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Katze: Pneumothorax

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Gasbrust

Normalerweise füllen die beiden Lungenflügel die paarigen Pleurahöhlen im Brustraum aus. Zwischen der Wand der Pleurahöhle und der Lungenoberfläche befindet sich nur ein schmaler Spalt, der Pleuraspalt. Im Pleuraspalt herrscht ein Unterdruck, so dass die Lunge passiv in ihrer Form gehalten wird. Beim normalen Einatmen vergrößert sich die Pleurahöhle durch Aufrichten der Rippen (Brustatmung) und Herabziehen des muskulösen Zwerchfells (Bauchatmung). Da der Pleuraspalt sein Volumen nicht ändert, muss die Lunge dieser Ausdehnung folgen und dehnt sich aus. Dabei füllt sie sich über die Atemwege mit Luft. Der Pleuraspalt ist normalerweise mit einer Flüssigkeit ausgefüllt, die das reibungslose Gleiten der Lunge bei den Atembewegungen sicher stellt.

Bei einem Pneumothorax (übersetzt „Luft im Brustkorb“) dringt Luft in diesen Pleuraspalt ein. Die Druckverhältnisse im Brustkorb ändern sich und die Lunge fällt in sich zusammen (sie kollabiert). Sie kann sich beim Einatmen nicht mehr entfalten. Es entsteht ein Sauerstoffmangel. Da beide Pleurahöhlen im Normalfall voneinander getrennt sind, kann ein Pneumothorax je nach Ursache nur auf einer Seite auftreten.

Ein Pneumothorax ist ein Notfall, der sich durch starke Atemnot äußern kann. Es besteht akute Erstickungsgefahr!

Ursachen

Es gibt verschiedene Formen eines Pneumothorax, die durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden:

Bei einem äußeren oder offenen Pneumothorax dringt Luft von außen durch eine verletzte Brustwand in den Pleuraspalt ein. Dies geschieht beispielsweise durch einen Biss, einen Rippenbruch oder bei einer Schussverletzung. Bei einem inneren oder geschlossenen Pneumothorax kommt es beispielsweise als Folge eines Autounfalls zu einem Lungenriss, einer Verletzung der Luftröhre oder einer anderen Verletzung innerhalb der Brusthöhle, die die Pleurahöhle eröffnet. Auch Abszesse oder Zysten in der Lunge oder im Brustraum können platzen und so einen Zugang zur Pleurahöhle schaffen. Die Luft, die in den Pleuraspalt eindringt, wurde also bereits eingeatmet und gelangt vom Körperinneren in den Pleuraspalt.

Eine Sonderform des Pneumothorax ist der so genannte Spontanpneumothorax, dessen Ursache nicht immer geklärt werden kann.

Leitsymptom

  • Atemnot

Symptome

Als Folge des Pneumothorax können sich die Lungenflügel beim Atmen nicht mehr mit Luft füllen und es kommt zu Atemnot. Am Anfang können viele Katzen dies durch ruhiges Verhalten gut kompensieren. Erst wenn etwa ein Viertel des Brustkorbs mit Luft gefüllt ist, treten offensichtliche Symptome wie Unruhe, Maulatmung und erhöhte Herzfrequenz auf. Atemnot äußert sich auch durch eine stark erhöhte Atemfrequenz und bläulich gefärbte Schleimhäute.

Liegt eine Verletzung der Brustwand vor, wird häufig auch Luft durch diese Verletzung in den Brustkorb gesaugt. Das kann durch zischende Geräusche sogar hörbar sein.

Abb. HDMYHDCV
Abb. HDMYHDCV: Maulatmung als Symptom hochgradiger Atemnot.

Diagnose

Das klinische Bild und das Abhören der Lunge gibt erst Hinweise auf einen Pneumothorax. Die endgültige Diagnose erfolgt meist mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, die in verschiedenen Ebenen angefertigt werden müssen. Liegt jedoch bereits starke Atemnot vor, muss als Notfallbehandlung zuerst durch eine so genannte Thorakozentese die im Pleuraspalt befindliche Luft abgesaugt werden. Weitere Details dazu unter Behandlung.

Behandlung

Die Behandlung des Pneumothorax hängt stark von der Menge der Luft im Pleuraspalt und der Ursache ab.

Bei geringer Luftmenge wird die Katze mit Käfigruhe unter Beobachtung gehalten. In den meisten Fällen resorbiert der Körper die Luft aus dem Pleuraspalt dann langsam.

Liegt jedoch Atemnot vor, muss sofort die eingetretene Luft mit einer so genannten Thorakozentese entfernt werden, damit sich die Lunge beim Einatmen wieder vollständig entfalten kann. Dazu wird über einen kleinen Hautschnitt mit einer Hohlnadel in die Pleurahöhle eingegangen und die Luft abgelassen. Bei hartnäckigen Fällen wird ein Drainageschlauch in den Pleuraspalt geschoben und dort belassen. Über diesen Schlauch wird die Luft wiederholt oder kontinuierlich abgesaugt (Thorakodrainage). Dieses Verfahren kann ebenso bei einer Ansammlung von Blut (Hämothorax) oder Eiter (Pyothorax) im Pleuraspalt zur Anwendung kommen.

Verletzungen des Brustkorbs müssen selbstverständlich chirurgisch versorgt werden!

Prognose

Die Prognose ist gut, wenn schnell gehandelt wird und keine schweren Begleitverletzungen vorliegen.

ACHTUNG

Ein Pneumothorax tritt häufig als Folge eines Unfalls auf. Viele Katzen tolerieren leichte Formen des Pneumothorax am Anfang relativ gut und zeigen kaum Symptome. Achten Sie deshalb nach einem Unfall ausreichend lange auf Ihre Katze!

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Stand: 20.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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