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Katze: Rolligkeit der Kätzin

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Raunze

Katzen werden geschlechtsreif, wenn sie etwa 80% ihres endgültigen Körpergewichts erreicht haben, also meist zwischen dem 6. und dem 8. Lebensmonat. Bei einigen Rassekatzen kann sich dieser Zeitpunkt deutlich nach hinten, aber auch nach vorne verschieben. So sind einige Katzen bereits mit 4 Monaten geschlechtsreif.

Katzen sind saisonal polyöstrisch. Das bedeutet, dass es nur in bestimmten Jahreszeiten zu einem wiederholten Auftreten von Rolligkeiten kommt. Entscheidend für den jahreszeitlichen Beginn der sexuell aktiven Phase ist die Tageslichtlänge. Etwa 1,5 Monate nach der Winterwende, wenn die Tageslichtlänge bei über 12 Stunden liegt, setzt bei Katzen der Zyklus ein. In dieser Zeit werden die Katzen etwa alle 2 – 3 Wochen rollig, es sei denn, sie werden trächtig oder anderweitig stimuliert (s.u.). Die Phase sexueller Ruhe besteht meist zwischen September und Dezember, wenn die Tage sehr kurz sind. Diese Phase nennt man Anöstrus. Bei den Wildkatzen sichert dieser Zyklus das Überleben der Welpen: In den kalten Wintermonaten werden keine Jungen geboren.

Katzen, die in der Wohnung gehalten werden und ständig künstlichem Licht ausgesetzt sind, sind häufig das ganze Jahr sexuell aktiv.

Die eigentliche Rolligkeit oder Raunze dauert bei Katzen im Durchschnitt 7 Tage und äußert sich durch sehr offensichtliche Verhaltensänderungen. Die Katzen sind sehr anhänglich, reiben den Kopf, miauen oder schreien viel, rollen sich auf dem Boden und verlieren teilweise den Appetit. Der Rücken wird häufig aufgekrümmt und der Schwanz zur Seite gehalten. Blutiger Ausfluss aus der Scheide wird bei Katzen durch ihre hohe Reinlichkeit sehr selten beobachtet. Nur während der Rolligkeit toleriert die Katze den Kater und lässt sich von ihm decken. Manchmal dauert es ein bis zwei Tage, bis die Katze wirklich zum Deckakt bereit ist.

Bei Katzen gibt es eine Besonderheit innerhalb des Zyklus: Wird eine Katze nicht gedeckt, kommt es in den meisten Fällen auch nicht zu Eisprüngen. Die reifen Eier (Follikel) auf den Eierstöcken bildet sich dann zurück. Ein Eisprung wird bei Katzen in den allermeisten Fällen durch den Deckakt ausgelöst: Durch die Reizung des Penis in der Scheide und den Nackenbiss des Katers werden die nötigen Hormone ausgeschüttet, die einen Eisprung verursachen. Häufig sind mehrere Deckakte innerhalb kurzer Zeit notwendig, um einen ausreichend hohen Hormonspiegel zu erreichen. Man geht im Normalfall von etwa 3 – 5 Kopulation innerhalb von zwei Stunden aus. Es ist also durchaus möglich, dass verschiedene Kater in dieser Zeit die Katze decken und folglich die Welpen eines Wurfs verschiedene Väter haben. In seltenen Fällen kann ein Eisprung auch nur durch den Geruch des Katers oder andere Stimulantien ausgelöst werden.

Nach erfolgreicher Bedeckung dauert die Trächtigkeit der Katze zwischen 58 und 63 Tagen. Normalerweise wird die Katze 2 – 3 Wochen nach Absetzen der Welpen wieder rollig. In Ausnahmefällen kann sie aber bereits wieder trächtig werden, während sie ihre Jungen noch säugt!

Kommt es während der Rolligkeit nicht zu einem Eisprung, bauen sich die Eizellen wie bereits beschrieben wieder ab. Nach etwa 2 – 3 Wochen beginnt der Zyklus von vorne und die Katze wird wieder rollig. Wenn ein Eisprung zwar erfolgt ist, die Katze aber nicht trächtig wird, dann muss mit dem Einsetzen der erneuten Rolligkeit etwa nach 30 – 50 Tagen gerechnet werden.

Bleibt eine Bedeckung langfristig aus, entsteht häufig eine so genannte Dauerrolligkeit. Eine Unterdrückung der Rolligkeit kann durch eine Kastration der Kätzin oder durch eine hormonelle Rolligkeitskontrolle erfolgen.

Stand: 14.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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