbeinen oder in den Blutgefäßen anderer Eingeweide.

Leitsymptom

  • Lähmung
  • Schmerzen

Symptome

Thromboembolien führen meistens ganz plötzlich zu Krankheitsanzeichen. Welche Symptome auftreten, hängt von den betroffenen Blutgefäßen ab.

Am häufigsten ist die Aufzweigung der Aorta zu den Hintergliedmaßen betroffen (so genannter Sattelthrombus): Die Katzen zeigen plötzlich eine sehr schmerzhafte Lähmung eines oder beider Hinterbeine. Die betroffene Gliedmaße fühlt sich kühl an und hat keinen oder nur einen ganz schwachen Puls. Die Erkrankung verläuft analog an den Vorderbeinen. Wenn die Blutgefäße eines inneren Organs betroffen ist, tritt der Ausfall der Funktion dieses Organs in den Vordergrund. Blutgerinnsel im Gehirn führen zu neurologischen Ausfallerscheinungen im Sinne eines Schlaganfalls.

Zusätzlich treten häufig Symptome einer Herz-Kreislauf-Schwäche auf, die sich z.B. in Atemnot, Leistungsschwäche und Teilnahmslosigkeit zeigen können.

Diagnose

Die klinischen Anzeichen einer Thromboembolie sind dann typisch, wenn die Gliedmaßen betroffen sind und gleichzeitig eine Herzerkrankung vorliegt. Der Nachweis des Thrombus im Blutgefäßsystem kann hingegen schwierig sein, wird aber bei eindeutigen klinischen Befunden nicht für die Diagnosestellung benötigt. Mit Hilfe von Ultraschall kann in manchen Fällen eine Verstopfung von großen Gefäßen sichtbar gemacht werden. In einigen Kliniken werden auch so genannte Aortographien durchgeführt. Dabei werden mit Hilfe von Röntgenbildern und Kontrastmitteln die Hauptschlagader und ihre Aufzweigungen dargestellt.

Behandlung

Ziel einer Behandlung ist eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Gewebedurchblutung und damit Vermeidung von Gewebeschäden. Es gibt verschiedene Medikamente, die zu einer raschen Auflösung des Blutgerinnsels führen und die erneute Bildung von Thromben verhindern sollen. Zusätzlich gibt es operative Ansätze, das verstopfte Blutgefäß wieder durchgängig zu machen.

Bislang gibt es aber keine gesicherte Therapie, die in jedem Fall zu einer raschen Verbesserung der Gewebedurchblutung führt. Ihr Tierarzt wird daher je nach vorliegenden Befunden entscheiden, welche Therapie bei Ihrem Tier versucht wird. Begleitend erhalten die Katzen meistens Schmerzmittel, Infusionen zur Stabilisierung, vorsichtige Erwärmung der Gliedmaße und Ruhe. Parallel muss die Herzerkrankung behandelt werden.

Wenn die Katze die Erkrankung überlebt, erhält sie meistens lebenslang gerinnungshemmende Medikamente.

Prognose

Die Prognose ist sehr unterschiedlich. Am besten ist sie für Patienten mit Thromboembolien in den Vordergliedmaßen, die keine fortgeschrittene Herzerkrankung haben. Katzen mit betroffenen Hinterbeinen behalten häufig Bewegungseinschränkungen und Durchblutungstörungen zurück, die unter Umständen auch eine Amputation nötig machen.

Insgesamt überleben nur etwa die Hälfte aller Katzen ihre erste Thromboembolie, viele Tiere sterben noch im Folgejahr. Bei etlichen Patienten kommt es wiederholt zur Bildung von Blutgerinnseln.

Vorbeugung

Gefährdete, herzkranke Katzen können vorbeugend gerinnungshemmende Medikamente erhalten.

ACHTUNG

Zur Vermeidung von Thromboembolien wird bei einigen Katzen Acetylsalicylsäure, besser bekannt als Aspirin, eingesetzt. Acetylsalicylsäure in erhöhter Dosierung ist für Katzen tödlich. Halten Sie sich genau an die von Ihrem Tierarzt angegebene Dosierung!

Stand: 13.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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22.08.2013: sumsal
Gibt es ein mittel welches Thrombosen auslöst?

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