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Katze: Kastration der Kätzin

Allgemeines

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Junge Katzen werden im Allgemeinen im Alter zwischen sechs und acht Monaten zum ersten Mal rollig. Damit beginnt die Geschlechtsreife der Tiere.

Katzen sind sehr fruchtbare Tiere. Nahezu jeder Deckakt ist erfolgreich, da erst durch den Deckakt selbst der Eisprung ausgelöst wird (siehe Rolligkeit der Kätzin). Eine Kastration ist die sicherste und schonendste Methode, eine Trächtigkeit zu verhindern. Auch eine hormonelle Rolligkeitsunterdrückung ist möglich, diese ist jedoch von diversen Nebenwirkungen begleitet.

In der Schweiz und in Österreich sind Kastrationen von Katzen inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Ausnahmeregelungen gelten nur für Zuchttiere und Katzen in Bauernhofhaltung. Auch in einigen Städten und Gemeinden Deutschlands werden Kastrationen inzwischen angeordnet. Grund dafür ist die steigende Anzahl von Katzen, die ausgesetzt wurden und wild leben müssen oder in Tierheimen untergebracht sind. Einigen Berechnungen zufolge kann ein einziges Katzenpaar, das sich zweimal jährlich paart und durchschnittlich drei überlebende Junge hat, innerhalb von nur fünf Jahren etwa 13.000 Nachkommen bekommen. Allein in deutschen Haushalten leben derzeit über 7 Millionen Katzen – wildlebende Katzen nicht mitgezählt. Eine Kastration von Kätzinnen und Katern gilt daher in der heutigen Zeit als aktiver Tierschutz! Immer wieder wird die Meinung vertreten, dass Katzen vor einer Kastration einmal Junge geworfen haben sollten. Dafür gibt es aus tierärztlicher Sicht keinen organischen oder psychischen Grund.

Vorteile einer Kastration

  • Kastrierte Katzen leben durchschnittlich doppelt so lange! Da sie nicht mehr auf die Suche nach einem Sexualpartner gehen müssen, wird das Revier der Katzen deutlich kleiner und sie werden deutlich seltener in Verkehrsunfälle verwickelt. Bei der Bedeckung beißt der Kater die Kätzin in den Nacken. Dabei werden häufig schwere Allgemeinerkrankungen wie FIV oder FeLV übertragen. Die Infektionsgefahr nimmt deshalb bei kastrierten Katzen deutlich ab.
  • Die Bindung einer kastrierten Katze an die Halterfamilie wird meist enger, die Katze ist ruhiger und entspannter.
  • Kastrierte Katzen haben mehr Zeit zum Mäusefangen, da sie nicht ihrem Sexualtrieb folgen müssen.
  • Das Harnspritzen hört meist auf.
  • Das Risiko von Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen wird reduziert.

Mögliche Nachteile einer Kastration

  • Operationsrisiko: Die Kastration einer Katze gilt als so genannter Routineeingriff. Es treten nur sehr selten Narkosezwischenfälle oder Wundheilungsstörungen auf.
  • Gewichtszunahme: Vor einer Kastration werden in den Eierstöcken Geschlechtshormone produziert. Durch das Entfernen der Eierstöcke fehlen diese Hormone und der Stoffwechsel der Katze stellt sich um. Dadurch wird das Futter besser verwertet und die Katze wird bei gleich bleibender Futtermenge häufig dick. Durch eine entsprechende Anpassung der Futtermenge kann Übergewicht jedoch einfach verhindert werden.

Zeitpunkt der Operation

Neueren Untersuchungen zufolge sollte eine Kastration bereits vor Eintritt der ersten Rolligkeit erfolgen, also etwa in einem Alter von vier Monaten. Das Auftreten von Gesäugetumoren wird dadurch deutlich verringert. Außerdem kann so sicher ausgeschlossen werden, dass eine Trächtigkeit vorliegt. Die Kastration trächtiger Katzen ist zwar möglich, durch die hohe Durchblutung der Gebärmutter jedoch mit höheren Risiken verbunden.

Operationsverlauf

Bei einer Kastration werden die Eierstöcke (Ovarektomie) und nur in Ausnahmefällen gleichzeitig die Gebärmutter (Ovariohysterektomie) entfernt.

Abb. FZBE6HWZ
Abb. FZBE6HWZ: Harn- und Geschlechtsorgane der weiblichen Katze.
Bei einer Kastration werden meist nur die Eierstöcke entfernt.

Die Operation erfolgt unter Narkose. Die Katze muss für den Eingriff nüchtern sein, d.h. mindestens 12 Stunden vorher keine Nahrung erhalten haben. Dieser Nahrungsentzug soll eine so genannte Aspirationspneumonie verhindern, bei der erbrochener Mageninhalt versehentlich in die Lunge gelangt und dort zu Entzündungen führt. Freigänger müssen also im Haus gehalten werden. Wasser muss jedoch immer zur Verfügung stehen!

Unter Narkose wird das Operationsfeld geschoren und desinfiziert. Durch einen sehr kleinen Schnitt unterhalb des Bauchnabels werden dann die Eierstöcke vorgelagert, abgebunden und entfernt. Die Bauchwunde wird mit wenigen Stichen vernäht.

Meist kann die Katze bereits am gleichen Tag wieder abgeholt werden. Nach etwa 10 Tagen werden meist die Fäden gezogen. Es kann auch resorbierbares Nahtmaterial genutzt werden, das sich von alleine auflöst.

Abb. GF11C1IY
Abb. GF11C1IY: Kastrationsnarbe einige Tage nach der OP.

Nachsorge

Nach einer Kastration ist es in den meisten Fällen notwendig, dass bis zum Ziehen der Fäden ein Halskragen getragen wird. Dies finden die Katzen meist nur eine kurze Zeit lästig und gewöhnen sich – im Gegensatz zum Besitzer – recht schnell daran. Ohne Schutz können sie in sehr kurzer Zeit mit ihrer rauen Zunge die gesamte Bauchhöhle erneut öffnen! Außerdem ist die Maulhöhle stark mit Bakterien besiedelt. Diese können durch die Wunde leicht eindringen und die Wundheilung verzögern oder sogar eine Nachoperation notwendig werden lassen. Besonders stark ist der Drang zu lecken, wenn nach einigen Tagen die Wundheilung einsetzt und die Wunde zu jucken beginnt. Der Halskragen muss also unbedingt bis zum vollständigen Abheilen der Wunde getragen werden, etwa 10 Tage lang.

Abb. FZBE8Y34
Abb. FZBE8Y34: Halskragen.
Das Tragen des Halskragens schützt die Operationswunde. Bis zum Ziehen der Fäden muss er ununterbrochen getragen werden.

Stand: 22.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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