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Katze: Dilatative Kardiomyopathie

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: DCM

Allgemeine Informationen über das Herz haben wir im Artikel Herz-Kreislauf für Sie zusammengefasst.

Dilatative Kardiomyopathie heißt übersetzt "krankhafte Erweiterung des Herzmuskels". Die Erkrankung gehörte früher zu den am meisten diagnostizierten Herzerkrankungen bei Katzen.

Ursachen

Bei einer dilatativen Kardiomyopathie liegt eine Pumpschwäche des Herzmuskels vor. Der Herzmuskel ist zu schwach, um bei der Kontraktion das gesamte Blut in den Körperkreislauf zu pumpen, es verbleibt immer Restblut in der Kammer. Dies hat zur Folge, dass zu wenig Blut in den Körperkreislauf gelangt und der Blutdruck sinkt. Dieser niedrige Blutdruck führt wiederum dazu, dass die Nieren weniger Flüssigkeit ausscheiden. Sie versuchen damit den Blutdruck zu erhöhen. Insgesamt hat der Blutkreislauf der Katze dadurch mehr Volumen, das Herz hat aber weiterhin eine zu geringe Pumpkraft. Immer mehr Blut verbleibt im Herz und weitet dieses aus. Die Herzkammern werden größer und die Wände immer dünner. Außerdem staut sich das Blut auch in den Blutkreislauf zurück. Aus den gestauten Blutgefäßen kann Flüssigkeit z.B. in das Lungengewebe austreten und ein Lungenödem verursachen. Aber auch Ergüsse in den Brustraum (Pleuraerguss) oder den Bauchraum (Ascites) sind möglich.

Seit den späten 80er Jahren weiß man, dass eine DCM in den meisten Fällen durch einen Mangel der Aminosäure Taurin ausgelöst wird. Katzen können Taurin im Gegensatz zu anderen Tieren und dem Menschen nicht selbst herstellen. Seitdem alle Futtermittel mit Taurin angereichert werden, ist die Erkrankung nahezu verschwunden. Katzen, die nur mit selbstgekochtem Essen gefüttert werden, könnten jedoch erkranken.

Heutzutage tritt eine dilatative Kardiomyopatie nur noch sehr selten auf, meist als Folge einer hypertrophen Kardiomyopathie. Beim Menschen scheint es einen genetischen Defekt zu geben, der eine DCM auslöst. Dies konnte bei Katzen bisher nicht nachgewiesen werden.

Symptome

Katzen mit einer dilatativen Kardiomyopathie sind matt und leistungsschwach. Viele Tiere leiden an Atemnot. In einigen Fällen zeigen die Katzen auch nur die Symptome einer Thromboembolie: hochgradige Schmerzen und Lähmungen in den Beinen.

Diagnose

Durch das Abhören mit dem Stethoskop (Phonendoskop), durch ein EKG oder Röntgenuntersuchungen können Auffälligkeiten am Herz diagnostiziert werden, eine genaue Abgrenzung zu anderen Herzerkrankungen ist jedoch nicht möglich. Für die eindeutige Diagnose einer dilatativen Kardiomyopathie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens notwendig. Dabei kann die Dicke der Herzwände genau gemessen und auch die ständige Überfüllung kann gut dargestellt werden. Auch Thrombosen in den Vorhöfen können im Herzultraschall sichtbar sein. Mit Hilfe eines so genannten Doppler-Ultraschalls wird zusätzlich die Richtung des Blutflusses farblich sichtbar gemacht.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie ist nur möglich, wenn diese durch einen Taurin-Mangel verursacht wurde. Dann muss die fehlende Aminosäure hoch dosiert mit dem Futter zugeführt werden. Die Diagnose der Erkrankung wird jedoch in den meisten Fällen erst gestellt, wenn die Katze deutliche Symptome zeigt, also beispielsweise bereits Atemnot durch Flüssigkeit in der Lunge vorliegt. Daher ist zusätzlich eine so genannte symptomatische Therapie notwendig. Viele Katzen benötigen Medikamente zur Entwässerung (Diuretika), um Stauungserscheinungen in der Lunge, Bauchhöhle und anderen Geweben zu verringern. So genannte ACE-Hemmer entlasten das Herz durch eine Umverteilung des Blutvolumens. Weitere Medikamente können notwendig werden, um das Herz zu unterstützen, bis der Taurin-Mangel ausgeglichen wurde.

Prognose

Die Prognose einer dilatativen Kardiomyopathie ist nur gut, wenn die Erkrankung durch einen Mangel an Taurin entstanden ist und die Katze die ersten 2 Wochen nach Diagnostellung und beginnender Taurin-Fütterung überlebt. Dilatative Kardiomyopathien, die nicht durch einen Taurin-Mangel verursacht worden sind, haben eine sehr schlechte Prognose. Die meisten Katzen überleben nur wenige Wochen nach Diagnosestellung.

Stand: 14.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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