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Katze: Harnspritzen

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Markieren, Harnmarkieren, Spritzmarkieren

Die Umgebung einer freilaufenden Katze kann in ein Kerngebiet und ein Streifgebiet unterteilt werden. Das Kerngebiet umfasst den eigentlichen Lebensraum der Katze und wird meist nur mit Tieren aus dem gleichen Haushalt geteilt. Das Streifgebiet hingegen muss durch die räumliche Nähe der meisten Häuser auch mit anderen Katzen geteilt werden.

Mit Eintritt der Geschlechtsreife ist es für eine Katze normal, ihr Streifgebiet mit Urin zu markieren. Intakte, also unkastrierte, mitunter aber auch kastrierte Kater markieren meist im Stehen und zittern dabei leicht mit hocherhobenem Schwanz. Weibliche Katzen setzen ebenfalls kleine Harnmengen zur Markierung ab, kauern dabei jedoch eher. Harnmarkieren in der Wohnung, also im Kerngebiet der Katze, ist im Gegensatz zu dem oben dargestellten Verhalten im Streifgebiet eine Verhaltensstörung. Meist ist das Harnmarkieren in der Wohnung – zumindest zu Beginn – auf wenige Orte beschränkt. Es handelt sich oft um Kleider und Bett, also persönliche Gegenstände, oder neue Dinge im Haushalt, wie Tüten oder Kartons.

Das Harnspritzen ersetzt nicht den eigentlichen Harnabsatz, die Katzentoilette wird wie gewohnt aufgesucht. Wird die Katzentoilette nicht mehr aufgesucht, sondern der gesamte Urin und Kot in der Umgebung abgesetzt, spricht man von Unsauberkeit.

Ursachen

Hauptsächlich scheint Harnmarkieren in der Wohnung durch Stress hervorgerufen zu werden. Dabei kann jede Veränderung im Kerngebiet für die Katze Stress bedeuten.

Häufige Ursachen sind:

  • neue Möbel oder auch nur umgestellte Möbel
  • neue Katzen im Haushalt oder in der Nachbarschaft (auch bei nur in der Wohnung gehaltenen Tieren!), Eintritt der Geschlechtsreife bei Katzen der Umgebung, Rangordnungsveränderungen
  • Beziehungsveränderungen unter den Katzenbesitzern (neuer Partner, Schwangerschaft, Baby, Scheidung, Tod)
  • längere Abwesenheit der Tierbesitzer durch Urlaub oder Krankheit
  • neues Katzenstreu, neue Katzentoilette, neues Reinigungsmittel

Die Liste der möglichen Ursachen ist nahezu endlos. Ohne den genauen Grund für die Verhaltensstörung zu finden, kann das Harnspritzen jedoch meist nicht langfristig unterbunden werden.

Behandlung

Eine Kastration bewirkt in vielen Fällen einen Stopp des Harnspritzens. Etwa 10% der kastrierten Kater und 5% der kastrierten weiblichen Tiere spritzen jedoch trotzdem weiter.

Verhaltenstherapeutische Maßnahmen können dann zum Erfolg führen:

  • Mehr Katzentoiletten zur Verfügung stellen. Die generelle Empfehlung für die Anzahl von Katzentoiletten lautet: Anzahl Katzen+1. Diese Toiletten müssen an einem ruhigen Ort stehen.
  • Solange sich das Markieren auf nur wenige Orte beschränkt, können diese (nach gründlicher Reinigung, damit der Geruch nicht weiter animierend wirkt) zum Füttern oder für intensives Spiel genutzt werden.
  • Intensive Beschäftigung mit der Katze.
  • Katzen, die in ihrem Leben – und sei es als Welpe – Freilauf genossen haben und nun als Wohnungskatze gehalten werden, ändern ihr Verhalten meist, wenn sie wieder raus dürfen.
  • Einige Sprays wurden speziell gegen Harnspritzen entwickelt. Die Erfolge sind sehr unterschiedlich.

Auch eine Verhaltenstherapie bei speziell ausgebildeten Tierärzten kann Abhilfe schaffen.

Da häufig ängstliche Tiere zum Harnspritzen neigen, werden auch gute Ergebnisse mit dem Einsatz angstlösender Medikamente erzielt.

ACHTUNG

Reinigen Sie die Urinspuren nicht mit einem ammoniakhaltigen Putzmittel. Ammoniak motiviert viele Katzen zu weiterem Harnspritzen!

Stand: 05.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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