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Katze: Hämoplasmose

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Feline Infektiöse Anämie, Hämobartonellose

Ursachen

Hämoplasmose, die Feline Infektiöse Anämie, wird durch Bakterien der Familie Mykoplasma hervorgerufen (Hämobartonella felis). Es gibt verschiedene Stämme dieser Bakterien, die alle eine unterschiedliche Pathogenität – also krankmachende Wirkung – besitzen und dadurch zu unterschiedlich stark ausgeprägten Symptomen führen. Die Bakterien haften an den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) fest – die für den Transport von Sauerstoff im Blut verantwortlich sind – und zerstören diese. Es entsteht eine Anämie.

Ansteckung

Der genaue Ansteckungsweg ist bisher nicht geklärt, vermutlich werden die Bakterien nur über das Blut übertragen. Dabei scheinen Flöhe als hauptsächliche Überträger die wichtigste Rolle zu spielen. Zecken und andere blutsaugende Insekten spielen nach heutigem Wissensstand eine eher untergeordnete Rolle. Auch durch Bisse (z.B. den Nackenbiss bei der Paarung) scheint sich die Erkrankung deutlich seltener zu verbreiten als bisher angenommen. Häufig sind die Welpen infizierter Muttertiere ebenfalls infiziert, es ist jedoch bisher ungeklärt, ob die Infektion bereits in der Gebärmutter, unter der Geburt oder über die Milch stattfindet.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome, ist unterschiedlich lang und kann mehrere Monate dauern.

Leitsymptom

  • blasse Schleimhäute
  • Schwäche

Symptome

Viele mit dem Erreger infizierte, aber ansonsten gesunde Katzen zeigen lebenslang keine oder nur sehr milde Symptome. Kommt es bei infizierten Katzen jedoch zu einer Schwächung des Abwehrsystems, beispielsweise durch eine Infektion mit FeLV, FIV oder Stress, kann es zum Ausbruch klinischer Symptome kommen. Typische Anzeichen einer Anämie sind blasse Schleimhäute. Da der Katze nicht mehr ausreichend rote Blutkörperchen zum Transport von Sauerstoff im Körper zur Verfügung stehen, ist sie schwach, der Puls und die Atmung sind beschleunigt. Betroffene Katzen haben häufig hohes Fieber und verweigern die Nahrung. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es auch zu einer Gelbsucht (Ikterus). Da in der Milz verstärkt zerstörte rote Blutkörperchen abbaut, ist dieses Organ meist stark vergrößert.

Abb. HDH5JLF3
Abb. HDH5JLF3: Symptome einer Anämie.
Typische Symptome einer Anämie sind blasse Konjunktiven (Augenbindehäute).

Diagnose

Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen gestellt: In einem Blutausstrich, der unterschiedlich angefärbt werden kann, sind die Mykoplasmen unter dem Mikroskop sichtbar. Auch im Labor kann der Erreger mit verschiedenen Methoden direkt nachgewiesen werden. Ebenfalls möglich ist der Nachweis von Antikörpern, die eine infizierte Katze gegen diese Mykoplasmenart bildet. Die Bakterien sind jedoch nicht kontinuierlich nachweisbar und die Bildung von Antikörpern dauert etwa 2 Wochen, im Verdachtsfall müssen deswegen wiederholte Untersuchungen durchgeführt werden.

Der Nachweis der Bakterien reicht alleine jedoch nicht für eine eindeutige Diagnose aus, da viele Katzen zwar infiziert sind, aber nicht erkranken. Ein positiver Nachweis von Hämobartonellen muss daher immer im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen beurteilt werden!

Behandlung

Die Behandlung einer Hämoplasmose sollte unverzüglich nach Diagnosestellung erfolgen, da etwa ein Drittel der Katzen, die zu spät oder gar nicht behandelt werden, die Krankheit nicht überlebt. Bluttransfusionen sind bei schweren Symptomen notwendig, um die Sauerstoffversorgung der Katze sicherzustellen. Daneben sind verschiedene Antibiotika gegen Mykoplasmen wirksam. Auch Kortisone werden eingesetzt.

Mit diesen Maßnahmen können zwar in den meisten Fällen die klinischen Symptome kontrolliert werden, die Bakterien können jedoch nicht dauerhaft aus dem Körper eliminiert werden. Eine erneute Erkrankung ist daher jederzeit möglich.

Prognose

Die Prognose ist bei schnellem Therapiebeginn gut, verschlechtert sich jedoch deutlich bei gleichzeitigem Vorliegen von FeLV oder FIV.

Vorbeugung

Vorbeugend können Katzen gegen Flöhe und andere stechende Insekten geschützt werden.

Stand: 22.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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