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Katze: Flohbefall

Ursachen

Flöhe sind hell- bis dunkelbraune, seitlich abgeplattete, flügellose Insekten von 3 bis 5mm Größe, die sich durch Blutsaugen ernähren. Zwar gibt es einen speziellen Katzenfloh (Ctenocephalides felis), dieser beschränkt sich aber in der Auswahl seiner Wirte nicht nur auf Katzen, sondern verachtet auch andere Warmblüter – und die Katzenbesitzer – nicht. Umgekehrt springen auch Flöhe anderer Tiere (z.B. die von Hund, Igel, Mäusen) auf Katzen über.

Abb. GBXJG76I
Abb. GBXJG76I: Katzenfloh, Rasterelektronenmikroskop.
Der Floh hält sich an einem Katzenhaar fest.

Flöhe halten sich hauptsächlich und nicht nur zu ihren Blutmahlzeiten auf der Katze auf. Sie verstecken sich über längere Zeit im Fell und legen dort auch Eier, die beispielsweise beim Bürsten aus dem Fell fallen können. Einige Flöhe verlassen jedoch nach dem Stich die Katze und legen in der Umgebung Eier ab, die sich unter günstigen Bedingungen (Trockenheit, Temperaturen über 10°C) in 11 Tagen über drei Larvenstadien zu neuen Flöhen entwickeln. Die Larven leben in Teppichböden, Fußbodenritzen, Decken, Kissen und Körben und ernähren sich von organischem Abfall, vor allem vom Kot erwachsener Flöhe.

Durch das inzwischen gemäßigte Klima in Mitteleuropa ist Flohbefall ein ganzjähriges Problem geworden. Gerade in der Wohnung herrschen das ganze Jahr über klimatisch günstige Verhältnisse, so dass sich ein einmal aufgetretenes Flohproblem endlos hinziehen kann.

Flöhe entwickeln sich vom Ei über drei verschiedene Larvenstadien zum erwachsenen Floh. Im so genannten Puppenstadium, dem letzten Larvenstadium vor der Wandlung zum erwachsenen Floh, können die Parasiten unbegrenzt verharren. So sichern sie sich ihr Überleben auch unter sehr ungünstigen Bedingungen wie Kälte, Feuchtigkeit oder Nahrungsmangel. Aus diesem Grund ist es möglich, sich auch in länger leer stehenden Räumen mit Flöhen zu infizieren.

Im Darm von Flöhen können Larven des so genannten Gurkenkernbandwurms enthalten sein, die beim Putzen von der Katze aufgenommen werden können. Weitere Informationen zu Erkrankungen durch diese Bandwürmer unter Wurmbefall.

Ansteckung

Bei engem Kontakt hüpfen Flöhe, die etwa 25 – 30cm weit springen können, von Katze zu Katze und auf andere Tiere – und den Menschen. Meistens verlassen die Flöhe ihren Wirt aber erst, wenn sich sehr viele Flöhe auf einer Katze befinden. Daher stecken sich andere Katzen und Menschen eher mit Flöhen an, die sich in der Umgebung aus Larven entwickelt haben. Die Flöhe können auch direkt vom Boden ihre neuen Wirte anspringen.

Abb. H45LPT7S
Abb. H45LPT7S: Typisches Bild von Flohstichen beim Menschen.
Flöhe stechen meist in einer so genannten "Straße", d.h. dass mehrere Stiche hintereinander angeordnet sind.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Schwarze Krümel („Flohkot“) im Fell

Symptome

Das auffälligste Symptom für Flohbefall ist Juckreiz, der durch den Stich des Flohs ausgelöst wird. Diese Stiche sind auf der menschlichen Haut deutlich sichtbar und sind dort meist in einer Reihe angeordnet. Bei der Katze sind die Stiche jedoch im Fell versteckt. Außerdem wird man als Halter erst durch das Kratzen des Tieres aufmerksam: Zu diesem Zeitpunkt ist durch die Pfote meist bereits ein ganzer Hautbereich gerötet. Bei näherem Hinsehen können dann jedoch weitere Hinweise in Form von Flohkot oder sogar die kleinen braunen Tiere selbst im Fell entdeckt werden.

Über diese eher lästigen Beschwerden hinaus kann der Flohspeichel, der mit dem Stich ins Blut gelangt, eine so genannte Flohspeichelallergie auslösen. Es bilden sich kleine verschorfte Knötchen, die sich vom Kopf über den Rücken ausdehnen können. Diese Hautveränderungen entstehen unabhängig vom Ort des Flohstichs und verschärfen den allgemeinen Juckreiz.

Bei Katzenwelpen kann ein sehr starker Befall mit Flöhen auch zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

Diagnose

  • Direktes Fangen eines Flohs.
  • Flohkot kann zum Vorschein gebracht werden, indem man die Katze auf eine weiße Unterlage setzt und das Fell durchkämmt. Bei Anwesenheit von Flöhen rieseln typische schwarze Krümelchen, die wie Schmutz aussehen (den man normalerweise sonst bei Katzen nicht im Fell findet), auf die Unterlage. Mit etwas Wasser vermischt, färben sich die Krümel bräunlich-rot, da im Flohkot Blutbestandteile enthalten sind.

Abb. FZ5GYTZ4
Abb. FZ5GYTZ4: Flohkamm mit Flohkot.
Mit einem Flohkamm kann Flohkot leicht sichtbar gemacht werden: Nach dem Kämmen werden die schwarzen Krümel angefeuchtet und färben sich bräunlich-rot.

Behandlung

Die Behandlung von Flohbefall besteht immer aus einer medikamentellen Versorgung des infizierten Tieres (und seiner Kontakttiere) sowie einer Umgebungsbehandlung, um den Neubefall aus der Umgebung zu verringern.

Zur Flohbekämpfung an der Katze selbst werden mittlerweile fast ausschließlich so genannte Spot-on-Präparate eingesetzt. Sie zeigen bei einfacher Anwendung die größte Wirksamkeit. Zur Applikation wird das Fell im Nacken gescheitelt und die Lösung auf die Haut aufgetragen. Die Katze sollte dort etwa einen Tag nicht gestreichelt werden. Die Wirkung hält bis zu 4 – 6 Wochen an und erstreckt sich meist auch auf andere Parasiten (Zecken, Milben). Flohpuder kann eventuell für Welpen unter 6 Wochen, bei denen Spot-on-Präparate noch nicht verwendet werden dürfen, nützlich sein. Flohhalsbänder zeigen bei bereits vorliegendem Flohbefall meist keine ausreichende Wirkung.

Nach einem Flohbefall sollte die Katze entwurmt werden, da Flöhe Bandwürmer übertragen können.

Abb. FZ6SLV01
Abb. FZ6SLV01: Anwendung eines Spot-on-Präparats.
Entscheidend, aber wesentlich schwieriger als die Bekämpfung der Flöhe auf der Katze selbst, ist die Umgebungsbehandlung. Häufiges Absaugen von Teppichböden, Waschen von Kissen und Decken sowie Einsprühen der Lieblingsplätze mit einem Spray sind wichtige, die Behandlung des Tieres unterstützende Maßnahmen. In diesen Umgebungs-Sprays sind entwicklungshemmende Substanzen enthalten, die die Weiterentwicklung der Larve zum erwachsenen Floh verhindern. Auch in einigen Spot-on-Präparaten sind Wirkstoffe enthalten, die Larven schädigen können, also den Infektionsdruck in der Umgebung weiter vermindern können. Auch so genannte Vernebler/Fogger können eingesetzt werden, um ganze Räume von Flöhen und ihrem Nachwuchs zu befreien. Diese sind in tierärztlichen Praxen erhältlich, sollten aber bei besonders stark befallenen Wohnräumen eher von geprüften Schädlingsbekämpfern angewendet werden.

Prognose

Flohbefall kann wirkungsvoll behandelt werden und gezielt bereits im Vorfeld vermieden werden. Problematisch ist es, wenn die Wohnung bereits mit Floheiern und Larvenstadien "verseucht" ist. Da ein Floh innerhalb eines Tages etwa 20 Eier legen kann, ist es leicht vorstellbar, wie schnell dies geschehen kann. In solchen Fällen muss die Flohbekämpfung sehr energisch vollzogen werden, da solche Wohnräume ansonsten unbewohnbar werden.

Vorbeugung

Regelmäßig (etwa alle vier Wochen) angewendete Spot-on-Präparate oder das Tragen eines Flohhalsbands beugen einem Flohbefall vor.

Tipps

Bei Flohbefall muss die gesamte Umgebung der Katze regelmäßig gesaugt werden. Den Staubsaugerbeutel sollten Sie nach dem Saugen unbedingt wechseln – und den alten möglichst verbrennen oder fest in einer Plastiktüte verschlossen entsorgen! Es sind auch mit Flohmitteln präparierte Staubsaugerbeutel im Handel erhältlich. Bei massivem Flohbefall in Wohnräumen kann es durchaus auch gerechtfertigt und sinnvoll sein, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.

ACHTUNG

Alle im Haushalt lebenden Tiere müssen bei Flohbefall behandelt werden! Dabei ist darauf zu achten, dass Katzen nicht mit allen Medikamenten des Hundes behandelt werden dürfen. Einige der für Hunde sehr gut wirksamen Flohmittel sind nämlich für Katzen bereits in geringer Menge tödlich!

Stand: 29.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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