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Katze: Herzwurmkrankheit

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Dirofilariose, Filariosis

Nördlich der Alpen kommt es sehr selten zu Infektionen durch Herzwürmer. Es handelt sich bei Dirofilariose um eine typische Reisekrankheit, die im südlichen Europa weit verbreitet ist. Auch in den USA sind Herzwürmer weit verbreitete Endoparasiten. Entscheidend für das Auftreten der Erkrankung ist die Umgebungstemperatur: Die Würmer in den Stechmücken benötigen für ihre Entwicklung durchgehend Temperaturen von mindestens 14°C.

Da Katzen deutlich seltener als Hunde zu Urlaubsreisen mitgenommen werden, spielen Herzwurmerkrankungen derzeit eine eher untergeordnete Rolle in der tierärztlichen Praxis.

Ursachen

Herzwurmerkrankungen werden durch die Fadenwürmer Dirofilaria immitis hervorgerufen. Die Infektion erfolgt durch Stechmücken. Die Stechmücken nehmen so genannte Mikrofilarien, die von weiblichen, ausgewachsenen Würmern produziert werden, aus dem Blut infizierter Katzen auf. Damit auch möglichst viele Mücken Parasiten aufnehmen können, wandern die Mikrofilarien zur Haupt-Flugzeit der Mücken, etwa gegen 18:00 Uhr, in die oberflächlichen Blutgefäße der Katze. In der Mücke entwickeln sich aus den Mikrofilarien dann infektionsfähige Larven, die bei der nächsten Blutmahlzeit der Mücke auf die nächste Katze übertragen werden. Diese Larven wandern in den Blutgefäßen bis zu den großen Lungenarterien und in die rechte Herzkammer, wo sie Blut aufnehmen und sich zu ausgewachsenen Würmern entwickeln. Ausgewachsene Herzwürmer sind zwischen 15 und 35cm groß. Vom Stich der infizierten Mücke bis zur Entwicklung eines erwachsenen Wurms vergehen etwa sechs bis neun Monate.

Abb. HDH6RMK9
Abb. HDH6RMK9: Sandmücke (Phlebotomos perniciosus).
Abb. HDH6TM6Q
Abb. HDH6TM6Q: Larven (Mikrofilarien) in einer Blutprobe.
Die Larve wandert zur Hauptflugzeit der Mücken an die oberflächlichen Gefäße, um beim Saugen aufgenommen zu werden und sich zu verbreiten.

Leitsymptom

  • Husten
  • Schwäche

Symptome

Viele Herzwurmerkrankungen bleiben lange unerkannt. Erste Symptome der Erkrankung können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und chronischer Husten sein. Hauptsächliche Schäden entstehen jedoch durch die verschiedenen Entwicklungsstadien der Herzwürmer:

  • Wanderung der Larven: Entzündungen in den Blutgefäßen und im Gewebe.
  • Besiedlung der Lungenarterien durch die ausgewachsenen Würmer: Entwicklung einer Herzinsuffizienz, da das Herz immer gegen einen Widerstand pumpen muss. Bei massivem Befall können die Würmer sogar die Blutgefäße verstopfen.

Abb. HDH6ZM8H
Abb. HDH6ZM8H: Schematische Darstellung vom Herz.
Ausgewachsene Herzwürmer halten sich bevorzugt im Ursprungsbereich der Lungenarterien auf, also der Gefäße, die sauerstoffarmes Blut zur Lunge leiten. Die rechte Herzkammer muss deswegen immer gegen einen Widerstand arbeiten und ist langfristig überlastet.

Diagnose

Die Diagnose einer Herzwurmerkrankung kann durch Blutuntersuchungen gestellt werden: Mikrofilarien oder Antigene von ausgewachsenen, weiblichen Würmern können nachgewiesen werden. Diese Untersuchungen sind jedoch nicht immer 100%ig zuverlässig und müssen häufig wiederholt oder miteinander kombiniert werden. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen können manchmal die durch die Würmer verursachten Schäden in der Lunge dargestellt werden. Beim Herz- Ultraschall kann manchmal starker Wurmbefall auch direkt sichtbar sein.

Abb. HDH7PVH4
Abb. HDH7PVH4: Herzwurm-Test.
Dieser Herzwurm-Test ist positiv, die Katze ist infiziert.

Behandlung

Die Behandlung von Herzwurmerkrankungen ist problematisch. Es gilt, die ausgewachsenen Würmer in Lungenarterie und Herz abzutöten und dabei gleichzeitig die noch im Körper wandernden Larven zu erfassen. Die ausgewachsenen Würmer werden meist durch die zweimalige Injektion eines Medikaments getötet. Die Katze sollte während dieser Behandlung möglichst stationär unter tierärztlicher Aufsicht sein, da die toten Würmer nicht selten ganze Blutgefäße verstopfen und so zu lebensbedrohlichen Thromboembolien führen. In Einzelfällen ist dann sogar eine chirurgische Entfernung der Würmer notwendig. Auch kommt es häufig zu einem allergischen Schock, wenn der Körper plötzlich mit den toten Würmern konfrontiert wird. Die noch im Körper wandernden Larven werden mit den auch zur Vorbeugung erhältlichen Präparaten bekämpft. Bei massivem Befall ist auch hier eine allergische Reaktion auf die sich im Blut befindlichen Larven möglich, die Katze sollte deswegen ebenfalls für einige Stunden unter tierärztlicher Kontrolle sein.

Vorbeugung

Herzwürmer führen zu schwerwiegenden und schwer zu behandelnden Erkrankungen, eine Vorbeugung ist jedoch relativ einfach. Bei Reisen in südliche Länder sollte Ihre Katze möglichst zuhause bleiben oder mit so genannten Repellentien vor dem Stich der Stechmücken geschützt werden. Diese Mittel wehren Insekten für etwa 14 Tage nach dem Auftragen ab. Ein 100%iger Schutz gegen Mückenstiche kann jedoch mit Repellentien nicht erreicht werden! Zusätzlich stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die zwar nicht eine Infektion mit Herzwürmern verhindern, jedoch die im Gewebe wandernden Larven abtöten, bevor diese das Herz erreichen. Dazu ist eine regelmäßige, monatlich Behandlung notwendig, die mindestens 30 Tage vor einer Reise begonnen werden muss und auch nach der Rückkehr einen Monat weitergeführt werden muss.

Stand: 22.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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