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Katze: Futtermittelallergie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Futterallergie, Nahrungsallergie

Eine Futtermittelallergie ist eine allergische Reaktion auf einen Bestandteil der Fütterung. Symptome betreffen häufig die Haut, können aber auch am Magen-Darm-Trakt auftreten. Auch Mischformen treten auf. Futtermittelallergien sind klinisch nicht von einer Atopie, also einer Allergie auf verschiedene Umweltfaktoren zu unterscheiden.

Von einer echten Futtermittelallergie sind Futtermittelunverträglichkeiten abzugrenzen. Dabei handelt es sich nicht um Allergien, weil das Immunsystem der Katze dabei keine Rolle spielt. Unverträglichkeiten können gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen (z.B. bei Schokoladen-Vergiftung), verdorbenen Futterbestandteilen oder durch Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen (z.B. Laktoseintoleranz) bestehen.

Futtermittelallergien entwickeln sich bei Tieren sehr langsam. Eine Katze kann jahrelang das gleiche Futter gut vertragen haben und ganz plötzlich allergisch reagieren.

Ursachen

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das körpereigene Abwehrsystem auf einen Bestandteil der Nahrung mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Normalerweise bildet das Abwehrsystem im Darm eine gewisse Toleranz gegenüber den verschiedenen Futterbestandteilen aus, d.h. der Körper toleriert diese Fremdstoffe, ohne sie zu bekämpfen. Aus noch ungeklärter Ursache ist diese Toleranz bei einer Futtermittelallergie gegenüber einem Nahrungsbestandteil gestört. Ein noch so winziger Bestandteil des Futters kann als Allergen wirken und zu einer allergischen Reaktion der Katze führen. Bei Katzen sind in über 80% der Fälle Eiweiße (Proteine) aus Rindfleisch, Fisch oder Milchprodukten für das Auftreten der allergischen Reaktion verantwortlich. Auch Belohnungen wie Leckerlis oder Vitaminpräparate können Auslöser einer Futtermittelallergie sein. Zu Reaktionen auf so genannte Futterzusatzstoffe oder Konservierungsmittel kommt es bei Katzen scheinbar selten.

Leitsymptom

  • Juckreiz

Symptome

Eine Futtermittelallergie führt zu stark juckenden Veränderungen der Haut. Diese können sich als so genannte miliare Dermatitis über den gesamten Körper ausbreiten oder auch nur einzelne Körperbereiche betreffen. Durch den starken Juckreiz lecken sich die Katzen und es entsteht Haarausfall, der häufig symmetrisch am Bauch und an den Flanken verteilt ist. Durch die spitzen Krallen entstehen jedoch auch sehr schnell blutige Wunden, die eher nach Kampfhandlungen als nach einer Allergie aussehen.

An die durch das Lecken und Kratzen vorgeschädigte Haut können sich leicht Bakterien oder Hautpilze anlagern, es entstehen so genannte Sekundärinfektionen. Die beschriebenen Hautveränderungen treten bevorzugt am Kopf, am Hals und im Nacken auf. Die typischen Hautveränderungen bei Vorliegen einer Futtermittelallergie gleichen dem Krankheitsbild einer Atopischen Dermatitis. Möglich ist auch die Entwicklung von Hautveränderungen, die zum so genannten Eosinophilen-Granulom-Komplex gehören.

Etwa ein Drittel der betroffenen Katzen zeigen neben den Hautveränderungen auch Symptome des Magen-Darm-Trakts, also Erbrechen oder Durchfall.

Abb. FZ6MMDJ2
Abb. FZ6MMDJ2: Juckreiz bei Futtermittelallergie.
Diese Katze hat sich aufgrund des starken Juckreizes den Bereich hinter den Ohren mit der Vorderpfote blutig gekratzt.

Diagnose

Um eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren, wird häufig eine so genannte Ausschlussdiagnostik durchgeführt: Andere Ursachen für den Juckreiz wie z.B. Ektoparasiten müssen ausgeschlossen werden. Im Blutbild kann durch die erhöhte Anzahl bestimmter Blutzellen ein Hinweis auf eine allergische Reaktion gefunden werden.

Weitere Indizien für eine Futtermittelallergie sind:

  • ganzjähriges Auftreten der Symptome (also nicht nur, wenn bestimmte Pollen fliegen)
  • konsequente Behandlungen gegen Flöhe oder Milben führten nicht zu einer Linderung der Symptome
  • Therapieversuche mit Kortison blieben erfolglos

Eine sichere Diagnose kann dann über einen Fütterungsversuch mit einer so genannten Eliminationsdiät gestellt werden. Dieser, zugegebenerweise aufwändige, Fütterungsversuch konnte bisher nicht erfolgreich durch Allergietests ersetzt werden.

Bei einem Fütterungsversuch wird der Katze über einen Zeitraum von mindestens zehn Wochen ein Diätfutter, bestehend aus nur einer Eiweiß- und einer Kohlenhydratquelle, gefüttert. Als Eiweißquelle sollte eine Fleischsorte gewählt werden, die die Katze vorher noch nie gefressen hat. Dieses Futter kann selbstgekocht werden, inzwischen stehen jedoch auch einige geeignete Fertigprodukte zur Auswahl. Diese Ausschlussdiät kann nur erfolgreich sein, wenn währenddessen keine anderen Nahrungsmittel, Leckerli, Tischreste, Vitaminzusätze oder ähnliches gegeben werden. Freigänger müssen daher während der gesamten Zeit im Haus gehalten werden. Leben mehrere Katzen im Haushalt, ist es am einfachsten, alle Tiere mit der Diät zu füttern. Wenn die Symptome unter der Diät abheilen, wird die Katze mit den vorherigen Futtermitteln provoziert. Erst wenn dann die Symptome innerhalb von zwei Wochen erneut auftreten, gilt die Diagnose Futtermittelallergie als gesichert.

Behandlung

Die Eliminationsdiät mit selbstgekochtem Futter ist nicht für eine dauerhafte Fütterung geeignet, da verschiedene Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Diese müssen nach der Diagnosestellung entweder dem Futter zugeführt werden, oder es erfolgt eine Umstellung auf handelsübliche Diätfuttermittel. Diese werden von verschiedenen Herstellern angeboten und müssen notfalls alle ausprobiert werden.

Um die genaue Allergieursache herauszufinden, kann dem „Diagnosefutter“ auch wöchentlich ein weiteres Futtermittel zugegeben werden. Sobald es zu erneutem Juckreiz kommt, muss dieses Futtermittel dauerhaft aus dem Speiseplan der Katze gestrichen werden. Ein neues Futtermittel kann dann erst wieder ausprobiert werden, wenn der Juckreiz verschwunden ist. Langsam baut sich so eine Liste von Futtermitteln auf, die die Katze verträgt. Durch dieses Vorgehen kann das genaue Allergen identifiziert werden.

Prognose

Bei strenger Einhaltung der Diät ist die Prognose bei Futtermittelallergien gut. Schwierig gestaltet sich die Erkrankung nur bei Freigängern, wenn das Allergen in der Umgebung aufgenommen werden kann – oder die Nachbarn nicht konsequent mithelfen.

Vorbeugung

Viele Katzen leiden gleichzeitig an verschiedenen Allergien, die sich addieren können. Es kann beispielsweise eine Futtermittelallergie vorliegen, die nicht zu Symptomen führt. Erst wenn gleichzeitig ein Flohbefall vorliegt, wird eine so genannte Juckreizschwelle überschritten und es kommt zu den beschriebenen Hautveränderungen. Allergiegefährdete Katzen sollten daher konsequent und regelmäßig gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt werden.

Abb. FZBCS8I0
Abb. FZBCS8I0: Juckreizschwelle.
Prinzip der Juckreizschwelle

ACHTUNG

Katzen dürfen niemals hungern, sie entwickeln sonst schnell ein so genanntes Fettlebersyndrom. Sie können Ihre Katze also nicht zur Aufnahme des Diätfutters zwingen, indem Sie es einfach stehen lassen nach dem Motto: Irgendwann ist der Hunger groß genug. Im Falle einer Futterverweigerung ist es sinnvoller, etwas Diätfutter unter das – eventuell Allergie-auslösende – Futter zu mischen und dann die Verhältnisse langsam in Richtung Diätfutter zu verschieben.

Stand: 05.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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