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Katze: Überfunktion der Schilddrüse

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Hyperthyreose, Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist ein Hormon-produzierendes Organ. Sie liegt beidseits neben der Luftröhre (Trachea). Eine gesunde Schilddrüse ist so klein, dass man sie weder sehen noch tasten kann.

Die Funktion der Schilddrüse besteht in der Produktion, Speicherung und Ausscheidung von Schilddrüsenhormonen. Durch die Ausschüttung der Hormone wirkt die Schilddrüse auf fast alle Organsysteme ein. Schilddrüsenhormone beeinflussen Wachstum, Stoffwechsel, Organentwicklung und Nervensystem. Gesteuert wird die Schilddrüse durch übergeordnete Zentren im Gehirn.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es durch eine erhöhte Ausschüttung der Schilddrüsenhormone zu einer generalisierten Stoffwechselsteigerung. Schilddrüsenüberfunktion ist die häufigste Störung hormonbildender (endokriner) Organe bei der Katze.

Ursachen

In den allermeisten Fällen kommt es zu der Aktivitätssteigerung der Schilddrüse durch gutartige Wucherungen des Schilddrüsengewebes. Man spricht auch von einer adenomatösen Hyperplasie oder einem Schilddrüsenadenom. Nur sehr selten sind die Wucherungen bei der Katze bösartig und damit als Krebs zu bezeichnen (Schilddrüsenkarzinom).

Meistens sind beide Schilddrüsenanteile von den Wucherungen betroffen. Die Vergrößerung der Schilddrüse führt zu einer deutlich vermehrten Produktion und Abgabe von Schilddrüsenhormonen, die auf sehr viele Körperfunktionen Einfluss nehmen und damit die Symptome verursachen. Meistens sind mittelalte bis alte Katzen von diesen Veränderungen betroffen.

Leitsymptom

  • Abmagerung
  • gesteigerter Appetit

Symptome

Auffälligstes Zeichen einer Katze mit Schilddrüsenüberfunktion ist Abmagerung trotz gesteigertem Fressverhaltens. Einige Katze zeigen regelrechte Heißhungerattacken und fressen so hastig, dass sie im Anschluss daran direkt erbrechen müssen. Die Patienten können die großen Futtermengen aber nicht ausreichend verwerten, sondern setzen sehr große Mengen eines häufig durchfallartigen Kots ab. Viele Katzen trinken auch mehr und setzen dadurch mehr Harn ab. Häufig entwickeln die Tiere ein struppiges Haarkleid, Unruhe oder Apathie, Schwäche und Muskelschwund.

Die Schilddrüsenhormone führen auch zu einer gesteigerten Aktivität des Herzens. Als Folge können sich massive Herzprobleme entwickeln.

Abb. HD4GKXES
Abb. HD4GKXES: Katze mit Schilddrüsenüberfunktion.

Diagnose

Häufig ist die vergrößerte Schilddrüse bei der klinischen Untersuchung tastbar. Im Blut können die Schilddrüsenhormone gemessen werden. Allerdings kann es auch bei hyperthyreotischen Katzen vorkommen, dass sich die Hormonspiegel zwischendurch im Normalbereich befinden. Daher können wiederholte Messungen oder ein Provokationstest nötig werden. Ein Provokationstest ist beispielsweise der T3-Suppressionstest. Dazu wird der Katze über längere Zeit ein Hormon gefüttert, das bei einer gesunden Katze zu einem Nachlassen der körpereigenen Hormonproduktion führen würde. Bei erkrankten Tieren produziert die Schilddrüse aber unvermindert weiter Hormone.

Auch eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann über ihre Größe Aufschluss geben. In unklaren Fällen kann durch eine Szintigraphie auch in nicht tastbar vergrößerten Schilddrüsen eine Aktivitätssteigerung nachgewiesen werden. Diese sehr aussagekräftige Untersuchung wird in Spezialkliniken durchgeführt.

Behandlung

Zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Der Tierarzt oder die Tierärztin wird je nach Ausmaß der Veränderungen, Alter und Allgemeinzustand der Katze – und auch finanziellen Mitteln des Katzenhalters – eine passende Behandlung vorschlagen.

  • Mit so genannten Thyreostatika kann die Produktion von Schilddrüsenhormonen gehemmt werden. Die Tabletten müssen regelmäßig und meist lebenslang eingegeben werden. Einige Katzen entwickeln Nebenwirkungen wie Blutveränderungen, Hauterkrankungen oder Verdauungsstörungen.
  • Die Schilddrüse kann teilweise oder ganz operativ entfernt werden. Wird die gesamte Schilddrüse entfernt, müssen anschließend die fehlenden Hormone durch Tabletten ersetzt werden.
  • Mit Hilfe der aus der Humanmedizin bekannten Radiojodidtherapie kann gezielt das tumorös veränderte Gewebe der Schilddrüse zerstört werden. Dafür wird der Katze radioaktives Jod injiziert. Dieses reichert sich nur in den Wucherungen an und zerstört diese. Da das restliche Gewebe die normale Menge an Schilddrüsenhormonen produziert, müssen im Anschluss meist keine weiteren Tabletten eingegeben werden.

Im weiteren Verlauf sollten regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um den Therapieerfolg zu kontrollieren.

Prognose

Je früher eine Schilddrüsenüberfunktion erkannt und behandelt wird, desto geringer sind die Folgeschäden an Herz, Leber und Nieren. Eine regelmäßige Blutuntersuchung der Schilddrüsenwerte kann daher bei älteren Katzen sinnvoll sein.

Grundsätzlich ist die Prognose – besonders nach einer Radiojodidtherapie – aber gut bis sehr gut.

ACHTUNG

Zur Zeit laufen Studien darüber, ob mit jodreduziertem Diätfutter eine Schilddrüsenüberfunktion ausreichend therapiert werden kann. Erste Erkenntnisse sind erfolgversprechend, allerdings müssen noch weitere Studien durchgeführt werden, um eine ausreichende Wirksamkeit zu belegen.

Stand: 14.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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