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Katze: Haarballen

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Bezoare, Haarverballungen

Durch das tägliche Putzen und Lecken nimmt eine Katze viele Haare auf, die im Normalfall größtenteils mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Ein geringer Anteil dieser Haare wird erbrochen. Um den Brechreiz anzuregen, fressen Katzen gerne Gras oder sonstige Pflanzenteile. Gelegentliches Erbrechen von Haaren, die zu festen Klumpen zusammengeballt sein können, gehört daher zum normalen Reinigungsprozess des Körpers.

Aus verschiedenen Gründen kann das Ausscheiden der Haare mit dem Kot oder das Erbrechen nicht ausreichen. Immer mehr Haare sammeln sich dann im Magen und Darm. Diese können von den Verdauungsenzymen nicht aufgelöst werden. Durch die normalen Muskelbewegungen des Magen-Darm-Trakts verfilzen diese Haare und bilden so genannte Haarballen (Trichobezoare).

Abb. FZ5HLK7S
Abb. FZ5HLK7S: Typisches Bild eines erbrochenen Haarballens.

Ursachen

Verschiedene Ursachen fördern die Entstehung von Haarballen:

  • Fellwechsel: Bei jedem Putzvorgang nimmt die Katze Haare auf, da diese an der rauen Zunge hängen bleiben. In den Phasen des Fellwechsels ist die Aufnahme von Haaren besonders hoch.
  • Langhaarkatzen sind besonders gefährdet, da das weiche, lange Haar besonders schwer erbrochen bzw. mit dem Kot ausgeschieden werden kann.
  • Hauskatzen fehlt häufig die regelmäßige Aufnahme von Gras oder anderen Pflanzenbestandteilen, die das Erbrechen fördert. Außerdem sind diese Katzen häufiger übergewichtig und insgesamt bewegungsunlustig, was sich ebenfalls negativ auf die Verdauung auswirkt.
  • Im Anschluss an verschiedenste Allgemeinerkrankungen ist die Aufnahme von Fell häufig deutlich erhöht, da sich eine kranke Katze weniger putzt und nach der Genesung plötzlich sehr viele Haare beim Lecken entfernt werden.
  • Aus verschiedenen anderen Ursachen kann eine Katze vermehrt Fell verlieren. Diese Ursachen haben wir im Artikel Haarausfall zusammen gefasst.

Die Haarballen können im Magen verbleiben und dort zu Entzündungen der Magenschleimhaut führen, da der Haarballen ständig an der Magenschleimhaut reibt und dadurch vermehrt Magensäure ausgeschieden wird. Gelangen Haarballen durch die Muskelbewegungen des Verdauungstrakts in den Darm, können sie das gesamte Darmlumen blockieren und den Weitertransport des Nahrungsbrei verhindern.

Leitsymptom

  • Erbrechen
  • Verstopfung

Symptome

Ein häufiges Symptom von Haarverballungen ist häufiges Erbrechen. Idealerweise wird der Haarballen oder zumindest ein Teil der Haare erbrochen, in vielen Fällen kann jedoch nur Futter erbrochen werden und der Haarballen bleibt im Magen liegen. Das Erbrechen kann täglich oder auch nur alle paar Tage auftreten.

Liegt der Haarballen im Darm, entsteht bei betroffenen Katzen eine Verstopfung. Die Tiere versuchen vergeblich Kot abzusetzen, haben Bauchschmerzen und verweigern häufig die Nahrungsaufnahme.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der klinischen Symptome und häufig mit Hilfe von Röntgenaufnahmen gestellt. Ein vorher eingegebenes Kontrastmittel kann hilfreich sein.

Abb. HDEC9DZF
Abb. HDEC9DZF: Verstopfung durch Haarballen.
Bei diesem Patienten liegt ein Haarballen (s. Pfeil) im Enddarm und führt zu einer Verstopfung. Der davor liegende Dickdarm ist bereits massiv mit Kot gefüllt.

Behandlung

Die Behandlung von Haarverballungen hängt insbesondere von der Größe des Haarballens, aber auch seinem Aufenthaltsort ab. Kleine Haarballen im Darm können häufig bereits nach der Verabreichung eines Klistiers oder Einlaufs mit dem Kot ausgeschieden werden. Auch verschiedene Ergänzungsfuttermittel sind erhältlich, die im Magen oder Darm liegende Haarballen ummanteln und dadurch das Erbrechen oder Ausscheiden mit dem Kot vereinfachen sollen. Verschiedene Medikamente, die die Darmperistaltik fördern, können ebenfalls eingesetzt werden. In schweren Fällen müssen die Haarballen chirurgisch entfernt werden.

Prognose

Die meisten Haarballen können gut entfernt werden. Es muss dann genau nach der Ursache gesucht und diese behandelt werden, um ein wiederholtes Auftreten von Haarverballungen zu verhindern.

Vorbeugung

Insbesondere in den Phasen des Fellwechsels können Sie Ihre Katze durch regelmäßiges Bürsten und Kämmen bei der Fellpflege unterstützen. Bei langhaarigen Katzen sollte dies ganzjährig erfolgen. Bürsten Sie auch Ihren Hund, falls die Katze diesen gerne putzt! Einige Katzenhalter füttern regelmäßig Pasten, die die Bildung von Bezoaren verhindern oder bei deren Ausscheidung helfen sollen.

Tipps

Falls Sie Ihre Katze nur in der Wohnung halten: Bieten Sie ihr regelmäßig frisches Katzengras an!

Stand: 20.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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