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Katze: Gesäugetumoren

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Mammatumoren

Das Gesäuge der Katze besteht aus zwei Milchleisten, die rechts und links der Bauchmittellinie liegen. Jede Milchleiste besteht aus 4 einzelnen Milchdrüsen. Es gibt also insgesamt 8 Zitzen.Mammatumoren sind eine sehr häufige Tumorerkrankung bei Katzen. Etwa 90% der Mammatumoren sind bösartig (maligne), nur in 10% der Fälle handelt es sich um gutartige (benigne) Tumoren. Je bösartiger der Tumor, desto höher ist seine Neigung, sich mit Hilfe von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen auszubreiten.

Ursachen

Die genaue Ursache für die Entstehung von Mammatumoren ist ungeklärt. Geschlechts hormone scheinen eine bedeutende Rolle zu spielen, da unkastrierte Katzen etwa 7-mal häufiger an Mammatumoren erkranken als kastrierte Tiere. Durch eine hormonelle Rolligkeitskontrolle steigt das Risiko an Mammatumoren zu erkranken ebenfalls deutlich an.

Gesäugetumoren treten gehäuft bei älteren Katzen ab dem 10. Lebensjahr auf. Siamkatzen sind besonders oft betroffen.

Leitsymptom

  • Umfangsvermehrung im Gesäuge

Symptome

Gesäugetumoren äußern sich durch unterschiedlich große, harte Knötchen, die im normalerweise weichen Drüsengewebe zu tasten sind. Die Umfangsvermehrungen können frei in der Unterhaut verschieblich oder auch mit dem umliegenden Gewebe verwachsen sein. In der Regel scheinen sie der Katze keine Schmerzen zu bereiten. Manche Knoten verändern sich über längere Zeiträume nicht, andere wachsen schnell zu größeren Geschwülsten heran, die geschwürig aufbrechen können und schlecht heilen. In mehr als der Hälfte der Fälle ist mehr als ein Tumor vorhanden.

Auch in der Nähe liegende Lymphknoten sind häufig vergrößert.

Abb. HDCWUB7S
Abb. HDCWUB7S: Mammatumor.
Dieser Gesäugetumor ist bereits sehr groß. Meist werden sie viel früher entdeckt und können dadurch mit einer besseren Prognose entfernt werden.

Diagnose

Die Diagnose wird vom Tierarzt durch das Betasten der Gesäugeleiste gestellt. Da bei Katzen fast alle Mammatumoren bösartig sind, verzichtet man in der Regel auf die Entnahme einer Gewebeprobe, um den Tumor genau zu bestimmen. Bösartige Tumoren besitzen eine erhöhte Neigung zur Streuung in andere Organe. Vor einer Operation sollte deswegen durch Röntgenaufnahmen – insbesondere der Lunge – überprüft werden, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen. Beim Vorliegen von mehreren Metastasen ist die Lebenserwartung der Katze meist gering und kann durch eine Operation selten verbessert werden. Die Metastasen sind nämlich das eigentliche Problem bei Mammatumoren: Die Katze leidet nicht an der Umfangsvermehrung in der Gesäugeleiste, sondern an den Funktionsstörungen, die durch Metastasen in anderen Organen hervorgerufen werden.

Behandlung

Die Behandlungsmethode der Wahl ist bei Gesäugetumoren der Katze die chirurgische Entfernung der gesamten Milchleiste. Auch angrenzende Lymphknoten sollten entfernt werden. Im Anschluss an die Operation kann eine Chemotherapie sinnvoll sein.

Prognose

Die Prognose hängt direkt von der Tumorgröße ab: Bei Tumoren mit einer Größe von unter 2cm ist die Prognose gut. Größere Tumoren haben eine deutlich schlechtere Prognose, da mit der Größe des Tumors die Wahrscheinlichkeit der Metastasierung steigt. Daher ist der rechtzeitige Behandlungsbeginn entscheidend für die Lebenserwartung der Katze!

Das Wachstum der Tumoren wird von Hormonen gesteuert, die in den Eierstöcken gebildet werden. Daher wird bei bisher unkastrierten Katzen häufig eine gleichzeitige Kastration empfohlen. Neueren Untersuchungen zufolge hat eine Kastration zum Zeitpunkt der Tumorentfernung jedoch keinen Einfluss mehr auf den weiteren Verlauf der Krankheit.

ACHTUNG

Nach der Operation ist es unbedingt notwendig, dass bis zum Ziehen der Fäden ein Halskragen getragen wird. Dies finden die Katzen meist nur eine kurze Zeit lästig und gewöhnen sich – im Gegensatz zum Besitzer – recht schnell daran. Ohne Schutz können sie in sehr kurzer Zeit mit ihrer rauen Zunge die gesamte Bauchhöhle erneut öffnen! Außerdem ist die Maulhöhle stark mit Bakterien besiedelt. Diese können durch die Wunde leicht eindringen und die Wundheilung verzögern oder sogar eine Nachoperation notwendig werden lassen. Besonders stark ist der Drang zu lecken, wenn nach einigen Tagen die Wundheilung einsetzt und die Wunde zu jucken beginnt. Der Halskragen muss also unbedingt bis zum vollständigen Abheilen der Wunde getragen werden, etwa 10 Tage lang.

Abb. HDCWX7Q3
Abb. HDCWX7Q3: Katze mit Halskragen.

Stand: 19.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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