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Katze: Räude

Allgemeines

Räude wird durch Milben verursacht. Milben sind winzige, achtbeinige Spinnentiere, die – im Gegensatz zu Flöhen – nicht mit bloßem Auge wahrgenommen werden können. Sie sind im Durchschnitt kleiner als 0,5mm. Milben leben auf oder in der Haut, wo sie sich von abgestorbenen Zellen, Schuppen und Gewebeflüssigkeit ernähren. Bei Katzen kommen hauptsächlich Raubmilben, Ohrmilben und Grabmilben als Verursacher von Räude vor. Sie vollziehen ihre ganze Entwicklung, von der Eiablage über mehrere Larven- und Nymphenstadien, in oder auf der Haut ihres Wirtstieres. In der Umwelt, also außerhalb ihres Wirtes, können Milben abhängig von der Temperatur nur wenige Wochen überleben.

Ursachen

Es gibt verschiedene Arten von Milben, die alle ähnliche Hautveränderungen hervorrufen, die landläufig als „Räude“ bezeichnet werden.

Kopfräude (Grabmilbenbefall, Notoedres cati)

Grabmilben bohren Gänge in die obersten Hautschichten und legen dort ihre Eier ab. Die stark juckenden Veränderungen beginnen meist an den Ohrrändern, breiten sich jedoch bei schlechtem Abwehrsystem oder Mangelernährung schnell auf den ganzen Körper aus.

Raubmilbenbefall (Cheyletiellosen)

Raubmilben leben auf der Hautoberfläche und im Fell der Katze. Sie ernähren sich von Hautprodukten und greifen die Hautoberfläche eher selten direkt an. Sie sind sehr beweglich und führen dadurch zu starkem Juckreiz an vielen Körperregionen.

Ohrräude (Otodectes cynotis)

Siehe Ohrenentzündungen

Ansteckung

Milben werden durch direkten Kontakt von Katze zu Katze übertragen. Auch Hunde können Katzen mit einigen Milbenarten infizieren. In seltenen Fällen können Bürsten o.ä. bei einer Infektion eine Rolle spielen.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Schuppen
  • Haarausfall

Symptome

Je nach Milbenart bilden sich besonders am Kopf, an den Ohren oder auf dem gesamten Körper Krusten und Schuppen. Einige Katzen zeigen das klinische Bild eines miliaren Ekzems. Das Fell fällt aus. Milben verursachen häufig einen starken Juckreiz, die Katzen kratzen und knabbern sich ständig. Dadurch wird die Haut geschädigt und Bakterien und Hautpilze können zu so genannten Sekundärinfektionen führen.

Bei älteren Tieren verlaufen Infektionen mit Milben häufig symptomlos. Sie übertragen dann jedoch Milben auf Jungtiere oder Katzen mit geschwächtem Allgemeinzustand (z.B. durch Wurmbefall oder FIV- bzw. FeLV-Infektionen), die hochgradige Krankheitserscheinungen entwickeln können.

Besondere Symptome der verschiedenen Milbenarten sind:

Kopfräude

Veränderungen durch Grabmilben beginnen meist schuppig am Ohrrand und um die Augen. Das Graben der Milben führt zusätzlich zu allergischen Reaktionen, die den Juckreiz noch verstärken. Der extreme Juckreiz tritt insbesondere in warmer Umgebung auf. Bei Jungtieren kann es durch Grabmilben sogar zu Todesfällen kommen.

Abb. FZ6SC1TR
Abb. FZ6SC1TR: Infektion mit Grabmilben.
Bei dieser Katze fand durch häufiges Kratzen des Kopfes mit den Vorderpfoten eine Ausbreitung der Milben statt.

Raubmilben

Raubmilben führen vor allem an Rücken, Nacken und Kopf zu trockenen, schuppigen Hautveränderungen. Das Fell ist brüchig und fällt aus. Im englischsprachigen Raum werden Raubmilben auch als „walking dandruff“, also als „laufende Schuppen“, bezeichnet, weil sie sich sehr aktiv unter den Schuppen bewegen, so dass es wie eine Eigenbewegung der Schuppen aussieht.

Ohrräude

siehe Ohrenentzündungen

Diagnose

Für den Nachweis von Grabmilben muss ein Hautgeschabsel genommen werden. Mit einem Skalpell werden die obersten Hautschichten abgekratzt und mikroskopiert.

Bei Raubmilben reicht es häufig aus, die Katze auf einer dunklen Unterlage zu bürsten und die herabfallenden Hautschuppen zu mikroskopieren, da Raubmilben nur oberflächlich leben. Man kann auch mit einem Klebefilmstreifen ein so genanntes Abklatschpräparat von der Haut nehmen. Die festklebenden Schuppen werden dann mikroskopiert. Ansonsten können auch hier Hautgeschabsel oder Haarproben genommen werden.

Bereits einige wenige Milben können zu hochgradigen Hautveränderungen führen. Nicht bei jeder Untersuchung werden daher auch wirklich Milben gefunden. Wiederholte Untersuchungen können deswegen notwendig sein. Wenn auch dann keine Milben gefunden werden, kann bei eindeutigen Symptomen eine so genannte diagnostische Behandlung sinnvoll sein. Es werden dazu die unten angegebenen Behandlungsmaßnahmen durchgeführt. Hören die Symptome auf, kann von einem Milbenbefall ausgegangen werden.

Behandlung

Zur Behandlung gegen Milben stehen verschiedene Spot-on-Präparate und Medikamente als Injektion zur Verfügung, die die Milben wirkungsvoll abtöten. Eine wiederholte Anwendung ist meist notwendig, um alle Entwicklungsstadien zu erreichen. Wenn sich bereits Sekundärinfektionen entwickelt haben, ist eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika oder Pilzmitteln notwendig.

Alle im Haus lebenden Katzen (ggf. auch Hunde sowie andere Tiere) müssen behandelt werden, wenn bei einem Tier Milbenbefall diagnostiziert wird!

Abb. FZ6T9RVB
Abb. FZ6T9RVB: Anwendung eines Spot-on-Präparats.

Prognose

Eine Behandlung gegen Milben ist meist schnell erfolgreich. In hartnäckigen Fällen kann es notwendig sein, auch die Lieblingsplätze der Katze zu desinfizieren und Decken heiß zu waschen. Bürsten usw. sollten ausgewechselt werden.

ACHTUNG

Milben der Katze können auch auf den Menschen übertragen werden ( Zoonoseerreger).

Beim Menschen rufen Milben das so genannte Tierskabies hervor. Juckreiz und Pickelbildung treten meist dort auf, wo die menschliche Haut Kontakt mit der Katze hat: an Armen und Oberkörper. Der Mensch ist jedoch ein so genannter Fremdwirt, die Milben können sich in der menschlichen Haut nicht weiterentwickeln, sondern sterben ab. Eine Behandlung der erkrankten Katze ist daher ausreichend, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Stand: 31.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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