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Katze: Kastration des Katers

Allgemeines

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Kater werden durchschnittlich in einem Alter zwischen 8 und 10 Monaten geschlechtsreif. Ausschlaggebend für diesen Zeitpunkt ist das Körpergewicht des Katers. Bei einem Gewicht von etwa 3kg setzt die Hormonproduktion in den Hoden ein. Bei einigen Rassekatzen, wie den Persern, können bis zum Eintritt der Geschlechtsreife jedoch auch zwei Jahre vergehen.

Ab diesem Zeitpunkt produzieren die Hoden des Katers Testosteron. Das Hormon Testosteron ist für das äußere Erscheinungsbild des Katers, also ausgeprägte Wangenbacken, Muskelmasse und verdickte Haut, verantwortlich. Auch das typische Revierverhalten eines Katers und Harnspritzen wird durch Testosteron gesteuert. Mit Beginn der Geschlechtsreife geht der Kater permanent auf Suche nach rolligen Katzen und kann diese mehrmals täglich decken. Bei Katzen ist nahezu jede Bedeckung erfolgreich, da erst durch den Deckakt der Eisprung ausgelöst wird (siehe Rolligkeit der Kätzin).

Abb. FZ5VJDSB
Abb. FZ5VJDSB: Lage der Geschlechtsorgane des Katers.

Vorteile einer Kastration

  • Kastrierte Kater leben länger! Das Revier kastrierter Kater ist deutlich kleiner, weil sie nicht ständig auf der Suche nach rolligen Katzen sein müssen. Kastrierte Kater werden dadurch weniger in Verkehrsunfälle verwickelt oder von Jägern als streunende Tiere erschossen. Auch die verletzungsreichen Rivalenkämpfe um rollige Katzen mit anderen Katern entfallen. Die Tierarztrechnung sinkt nach einer Kastration meist deutlich! Bei Rivalenkämpfen und auch beim Deckakt (Nackenbiss) können schwere Allgemeinerkrankungen wie FeLV, FIV oder FIP übertragen werden.
  • Kastrierte Kater markieren nicht mehr! Bei den meisten Katern stoppt das für Menschen übelriechende Harnspritzen nach der Kastration.
  • Kastrierte Kater leben stressfreier! Kastrierte Kater müssen nicht ständig auf Partnersuche gehen und um weibliche Katzen werben. Das macht sie zu anhänglicheren Familienmitgliedern, die sich meist auch gut mit anderen Katzen im Haushalt vertragen. Mehr Zeit zum Mäusefangen bleibt auch übrig!

Mögliche Nachteile einer Kastration

  • Operationsrisiko: Die Kastration eines Katers gilt als so genannter Routineeingriff. Es treten nur sehr selten Narkosezwischenfälle oder Wundheilungsstörungen auf.
  • Gewichtszunahme: Vor einer Kastration werden in den Hoden Geschlechtshormone produziert. Durch das Entfernen der Hoden fehlen diese Hormone und der Stoffwechsel des Katers stellt sich um. Dadurch wird das Futter besser verwertet und der Kater wird bei gleich bleibender Futtermenge häufig dick. Durch eine entsprechende Anpassung der Futtermenge kann Übergewicht jedoch einfach verhindert werden.

In der Schweiz und in Österreich sind Kastrationen von Katzen inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Ausnahmeregelungen gelten nur für Zuchttiere und Katzen in Bauernhofhaltung. Auch in einigen Städten und Gemeinden Deutschlands werden Kastrationen inzwischen angeordnet. Grund dafür ist die steigende Anzahl von Katzen, die ausgesetzt wurden und wild leben müssen oder in Tierheimen untergebracht sind. Wild lebende Katzen sind häufig krank, unterernährt und haben nur eine geringe Lebenserwartung. Einigen Berechnungen zufolge kann ein einziges Katzenpaar, das sich zweimal jährlich paart und durchschnittlich drei überlebende Junge hat, innerhalb von nur fünf Jahren etwa 13.000 Nachkommen bekommen. Alleine in deutschen Haushalten leben derzeit über 7 Millionen Katzen – wildlebende Katzen nicht mitgezählt. Eine Kastration von Kätzinnen und Katern gilt daher in der heutigen Zeit als aktiver Tierschutz!

Zeitpunkt der Operation

Die Kastration eines Katers sollte vor Eintritt der Geschlechtsreife durchgeführt werden. In Deutschland werden Kater durchschnittlich mit etwa 6 Monaten kastriert, in angelsächsischen Ländern bereits mit 4 Monaten.

Operationsverlauf

Bei einer Kastration werden die Hoden des Katers entfernt. Dazu ist eine kurze Narkose notwendig. Der Kater sollte aus diesem Grund 12 Stunden vor der Operation nicht gefüttert werden. Dieser Nahrungsentzug soll eine so genannte Aspirationspneumonie verhindern, bei der erbrochener Mageninhalt versehentlich in die Lunge gelangt und dort zu Entzündungen führt. Freigänger müssen also im Haus gehalten werden. Wasser muss jedoch immer zur Verfügung stehen!

Unter Narkose wird das Fell am Hodensack entfernt und die Haut gründlich desinfiziert. Durch zwei kleine Schnitte wird der Hodensack geöffnet und die Hoden vorgelagert, abgebunden und entfernt. Der Hodensack selbst muss nicht genäht werden, er verklebt und bildet sich meist relativ schnell zurück.

Der Kater kann in den meisten Fällen bereits wenige Stunden nach dem Eingriff abgeholt werden.

Abb. FZ5VKXRN
Abb. FZ5VKXRN: Kastration eines Katers.
Beide Hoden sind hier durch einen kleinen Schnitt aus dem Hodensack vorgelagert. Sie werden nun abgebunden und abgetrennt. Die Hautwunde muss nicht verschlossen werden, sie verklebt.

Stand: 22.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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13.02.2013: gabi
Mein grosser Kater war 6 Monate alt wo er kastriert wurde.(auf Rat meiner TA). Das Mädchen nach der ersten Rolligkeit und der kleine Kater war schon über 1 Jahr bis dahin hat er nicht ein einziges mal markiert. Bei allen drei ist es super verlaufen.
28.01.2013: Anja
Ich kann Silvias Kommentar bestätigen. Mein Kater wurde mit 7 Monaten kastriert. Nachdem er angefangen hatte zu markieren. Bei ihm haben sich Struvitsteine in der Harnröhre gebildet. TK Gießen - 2 Wochen - 1200 DM Kosten. Zum Glück hat er es überlebt! Traue mich garnicht mein neues Katerchen kastrieren zu lassen.
28.01.2013: Daniela
Silvia der Verlust Deines Katers tut mir sehr leid! Umso beruhigter bin ich das wir unseren kater erst später haben kastrieren lassen.Er war schon 10 Monate alt wie wir ihn bekamen,haben ihn mit 11 Monaten kastrieren lassen. Er hatte Ansätze zum markieren gezeigt,der Tierarzt meinte auch es wäre langsam Zeit,aber ich finde es war genau richtig,zumal ich ihn nicht gleich mit dem Stress einer OP belasten wollte,er war ja grad erst bei uns.
19.12.2012: Silvia
..nach einem wochenlangen Kampf, ist mein 3-jähriger Kater Aramis, gestern seiner Krankheit erlegen.

Die Harnröhre war wohl verletzt durch den Katheter den er brauchte um ablassen zu können. Und trotzdem die Harnblase (lt. U-Schall) ok war, wurde die ohnehin schon dünne Harnröhre von der verletzung durch den Katheter vernarbt. Dadurch kam es zu einer undichte in der Harnröhre und der Harn konnte in die Bauchdecke sickern, was meinen Kater innerlich vergiftet hat. Trotz rascher Operation zu einer "hohen Fistel" und desinfektion der inneren Bauchdecke mit Kochsalzlösung, hat mein Kater Aramis es leider nicht geschafft.
Ich finde es schrecklich das ein Tier an so einer Krankheit sterben kann, wo die Medizin doch angeblich sooo viel vollbringen kann.. :´-(
29.11.2012: Silvia
Einer meiner kastrierten Kater hatte kürzlich probs. beim Pisseln.

Es stellte sich u.a. heraus das er viel zu früh (mit etwa 9 Monaten) kastriert wurde.
Das Problem bei Katern ist das sie schon von vornherein eine kleiner Harnröhre haben als Katzen. Wenn sie kastriert werden, wird diese Harnröhre noch dünner und probl. wie Harnsteine und Gries können daher leichter die Harnröhre verkleben - so das der Kater alleine nicht mehr Pisseln gehen kann.

Nachdem wir die letzten 14 Tage eine satte Rechnung von den TÄ erhalten haben - finde ich es wichtig andere Kater-Besitzer davor zu Warnen Ihre Kater "zu früh" zu kastrieren!!!
11.11.2012: Verena
Also wir haben unsere Kater immer kastriert aber erst ab einen Alter von 10-12 Monaten. Denn bei einer Frühkastration kann es vorkommen das der Kater den Körper eine erwachsenen Tieres hat und der Kopf immer noch so klein ist wie bei einem Welpen und das ist auch nicht gut. Außnahmen sind natrürlich wenn ein Kater "frühreif" wid und sein Revier markiert. Gerade bei Wohnungskatzen ist das sehr unangenehm.

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