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Katze: Kippfenster-Syndrom

Ursachen

Ein so genanntes Kippfenster-Syndrom entsteht, wenn eine Katze versucht, durch ein gekipptes Fenster nach draußen (oder drinnen) zu gelangen. Der Oberkörper gelangt dabei meist gut durch das Fenster. Vor dem Becken, also meist im Bereich der Lendenwirbelsäule, bleibt die Katze dann jedoch im Fenster stecken. Durch Befreiungsversuche rutscht die Katze immer tiefer in den Spalt.

Leitsymptom

  • Lähmung der Hintergliedmaßen

Symptome

Das Ausmaß der Verletzungen ist abhängig von der Heftigkeit der Befreiungsversuche und der Zeit, die die Katze im Fenster hängt. Muskulatur, Blutgefäße, Nerven, Wirbelsäule und verschiedene innere Organe können erhebliche Schäden aufweisen. Insbesondere Niere, Blase und Darm sind häufig stark gequetscht. Auch Verletzungen der Haut und Krallen werden häufig beobachtet. Wird eine Katze nicht rechtzeitig befreit, kann ein Kippfenster tödlich werden.

Aus Kippfenstern befreite Katzen zeigen meist deutliche Lähmungserscheinungen an einer oder beiden Hintergliedmaßen. Die Beine werden schlaff nachgezogen und reagieren nicht oder nur sehr verzögert auf Berührungs- oder Schmerzreize. Diese Symptome entstehen durch ganz oder teilweise abgeklemmte Blutgefäße und die dadurch fehlende Blutversorgung der Muskulatur. Auch direkte Schäden an Nervenbahnen oder Wirbelbrüche können für Lähmungen verantwortlich sein. Viele Katzen sind zusätzlich unterkühlt und befinden sich im Schock.

Diagnose

In den meisten Fällen kann sich eine Katze nicht selbst aus einem Kippfenster befreien, sondern der Tierhalter findet sie eingeklemmt vor. Die Katze muss dann so vorsichtig wie möglich nach oben geschoben und aus dem Spalt befreit werden. Jede Katze, die aus einem Kippfenster befreit wurde, muss sofort tierärztlich untersucht werden. Sehr selten gelingt es einer Katze sich alleine zu befreien, die Verletzungen sind dann jedoch für einen Tierarzt sehr typisch und die Diagnose ist einfach zu stellen.

Um das genaue Ausmaß der Schäden zu bestimmen ist eine gründliche klinische Untersuchung der Katze notwendig. Insbesondere die Reflexe werden genau überprüft. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen können Brüche der Wirbelsäule sichtbar gemacht werden, Ultraschall ist zu Beurteilung der inneren Organe geeignet. Harn- und Blutuntersuchungen liefern weitere Informationen über den Zustand der inneren Organe.

Abb. HDHB2WQ9
Abb. HDHB2WQ9: Katze mit Lähmungen der Hintergliedmaßen durch ein Kippfenster-Syndrom.

Behandlung

Unmittelbar nach dem Trauma sorgen Infusionen dafür, dass entzündliche Flüssigkeit aus dem Körper geschwemmt und die Nierenfunktion aufrechterhalten wird. Gleichzeitig werden entzündungshemmende Medikamente (z.B. Kortison) und Vitamin-B-Präparate eingesetzt. Auch Schmerzmittel werden meist benötigt. Wenn die Katze die ersten Tage überstanden hat, tritt aus bisher ungeklärten Gründen gelegentlich ein Lungenödem auf, das trotz intensiver Behandlung tödlich sein kann. Sobald die Katze vom Allgemeinzustand her stabil ist, können physiotherapeutische Maßnahmen entscheidend zur Heilung beitragen.

Prognose

Aus einem Kippfenster befreite Katzen weisen meist erschreckende Symptome auf. Gelingt es jedoch, den Allgemeinzustand schnell zu stabilisieren, sind die Chancen auf eine vollständige Heilung gut. Mit Einsatz von Physiotherapie werden Heilungsraten von etwa 75% erzielt. Allerdings kann der Heilungsprozess viele Wochen dauern.

Vorbeugung

Vorbeugend sollten Katzenhalter generell das Kippen von Fenstern vermeiden – oder es muss eine entsprechende Sicherung der Fenster erfolgen. Im Zoofachhandel werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, die einfach angebracht werden können.

Stand: 25.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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