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Katze: Kreuzbandriss

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Kreuzbandruptur

Die Kreuzbänder dienen der Stabilisierung des Kniegelenks. Das Kniegelenk wird aus Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) gebildet. Nach außen wird das Gelenk durch eine Gelenkkapsel begrenzt, die das Gelenk schützt und stabilisiert. Weitere Stabilisierung erhält das Gelenk durch die Seitenbänder in der Gelenkkapsel, die Kniescheibe im Kniescheibenband und die Muskulatur.

Das vordere und das hintere Kreuzband liegen innerhalb der Gelenkkapsel. Sie verlaufen schräg zwischen Ober- und Unterschenkel und sorgen dafür, dass sich Ober- und Unterschenkel nicht gegeneinander verschieben. Da das vordere Kreuzband dabei meist stärkeren Belastungen ausgesetzt ist, ist es auch kräftiger entwickelt. Als eine Art Puffer sind zusätzlich zwei knorpelige Menisken zwischen die Knochenenden eingefügt.

Abb. FZFAZ67L
Abb. FZFAZ67L: Schematische Darstellung des Kniegelenks mit Lage des vorderen Kreuzbandes.

Ursachen

Bei der Katze entstehen Kreuzbandrisse meist durch Unfälle verschiedenster Art. Beispiele sind Autounfälle, Stürze aus großer Höhe oder Zusammenstöße mit Hunden. Manchmal ist die Unfallursache bekannt, oft kommt die Katze jedoch nach Freigang mit einer Verletzung nach Hause oder sie wird verletzt aufgefunden.

Katzen mit Kreuzbandriss haben häufig Übergewicht.

Leitsymptom

  • Lahmheit

Symptome

Katzen mit einem Kreuzbandriss gehen plötzlich und hochgradig lahm oder bewegen sich gar nicht mehr. Da Kreuzbandrisse häufig durch Autounfälle verursacht werden, liegen oft noch andere Verletzungen vor, die die Lahmheit erst einmal überdecken können. Meistens sind gleich beide Kreuzbänder, Seitenbänder sowie die Gelenkkapsel verletzt, was zu einer deutlichen Instabilität des Kniegelenks führt und eine Kniegelenkluxation zur Folge haben kann.

Diagnose

Das Auftreten von plötzlichen, hochgradigen und anhaltenden Lahmheiten des Hinterbeins erlaubt schnell den Verdacht eines Kreuzbandrisses.

Bei der klinischen Untersuchung kann durch einen so genannten Schubladen-Test eine abnorme Beweglichkeit im Kniegelenk feststellt werden. Der Unterschenkel lässt sich bei dieser Untersuchung deutlich gegenüber dem Oberschenkel nach vorne schieben.

Da oft schwerwiegende Traumen zugrunde liegen, ist selten nur ein Kreuzband gerissen. Meist erstreckt sich die Verletzung auf beide Kreuzbänder, die Seitenbänder und sogar die Gelenkkapsel. Auch Knochenabrisse werden häufig beobachtet. Daher empfiehlt sich auch bei einem positiven Schubladen-Test, weiterführend zu diagnostizieren, also beispielsweise Röntgenbilder anzufertigen. Einige Spezialkliniken bieten auch endoskopische Untersuchungen an. Dabei wird eine kleine Kamera in die Gelenkkapsel eingeführt, um alle Verletzungen deutlich sichtbar zu machen.

Abb. FZ5VX04R
Abb. FZ5VX04R: Kreuzbandriss und Meniskusschaden.
Hier liegt ein Riss des vorderen Kreuzbands vor. Auch der Menikus weist erhebliche Schäden auf.

Behandlung

Ein Kreuzbandriss ist kein Notfall, die Behandlung sollte dennoch zügig erfolgen, um die Entstehung von Arthrosen zu verhindern.

Konservative Behandlungsmaßnahmen, also schmerzlindernde Medikamente, Käfigruhe und Physiotherapie, führen bei einem Kreuzbandriss nur selten zu einem befriedigenden Ergebnis. Diese Behandlung kann höchstens erfolgreich sein, wenn wirklich nur eines der Kreuzbänder gerissen ist. Trotz langer – und für die Katze schwer zu ertragender Käfigruhe – entstehen langfristig meist sehr schmerzhafte Arthrosen, die die Katze in ihrer Bewegung lebenslang einschränken.

Sind beide Kreuzbänder gerissen und noch andere Strukturen des Kniegelenks verletzt, kann nur durch einen chirurgischen Eingriff die Beweglichkeit des Gelenks langfristig erhalten bleiben. Ziel einer chirurgischen Behandlung ist es, das Kniegelenk wieder zu stabilisieren. Da Katzen meist ein relativ geringes Körpergewicht besitzen, kann es ausreichend sein, die Gelenkkapsel zu straffen. Jedoch ist auch ein Einsatz von künstlichen Bändern möglich. Vor jeder Stabilisierung müssen Bandreste, Blutungen und Gelenkergüsse, geschädigte Menisken und Knorpelabsplitterungen entfernt werden, da diese den reibungslosen Ablauf im Gelenk stören und dadurch das Entstehen von Arthrosen begünstigen.

Abb. FZ5W85IB
Abb. FZ5W85IB: Kreuzbandriss nach Operation.
Hier wurde ein so genanntes Tight-Rope-Verfahren angewandt. Dabei wird die Funktion des vorderen Kreuzbands durch ein außerhalb der Gelenkkapsel liegendes, künstliches Band übernommen. Dieses Band ist mit den deutlich sichtbaren Knöpfen an Ober- und Unterschenkel befestigt.

Prognose

Bei allen Eingriffen am und um das Gelenk ist die Nachsorge von entscheidender Bedeutung. Eine lange Käfigruhe und gezielter Muskelaufbau mit Hilfe von Physiotherapie tragen deutlich zum Erfolg von Operationen bei.

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Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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