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Katze: Polyzystische Nierenerkrankung

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: PKD, Polycystic Kidney Disease, Zystenniere

Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine rein erbliche Krankheit, bei der bereits bei der Geburt winzige Zysten in den Nieren angelegt sind. Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die mit der Zeit immer größer werden und das gesunde Nierengewebe verdrängen. Wenn genug Nierengewebe zerstört ist, entsteht eine unheilbare Niereninsuffizienz. Neben den Nieren sind häufig auch Leber und Bauchspeicheldrüse von Zystenbildung betroffen. Obwohl die Zysten bereits bei der Geburt angelegt sind, dauert es normalerweise etliche Jahre, bis klinische Erscheinungen auftreten. Manche betroffene Katzen bleiben sogar ihr ganzes Leben symptomlos.

Zum besseren Verständnis soll hier zunächst die Funktion der Nieren erklärt werden:

Die Nieren sind paarig angelegt und liegen beidseits neben der Wirbelsäule, kurz hinter dem Zwerchfell. Sie haben zwei Hauptfunktionen:

  • Ausscheidung von Giftstoffen: Überflüssige Endprodukte des Stoffwechsels und andere Giftstoffe müssen mit dem Harn ausgeschieden werden. Die Nieren filtern diese harnpflichtigen Stoffe aus dem Blut heraus, bilden den konzentrierten Harn und scheiden ihn über die Harnwege (Harnleiter, Blase und Harnröhre) aus.
  • Rückgewinnung von Wasser und Salzen: Harnpflichtige Stoffe sind vor der Filtration durch die Nieren in Wasser gelöst. Dieses Wasser (und zugleich Salze) werden jedoch vom Organismus benötigt. Die Nieren filtern daher Wasser und Salze zurück, bis nur noch stark konzentrierter Harn vorliegt.

Abb. FZ6NWCXA
Abb. FZ6NWCXA: Schematischer Aufbau einer Niere.
Bei einer polyzystischen Nierenerkrankung bilden sich in Rinde und Mark flüssigkeitsgefüllte Zysten. Diese können das gesunde Nierengewebe verdrängen und zu einem Funktionsverlust des Organs führen.

Ursachen

Die PKD wird von den Eltern auf ihre Nachkommen vererbt. Betroffene Tiere tragen die Erkrankung in ihrem Erbgut, d.h. auf einem bestimmten Gen. Die am häufigsten von der Erkrankung betroffenen Rassen sind: Perser, Perserverwandte, Maine Coon, Exotic Shorthair, Domestic Shorthair, Heilige Birma, Ragdoll und Britisch Kurzhaar.

Wenn ein Elternteil die entsprechende Genveränderung aufweist, wird eine polyzystische Nierenerkrankung an mindestens 50% der Nachkommen vererbt (dominante Vererbung). Nur PKD-freie Elterntiere garantieren PKD-freie Nachkommen. Daher sollten alle Katzen mit der veränderten Genstruktur von der Zucht ausgeschlossen beziehungsweise kastriert werden.

Symptome

Katzen mit polyzystischer Nierenerkrankung zeigen lange keine Symptome. Meistens sind die Katzen bereits etwa sieben Jahre alt, wenn erste Krankheitserscheinungen auftreten. Diese können sich zunächst in allgemeinem Unwohlsein und Bauchschmerzen äußern.

Im weiteren Verlauf treten die Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz in den Vordergrund:

  • Fressunlust
  • vermehrter Durst
  • vermehrter Harnabsatz
  • Abmagerung
  • Erbrechen
  • Mundgeruch
  • Harnvergiftung

Weitere Details können Sie im Artikel über Niereninsuffizienz nachlesen.

Diagnose

Beim Abtasten der Katze kann in einigen Fällen eine unregelmäßig vergrößerte Niere fühlbar sein. Dieser Befund kann auch zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung auffallen. Eine bereits vorliegenden Niereninsuffizienz wird durch Blut- und Urinuntersuchungen diagnostiziert. Weitere Informationen dazu finden Sie im entsprechenden Artikel.

Um die Träger der Genveränderung zu identifizieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Ultraschalluntersuchungen : Mit hochauflösenden Ultraschallgeräten können die in den Nieren angelegten Zysten ab einem Alter von etwa 8 Monaten mit einer hohen Zuverlässigkeit erkannt werden. Diese Untersuchung wird von speziell ausgebildeten Tierärzten in dafür zugelassenen Kliniken durchgeführt.
  • Gentest: Bei einigen Katzenrassen und ihren Abkömmlingen kann mit Hilfe eines Gentests die Veränderung, die zur Bildung der Zysten führt, im Erbgut nachgewiesen werden. Für diesen Test wird eine Blutprobe oder ein Abstrich von der Mundschleimhaut benötigt.

Behandlung

Durch eine angepasste Fütterung und Medikamente kann das Leben der Katzen um einige Monate verlängert werden, die Erkrankung endet jedoch durch ein vollständiges Nierenversagen häufig tödlich.

Vorbeugung

Mit Katzen, die die Genveränderung in sich tragen, sollte auf keinen Fall gezüchtet werden. Es empfiehlt sich, Zuchtkatzen betroffener Rassen vor ihrem ersten Zuchteinsatz auf das Vorliegen einer PKD zu untersuchen.

Stand: 20.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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